Am Montag danach

Vom letzten Donnerstag bis Samstag hat in Aarau der Kongress „Zukunft gestalten“ mit Michel Frost stattgefunden. Wir sind gespannt, was euch beschäftigt. Was sind die ersten Eindrücke, Gedanken, Diskussionspunkte?

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40 Responses to “Am Montag danach”

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  1. Die drei Tage in Aarau mit Michael Frost empfand ich persönlich als sehr herausfordernd. Frost hat mir mit seinen Ausführungen die Augen dafür geöffnet, dass es nötig ist, das traditionelle Modell von Kirche und Evangelisation/Mission, wie wir es kennen, zu hinterfragen. Die Tatsache, dass ein Pastor, überspitzt ausgedrückt, 99% seiner Zeit mit Christen und nur 1% mit Nichtchristen verbringt, hat mich zutiefst erschüttert und mir bewusst gemacht, dass ich diesen Zustand nicht einfach akzeptieren sondern persönlich etwas daran ändern möchte. Da ich aber in einer traditionellen Gemeinde arbeite, in welcher die Aktivitäten nicht um die Mission herum zentriert, sondern diese selbst das Zentrum sind und die Mission nur einer von mehreren Bestandteilen ist, stehe ich nun vor einer grossen Herausforderung. Mein Wunsch ist es nämlich, dass unsere Gemeinde diesbezüglich einen Paradigmenwechsel vollziehen kann. Da dies nicht einfach sein wird, möchte ich zu Beginn einfach einmal gemeinsam mit der Jugendgruppe in diese Richtung hinarbeiten und hoffe auf positive, den Rest der Gemeinde motivierende Ergebnisse.

  2. Sascha Bertschinger says:

    Diese drei Konferenztage waren für mich sehr bereichernd, zugleich aber auch sehr herausfordernd. Auf der Rückreise machte ich mir einige Gedanken darüber, wie stark unsere Gemeinden „attraktional“ geprägt sind. In vielen Gemeinden die ich kenne, ist der Sonntagmorgen-Gottesdienst das Zentrum der Gemeinde. Alles, was man macht und organisiert zielt darauf ab, dass die Menschen am Sonntagmorgen in den Gottesdienst kommen. Ok, vielleicht würden einige sagen, dass es ihr Ziel ist, dass sich Menschen für Jesus entscheiden. Dieser Entscheid sollte sich aber darin zeigen, dass sie am Sonntagmorgen in den Gottesdienst kommt, sonst läuft irgendetwas schief. Michael Frost kommt da mit ganz neuen Gedanken. Ich versuche immer noch, die Aussage, dass wir die Menschen nicht über Attraktionen zu uns ziehen müssen, sondern dass wir zu den Menschen gesandt sind, von meinem Kopf mein Herz rutschen zu lassen und frage mich, wie ich etwas von dem konkret in der Zukunft umsetzen kann…

