Der Fetakäse-Stand

greek-salad11Müde und mit knurrendem Magen durchquerte ich die Halle des Zürcher Hauptbahnhofes. Plötzlich erblickte ich einen Stand voller Bilder von Feta-Käse. In der Hoffnung auf eine kleine Kostprobe näherte ich mich. Doch wo ist der Käse? Aber auch nach dreimaliger Umrundung des Standes erblickte ich nichts als ein Meer von Prospekten mit Rezepten zur korrekten Zubereitung griechischen Salates. Ich fragte mich: Wie kommt jemand auf die Idee, einen Fetakäse-Stand ohne Käse, dafür mit tausenden Prospekten auszustatten? Da sollte man doch was zu schmecken, riechen und sehen bekommen! Verständnislos und frustriert stand ich da.

Plötzlich kam mir der Gedanke, ob wir manchmal nicht auf ähnliche Art und Weise das Evangelium schmackhaft machen wollen. Auf eine Art, die zwar gut gemeint, aber dennoch etwas steril ist und weder Herz noch Sinne anrührt. Wie würde eine Evangelisation aussehen, bei der man das Evangelium schmecken, sehen und riechen könnte? Indem gratis Esswaren verteilen würden, zum Beispiel Bratwürste? Allerdings würde man dahinter wahrscheinlich eher eine Werbeaktion einer Metzgerei vermuten, als einen Versuch das Evangelium lebendig werden zu lassen. (Wobei: nach Fritz Peyer soll Evangelisieren viel mit Metzgen gemein haben). Ich überlege weiter. Vielleicht kommt euch ja eine Idee.

P.S. Der Feta-Stand war vom Griechischen Ministerium für landwirtschaftliche Entwicklung und Ernährung organisiert.
P.P.S Die Rechnung des Griechischen Ministerium für landwirtschaftliche Entwicklung und Ernährung ging zumindest bei mir auf: Ich ging nach Hause und habe einen – wenn auch nicht korrekten, so zumindest leckeren – Griechischensalat zubereitet mit viel Fetakäse.
P.P.P.S Wer die Parallele zwischen Metzgen und Evangelisieren nicht erkennt: Fritz Peyer erzählt jedem gerne seine Kuh-Metzg-Geschichte

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5 Responses to “Der Fetakäse-Stand”

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  1. Mike B. says:

    Habe den Stand kürzlich auch gesehen und mir genau die gleiche Frage gestellt. Allerdings habe ich dann zu Hause keinen griechischen Salat gemacht, bei mir hat die Werbung nicht funktioniert 🙂

  2. BroccOli says:

    Das schreit also nicht nur nach einer Theologie mit Händen und Füssen sondern auch gleich mit Nasen, Ohren und Mund bzw. Zunge ;-).

    Freue mich sehr aufs gemeinsame Lernen und hoffe auf viel bleibende Substanz fürs Leben…

  3. loecherkaese says:

    min sänf zur wurscht! wär doch en slogan!?!
    oder: chame denn s’weggli und s’füfi ha???
    oder: hilfe, es haar i der suppe!

    etc. etc.

    en guete allersyts……

  4. robert says:

    Lässt mich weiterhoffen, sowohl Glauben und leibliche Genüsse unter einen Hut zu bringen. ΚΑΛΟ ΠΑΣΧΑ – FROHE OSTERN

  5. Uhlenbach says:

    Lol das mal geil geschrieben ^^
    Diese Art von Sarkasmus is genau mein ding weiter so!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!