  3. Dave Schmid says:

    …oder genauer gesagt zwei Tage danach. Ich muss vorausschicken, dass dies mein erster Blogbeitrag ist und ich daher keine Ahnung habe, was da so reingehört. Bin mir gerade am überlegen ob es vielleicht etwas mit dem viel genannten „Denken im freien Fall“ zu tun hat, welches am IGW scheinbar sehr populär ist…mal sehen.
    Ich habe soeben mein IGW Heft aufgeschlagen und auf den ersten Seiten die Notizen der Einführungstage gesehen. Ich mag mich noch erinnern wie ich dort mit einer einigermassen festen Meinung über Gott und die Welt gestartet habe. Heute, gut ein halbes Jahr später weiss ich vor allem noch eines. Nämlich dass ich nahezu gar nichts weis und noch sehr viel zu lernen habe.
    Dies ist auch einer der Punkte die ich von der Konferenz mitgenommen habe. Nach den ersten paar Referaten hell begeistert begann ich auf einmal darüber nachzudenken, ob missionale Theologie, ja ein missionales Leben nicht doch eventuell ein weiterer guter Ansatz ist, der dann an der IGW Konferenz in zwei, drei Jahren beim Podiumsgespräch nur noch dazu dient, die Wichtigkeit des nächsten Ansatzes zu unterstreichen. Dies weil missionale Theologie leider doch nicht das erhoffte gebracht hat.
    Oder kann es sein, dass das Gegenteil der Fall ist? Das wir in den nächsten Jahren feststellen, dass die Sichtweise der missionalen Theologie das längst überfällige, endlich in Worte gefasste, ganzheitlichere und ursprüngliche Verständnis von Gottes Auftrag an uns darstellt?
    Ich bin mir ehrlich gesagt noch nicht schlüssig. So wie ich mich erinnere hat Michael betont, dass es eben genau nicht um ein neues Model für Gemeinde oder was auch immer geht. Sondern dass missionales Leben bedeutet, einen Schritt zurückzugehen und Jesus anzuschauen. Zu schauen, was und wie hat er Dinge tat. Und dies wird (gemäss Michael) dann dazu führen, dass ich „gezwungen bin“ „inkarnierend“ zu werden, also mich nicht abzuheben, sondern im Gegenteil mich hineinzugeben.
    Interessant, dass Inkarnation im eigentlichen Sinn bedeutet „zu Fleisch (werden)“. Wollen wir nun also, nach dem wir jahrelang versucht haben das Fleisch ganz zum Schweigen zu bringen, wieder zu Fleisch werden? Teil eines Fleisches, welches wir oft verfluchen und ganz gestorben sehen möchten? Fragen über Fragen.
    Michael hat zum obigen Thema einen zentralen Punkt angesprochen. Nämlich die Nötigkeit, geleitet vom Heiligen Geist, immer wieder herauszufinden, wie viel kann ich mich anpassen und „inkarnieren“ und wo muss ich widerstehen um Jesu Vorbild treu zu bleiben. Für mich persönlich ist jetzt vor allem wichtig, neben den Notizen und Unterlagen zur Konferenz und missionalen Theologie, Jesus anzuschauen.
    Vielleicht noch als kleine Nebenbemerkung, ohne die Wichtigkeit der ganzen Diskussion in Frage zu stellen. Es gibt Junge Leute in meinem Umfeld, die schon lange sehr missional unterwegs sind, ohne das sie überhaupt auch nur das Wort schon einmal gehört haben. Das einzige was sie gehört haben ist die Stimme von Jesus, der ihnen ihr Umfeld aufs Herz gegeben hat. Und diese Tatsache lässt mich erst recht hellhörig werden. Das jemand Worte für Dinge findet, die scheinbar bereits am geschehen sind.
    Deshalb bin ich daran, all das gehörte von Herzen zu prüfen, in der Bibel zu lesen, Jesus anzuschauen und auf Ihn zu hören.

  4. Lukas Schär says:

    Es geht in erster Line nicht darum Dinge anders zu tun, – sondern anders zu sehen!

    Genau dieser Satz umschreibt die Konferenz mit Michael Frost.
    Nicht mit bestimmten Ideen, was wir in der Gemeinde umsetzten können, sondern mit ganz konkreten Fragen, über meine Lebensgestaltung als Christ ging ich am Samstagabend nach Hause!
    In erster Linie beschäftig mich nicht die Frage, wie ich zuerst die Gemeinde umgestalten kann. Vielmehr steht bei mir persönlich die Frage nach dem Sinn, Zweck und der Form der Ekklesia im Vordergrund!
    Die Konferenz hatte eine völlig entspannende Wirkung in Bezug auf unseren „attraktionellen“ Gemeindebau. Meine Ansicht, von den vielen verschieden Programmen wegzukommen wurde bestätigt. Jedoch wurde ich umso stärker herausgefordert, persönlich missional zu leben!
    Mich freut es, dass die missionale Theologie an der Konferenz als „Rückkehr zu den Wurzeln“ genannt wurde. So kann ich mein Studium bei IGW genau mit dieser Sicht beginnen! Und jetzt geht es los!

  5. Karin Rutschi says:

    Die Konferenz mit Michael Frost war für mich ein echter Befreiungsschlag. Frost fasste in Worte, was ich in mir schon über längere Zeit gespürt habe. Obwohl ich mit dem Wort „Rettungsaktion“ (das Reinhold Scharnwoski verwendete) vorsichtig umgehen würde, bin ich sicher, dass die Botschaft von Frost mehr als nur eine dieser neuen „religiösen Wellen“ ist. Die Mission als organisierende Funktion in unsere Gemeinde zu stellen und Jesus als Vorbild zu nehmen, kann doch nicht einfach „nur“ ein Trend oder ein guter Ansatz sein?
    Ich stimme voll mit Frost überein, dass in unseren Kirchen/Gemeinden ein Paradigmawechsel geschehen muss. Doch für Frost ist es unmöglich, nur unsere Strukturen ein „wenig“ zu ändern, denn damit würde keine Gemeinde „missional“. Dieser Gedanke fordert mich echt heraus, weil ich nicht genau weiss, was das für meine Gemeinde und vor allem für mich persönlich bedeuten soll.
    Fest steht für mich nach dieser Konferenz, Gott hat uns nicht einfach aufgegeben und lässt uns in unseren „Tempeln“ schmoren. Er sendet immer noch Leute wie Frost, um uns neuen Mut zu geben und uns zu motivieren, uns ihm als seine Arbeiter zu Verfügung zu stellen. Auch wenn ich nach der Konferenz wie viele meiner Kollegen mehr Fragen habe als vorher bin ich doch überzeugt, wir müssen um Antworten ringen!

  6. Peter Mosimann says:

    Die drei Tage in Aarau waren für mich persönlich eine Horizonterweiterung, die mir gewisse Sachen die ich schon angedacht habe, bestätigte aber auch eine Herausforderung für die Zukunft in Verbindung mit meinem Dienst. Mir haben viele Aussagen von Frost eingeleuchtet und hatte auch das Gefühl, das wir in unserer Gemeinde auf einem missionalen Weg sind. Der Gendanke, dass missionale Gemeinde meistens nicht aus bestehenden Gemeinden entstehen, sondern neue Gemeinden gegründet werden müssen, beschäftigt mich sehr. Ich frage mich, ob dies wirklich nötig ist. Geht es nicht viel mehr darum, einen Paradigmawechsel bei jedem Einzelnen zu verursachen in Bezug auf meine Einstellung und Lebensstiel? Denn ich glaube das ganze Thema missional fängt bei der Einstellung jedes Einzelnen an. Und als erstes bei mir!

  7. Martin Riwar says:

    Ich war nicht am Kongress – nicht aus irgendwelchen Protestgründen, sondern weil es mir schlicht zu schnell geht. Grundlegendes sollte eigentlich im Zusammenhang mit Missionaler Theologie bedacht werden; so die Absicht. Und dies betrifft ja nicht nur die Frage einer neuen’Gemeinderelevanz‘ für die Welt, sondern – sozusagen vorgelagert – fundamentale theologische und exegetische Überlegungen, die vor allem in Verknüpfung mit der eigenen geistlichen Existenz ein paar Jahre im ‚Verborgenen‘ kosten würden. Als kleines Beispiel (von ekklesiologischen Grundproblemen und vom Verständnis des Neuen Bundes ganz zu schweigen): In welchem Verhältnis stehen Gesellschaftsrelevanz und Stellen wie 1.Joh 2,16; 2.Petr 3; 1.Kor 5,6+7a; Joh 15,18-21; Lk 17,20+21; Phil 3,10? Nein, nicht vorschnell antworten, und auch nicht einfach das Pendel früherer Extreme in die andere Richtung drücken! Gott schenke und Zeit, Geduld, Ausdauer und Gnade, Ihn und seinen Weg mit uns (und das heisst auch: Seinen Weg mit und für die Welt) zu erkennen…

  8. Alexander Maurer says:

    Grundsätzlich kann ich der Missionalen lebenshaltung zustimmen. Es ist nichts Neues unter der Sonne. Eigentlich wissen wir schon lange, was wir zu tun hätten, doch wie es bei solchen Kongressen ist, es ist immer wieder gut, das uns jemand sagt, was wir zu tun haben.

    Die grösste Frage, die mich nun beschäftigt ist, wie können wir, ohne eine neue Gemeinde zu gründen, einen Paradigmawechsel in den Gemeinden einleiten?
    Ich glaube zum grössten Teil sind wir Leiter gefragt, wir müssen zeigen, dass wir integer sind.
    Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob unser Engagement reichen wird. Nicht weil wir es nicht vorleben, sondern weil es zu herausfordern und zu unbequem ist. Das Sprichwort, der Spreu wird sich vom Weizen trennen, könnte sich bewahrheiten. Sind wir bereit, dies einzuleiten oder haben wir Angst davor? Wie weit würden wir gehen? Muss es Opfer geben, oder gibt es einen anderen Weg? Können wir dies von allen fordern oder ist es als Erstes nur unserer Verantwortung dies umzusetzen!?

  9. Lukas Kernen says:

    Nach dieser Konferenz beschäftigt mich die Frage am meisten, wie ich eine solche Missionale Theologie in unserer bestehenden Gemeinde, in welche ich eingebettet bin, umsetzen kann. Michael Frost sprach davon, dass diese Missionale Theologie vor allem in der Gründung neuer Gemeinden Anwendung findet. Ich bin aber überzeugt, dass die missionale und die attraktionale Gemeinde einander gegenseitig ergänzen und auch benötigen. Es liegt eine Herausforderung, aber auch eine Vorfreude darin, in meiner Gemeinde Bereiche zu entdecken, in denen die missionale Gemeinde Wurzeln schlagen kann.
    Ich glaube, dass auch in herkömmlichen Gemeinden, zumindest Stückweise, ein Umdenken und eine Hinwendung zu einem missionalen Lebensstil möglich ist. Wir können dies aber nicht von einem Tag auf den anderen bewirken, was ich auch bei meinem eigenen Denken feststelle, sondern müssen Schritt für Schritt mit kleinen missionalen Projekten beginnen.

  10. Letzten Dienstag hatten wir Kokuja(Koordinierte Kinder und Jugendarbeit) Gebetsabend. Als ich so in die Runde schaute und wir all die Anliegen der verschiedenen Ressorts zusammentrugen und austauschten, fragte ich mich: „stehen wir wirklich so falsch?“. Mir ist schon bewusst, dass Michael Frost nicht gesagt hat „wir“ seien falsch oder unsere Gemeinden seien grundsätzlich auf dem falschen Weg. Auch stand im Buch „Die Zukunft gestallten“ nirgends, dass die FEG Gümligen auf dem falschen Dampfer sei. Ich bin nun seit dreiundzwanzig Jahren in dieser Gemeinde und ich mag sie ausserordentlich. Ich habe sämtliche Hochs, Tiefs und gewaltige Veränderungen miterlebt. Mich beeindruckt immer wieder, mit welcher Gnade Gott uns führt.
    Schon seit meinem Teenager Alter beschäftige ich mich stark mit dem Auftrag der Gemeinde. Viele Ungereimtheiten die mir aufgefallen sind, für die ich irgendwie keine Begründung fand, haben nun Michael Frost und Alan Hirsch auf den Punkt gebracht. An der Konferenz habe ich mich oft gefragt, ob wir überhaupt etwas „richtig“ machen in unserer Gemeinde. Zeitweise hatte ich auch das Gefühl unsere Gemeinde habe überhaupt keinen Einfluss auf unsere Umgebung und die Gesellschaft.
    Um zum Kokuja-Gebetsabend zurück zu kommen. Mir wurde bewusst wie viel hier in Kinder und Jugendliche investiert wird. Wie sie durch gute Vorbilder geprägt werden. Wie Leben geteilt wird und Gottes Liebe in den Herzen wächst. Wie Menschen zu Jesus finden. Ich denke wir prägen unsere Gesellschaft sehr positiv.
    Ist die FEG Gümligen auf dem falschen Dampfer? Ich denke nicht. Aber der Kurs muss ab und zu durch einen mächtigen und gnädigen Eingriff Gottes korrigiert werden.

  11. Mirjam Sommer says:

    Das missionale Denken ist unserer Gemeinde nicht ganz fremd, daher wurde ich auch schon vor dem Kongress mit einigen missionalen Gedanken und Sichtweisen konfrontiert. Die missionale Theologie ist ja auch nichts Neues – sie wird eher wieder neu entdeckt. Da ich selber im Begriff stehe, in ein missionales „Projekt“ einzusteigen, hat mir diese Konferenz auf praktische Art und Weise sehr geholfen. Ich bin persönlich stark ermutigt worden, auf diesem Weg weiterzugehen und mich herausfordern zu lassen.
    Ich finde es wichtig, dass die missionale Gemeinde nicht ein weiteres Modell ist, das auf jede beliebige Gemeinde „übergestülpt“ werden kann, um erfolgreich zu sein. Nein, es ist vielmehr eine Denkweise und ein Prinzip nach dem wir leben und handeln können. Es wurde mir wichtig, dass unser missionales Umdenken auch unser Bild von Gott, der Gemeinde und der Menschen um uns herum prägen wird.
    Von daher möchte ich nun nicht in erster Linie an den Formen meiner Gemeinde arbeiten, sondern bei meiner Christologie beginnen und mir von dort aus die Frage stellen: Was ist das Evangelium und was will Gott mit mir, an dem Ort wo ich bin, praktisch?

  12. Reto Lussi says:

    Ich muss gestehen, dass ich nach der Lektüre des Buches Die Zukunft gestalten eher kritisch eingestellt in diese drei Konferenztage gestartet bin. In meinem Inneren widerstrebte mir der Gedanke, dass das „alte Gemeindebaumodell“ (welch ein Unwort) revolutioniert werden muss, um endlich den „wahren“ Willen Gottes auf der Erde umzusetzen. Umso erfreuter war ich dann, als ich am Donnerstagabend zugeben musste, dass Michael Frost auch mein „hartes Herz“ geknackt hatte. Sein starkes Anliegen für die 90% unserer Gesellschaft, die nicht mit dem bekannten „attraktionalen“ Gottesdienst erreicht werden können, lässt auch in meinem Herzen eine Flamme auflodern. Mich beschäftigt nun (wie wahrscheinlich erwartet) die Frage, was davon wie und wo in meinem Leben umgesetzt werden könnte?!

  13. Lukas Wäfler says:

    Im Vorfeld hatte ich Mühe mit der Michael Frost Euphorie die an einigen Orten im IGW ausgebrochen war. Auch sein Buch hat bei mir mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. Doch bereits bei dem ersten Referat ging mir ein Licht auf, als Michael über die vier Funktionen der Kirche sprach. Auch ich erlebte dass in einem Umfeld wo Mission das organisierende Element ist; Anbetung, Gemeinschaft und Jüngerschaft nicht einfach zusätzliche Aktivitäten sind, sondern aus einem natürlichen Bedürfnis heraus praktiziert werden.
    Andere Fragen blieben mir offen. Zum Beispiel: Wie sieht eine missionale Lebensübergabe, Bekehrung zu Jesus aus? Wie gestaltet sich das Gemeindeleben einer missionalen Kirche? Wo tankt eine missionale Gemeinde neue Kräfte?

  14. Rebekka Leiser says:

    Ich durfte die drei Tage Konferenz nicht nur mit IGW-Leuten, sondern auch mit unserem Pastor aus dem EGW verbringen. Es war eine sehr kostbare Zeit. Wir hatten in den Pausen genügend Zeit zu diskutieren was uns gerade beschäftigte in den Referaten von Michael Frost. Was mich am meisten beschäftigte, ist die Frage: Kann man aus einer „Alten“ Gemeinde wirklich keine Neue Gemeinde machen? In unserer Gemeinde sind die Menschen offen für etwas neues (jedenfalls kommt es so rüber). Ich glaube wenn du dies richtig machst, mit Gottes Hilfe und du nach seinem Willen handelst, so wird er unserer Gemeinde helfen, dass wir uns ändern können, etwas neues machen können. Ich denke auch, wenn du die „Alte“ Gemeinde schliesst und dann eine neue machen willst, kommen dann die Menschen die vorher gekommen sind immer noch? Fühlen sie sich nicht vor den Kopf gestossen? Möchte mir aber auch mehr die Zeit nehmen und mir die Fragen stellen, auch für die Gemeinde: Zu wem spricht Gott, weshalb lassen wir dies oft nicht zu? Wo will Gott mich/uns an welchem Ort? Ja zu wem sendet er mich und wie sieht es dann praktisch aus?

  15. Alain Revilloud says:

    Die Konferenz „die Zukunft gestalten“ war eine Wurzelbehandlung in Sachen Gemeindebau. Ein verschobenes Bild von Jesus führt zu einem verschobenen Bild der Kirche und lässt sich nicht mit Programmkosmetik beheben.

    In vielen Punkten hat Michael Frost das formuliert, was viele bereits in ihrem Innern gefühlt haben. Es kann aber nicht der Weg sein, dass wir unseren Gemeinden nun ein neues Jesus-Bild um die Ohren hauen und von ihnen verlangen, ein Glauben zu leben den sie gar nicht kennen. Die Umsetzung dieser Gedanken muss im Kleinen beginnen. Eine Inkarnation in der eigenen Gemeinde. Sind wir dazu überhaupt bereit?

  16. Christina Horber says:

    Mich hat die Konferenz und Michael Frost sehr angesprochen. Ich finde es sehr eindrücklich wie er den Kontakt zu den Menschen sucht. Zum Beispiel wie er diesem Mann, der sich von seiner Frau geschieden hat, dieses Buch mit einem Eintrag geschenkt hat. Ich wünsche mir für mein Leben und meine Gemeinde, dass wir den Auftrag von Jesus wahrnehmen. Ich glaube wichtig ist nicht, dass wir Konzepte voneinander kopieren, sondern uns davon inspirieren lassen & dass wir wirklich Zeit mit Menschen verbringen, die Gott noch nicht kennen. Denn das ist das, was unsere Leben und Gemeinden am Leben hält. Mir ist an dieser Konferenz wieder neu bewusst geworden, wie dringend es ist, Menschen für Gott zu gewinnen. Sooft drehen wir uns um uns selbst, währenddessen Menschen gar nichts von Jesus wissen, weil ihnen niemand richtig erzählt, wer Jesus ist. Ich finde es faszinierend, wie Michael in seiner Gemeinde Hobbies braucht, um Menschen zu erreichen und ich überlege mir, was ich daraus für mein Leben lernen kann.

  17. Wenn wir von Michael Frost erwartet haben, dass er uns ganz neue Gemeindebauideen bringt, dann sind wir an dieser Konferenz gewiss nicht auf unsere Rechnung gekommen. Glücklicherweise ging ich nicht mit dieser Erwartung da hin, und ich freute mich, dass Frost es schaffte, uns die biblischen Hintergründe neu ins Bewusstsein zu rufen, die für unsere Zeit relevant sein könnten. Seine Herausforderung, nicht einem Modell zu folgen, sondern konkrete, aktuelle und lokal relevante Ideen zu entwickeln sagte mir sehr zu.
    Ein junger Mann in meiner Gemeinde meinte dazu: „na ja, das ist schon gut, aber dann ist es plötzlich nicht mehr so gemütlich…!“ – und er hat gewiss Recht damit. Es fragt sich, ob unsere Gemeinden Wege finden können, aus dieser Gemütlichkeit herauszukommen, und den missionalen Weg zu entdecken, und dass Frost nicht in unseren Ideen und Wünschen stecken bleibt.
    Wenn ich sehe, wie unter den Leuten am IGW diskutiert und nach Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten gesucht wird, bin ich begeistert. Es ist wirklich zu hoffen, dass diese Gedanken auch den Weg zu den Menschen finden, und so die missio dei in unseren Breitengraden wieder zum Leben erwacht…

  18. Roman Zurbrügg says:

    Den dreitägigen Kongress erlebte ich gleichermassen erfrischend wie herausfordernd.
    Als erfrischend erlebte ich zum einen die Impulse von Michael Frost, welche auf mich wie eine Kalibrierung meines Gemeindeverständnisses wirken, zum andern den angeregten Austausch mit anderen Kongressteilnehmern. Die Herausforderung begegnet mir im Ergebnis der vorgenommenen Kalibrierung. Die gelebte Gemeindepraxis weicht weithin empfindlich von ihren biblischen Vorgaben ab, so dass eine markante Korrektur notwendig ist. Was soll korrigiert werden? Offensichtlich nicht in erster Priorität das Tun der kirchlichen Dinge, sondern die Sicht, mit der wir sie tun, was hernach ersteres umso gründlicher zur Folge haben wird. Die Perspektive ist gegeben: Kirche ist Mission, Christ sein ein missionaler Lebensstil! Ist das neu? Nein! Ich meine, in meiner Ortsgemeinde haben wir uns schon seit einigen Jahren auf diesen Weg gemacht. Neu ist vielleicht die Dringlichkeit und die Breite, in der Gott sein Volk in diese Richtung ruft. Das ist enorm ermutigend!

  19. Beat Schneider says:

    Die Drei Tagen Michael Frost waren für mich sehr Hilfreich. Zusehen was wir für Potenzial hätten, war für mich sehr Eindrücklich. Mir kamen so viele Ideen, während und nach der Konferenz die ich gerne machen würde. Die Zeit ist das Problem, um ein Projekt alleine zu starten. Das Feuer das Michael Frost in mir ausgelöst hat, ist so bereichert, dass ich lieber schon gestern als erst Heute beginnen möchte, wenn die Zeit nicht wäre. Mir wurde auch bewusst dass es in vielen Gemeinden schwierig sein wird das alte Model zu renovieren, vor allem bei den Gemeinden die etwas überaltert sind. Es währe sicher spannend zusehen, wie sich die Landeskirche mit den Gedanken von Frost verändert und wie eine lebendiger Gottesdienst wirken würde auf die Besucher?

  20. Matt Suremann says:

    Ich staune über die wenigen kritischen Betrachtungen der Frost-Konferenz. Ich habe mich vor der Konferenz bereits eingehend mit der Botschaft von M. Frost auseinandergesetzt und kam zum Schluss: „Im Westen nichts Neues“, bzw. „Down under nichts Neues“. Ich denke, Martin Riwar spricht mir mit seinem Blog aus dem Herzen!

    Erstaunt hat mich auch, dass sich Frost in seinem letzten Referat am Samstag zum Thema „Der wilde Christus“ auf Erkenntnisse bezieht, die schon sicher 10 Jahre alt sind („Hat die Bibel doch recht?“).

    Auch können wir meiner Meinung nach noch lange von Paradigmawechsel sprechen, solange wir nicht auch bereit sind einen gewissen Kulturwechsel vorzunehmen. Der Grossteil der christlichen Gemeinden funktioniert immer noch nach dem „Hobby-Prinzip“, was heisst, die Gemeinschaft, die gemeindlichen Aktivitäten begrenzen sich lediglich auf das Wochenende! Wie wollt Ihr, liebe Christen verstehen, was missionale Gemeinde bedeutet, solange Ihr in diesem Denkmuster behaftet bleibt…? Ich wünsche Euch viel Erfolg, Kraft und Ausdauer beim Umsetzen…! 🙂 Ich schliesse Euch sehr gerne in meine Gebete mit ein! 🙂

  21. Tanja Bühler says:

    „… die Welt mit anderen Augen sehen“

    Am meisten berührte mich Michael Frost mit seiner Aussage: „not just doing things differently – but seeing things differently!“ Denn er hat so recht! Gehen wir – als Gesandte Gottes – mit offenen Augen (und all den anderen Sinneswahrnehmungen) durch die Strasse, brauchen wir nicht erst in ein fremdes Land zu gehen oder unsere Kirche neu zu erfinden. Hier – heute – jetzt! Gott und seine Mission ist überall! Und Gott braucht uns, jeder einzelne als sein Werkzeug. Worauf warten wir noch? Sind wir bereit das Kreuz Jesu auf uns zu nehmen und ihm zu folgen? Und lassen wir uns von der Gnade Gottes inspirieren? Denn die Inkarnation einer Kirche beginnt im Herzen jedes einzelnen Christen …

  22. Koller Emanuel says:

    Grundlage eines missionalen Lebensstiels!

    In diesen drei Tagen wurden wir herausgefordert die Gemeinde von verschiedenen Seiten zu beleuchten. Unsere Väter haben einen wertvollen Dienst gemacht. Heute sind wir die Generation die anfängt die Gesellschaft zu prägen. Wir müssen die aktuellen Themen neu andenken. Wie sollte die Gemeinde heute sein? Wie sieht ein missionaler Lebensstil aus? Und wie können wir die heutige Gesellschaft prägen? Das sind Fragen die für mich an diesen Tagen zu wichtigen Themen wurden. Diese Fragen sind für mich immer noch offen. Darum sage ich weiterhin, habe Mut zum „inkarnierenden“ Lebensstil, es ist nicht so kompliziert. „Inkarnierend“ kann man auch als „liebenden“ auswechseln. Die Grundlage zu diesem Lebensstiel kann durch 1.Kor 13 1-13 angewendet werden.
    Der Schluss von diesen Tagen sind für mich:“ Lebe bewusst dort wo du bist. Und schaue die Not an, in denen die Menschen in deiner Umgebung stehen.“ Wenn wir lernen die einzelnen Menschen zu lieben, so fangen wir an sie zu verstehen und sie verstehen auch uns.
    Michael Frost hat uns viele Ideen und Gedankenanstösse mitgegeben, wie wir unser Leben einsetzen können. Jesus Christus ist das beste Beispiel wie man „inkarnierend“ in dieser Welt leben kann. Er lebte in der jüdischen Gesellschaft und lernte alle Finessen der Kultur kennen. Jesus wurde Mensch, um uns die Botschaft von seinem Vater weiterzugeben (Joh. 3,16). In jedem Schritt hat Jesus den Auftrag von seinem Vater erfüllt. Wir tun gut daran, wenn wir den Kernauftrag wieder wahrnehmen. Werde stille und höre auf Gott, bleibe ihm ergeben und mache was er dir sagt. Jesus sagte zu den Menschen:
    Und ich sage euch: Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet werden! (Luk. 11,9).

  23. Marcus Kuemin says:

    Ich schliesse mich ein wenig der Meinung von Matt Suremann an, und bewundere sichtlich die vielen Jasager: Ja (!) zur Gemeinde; Ja (!) zur Weltmission; Ja zu jedermanns Gesandtsein (!); wir singen einmal mehr fröhlich, frenetisch und beinahe schon extatisch Ja-Ja-Ja! Wir bejubeln uns also selbst im Kanon, packen unsere sieben Sachen und sprinten gleich voller Elan gleich drauflos, um den verwirrten Sündern der säkularen Welt unseren idealistischen Glauben aufzudrängen; Ja-Ja-Ja! Denn: „Gott ist ein gesandter Gott, folglich muss auch sein Volk ein gesandtes Volk sein.“ Also deshalb rennen wir alle mal gleich drauflos – und wissen dabei selbst nicht, wo wir in der Welt stehen.
    In unserer Hand liegt nun zwar – danke Michael Frost – eine topografische Karte und ein funktionierender Kompass, aber das alles nützt einem nichts, wenn wir uns selbst nicht auf dieser Karte zu finden wissen. Herr Frost hat drei Tage lang mit viel Engagement Koordinaten vorgegeben, wie wir auch die restlichen verlorenen Schafe noch durch die Himmelspforte führen können. Der mutige Schlachtruf lautete dabei: “Follow the mission Dei into strange places”! Hmm… seit ich bei IGW bin, höre ich solche und ähnliche Sätze (nichts Neues unter der Sonne)… Ich lade also alle, die bereits heftig am rennen sind, mal an die Ecke Militärstrasse-Langstrasse (ZH) oder auf die Zeughauswiese (ZH) ein, um ihrem Glauben an solchen strange places Tribut zu zollen.
    Aber irgendetwas sagt mir, dass alle meine Versuche „fromme“ Menschen dorthin einzuladen, fehlschlagen werden. Herr Frost ging mir persönlich deshalb einen Schritt zu weit; denn bevor ein Kind rennt, lernt es erst mal zu krabbeln. Drei lange, lange Tage hätten wir demnach Zeit gehabt, in ersten, langsamen und behaglichen Schritten die Grenzen unserer Gemeinde und Gemeindestruktur, aber auch die Grenzen in uns selbst analytisch zu erörtern. Aber wir sind gleich von Null auf Hundert losgerannt, denn „Be inspired by previent grace”… Ich halte also meine Augenlider offen an solchen „strange Places“ und halte ein Glas Wasser für die „inspired by previent grace-Rennenden“ bereit…

  24. Wilhelm Risto says:

    Eine Woche dannach. Zum einen muss ich festhalten, dass ich die Konferenz wesentlich besser fand als das Buch- Die Zukunft nue gestalten. Ich habe mich über das Buch recht geärgert – weil es voller Wiedersprüche ist und uralte Erkenntnisse – als eine „neue Sichtweise“ verkauft werden. Auf der einen Seite verwirft Michael Frost das „alte“ Kirchenmodell – auf der anderen Seite argummentiert er laufen im „alten“ System. Eröffnug von Kaffee´s gelten innovativ und neue Wege zur Gemeindeform und um Menschen an ihren Orten zu erreichen. Da fällt mir ein, genau das hat doch auch schon die Teestuben Bewegung in den 80ér Jahren gemacht. Und machen wir uns doch nichts vor, wir sind alle etwas pragmatisch veranlagt. In einigen Jahren werden wir wiederum zurückblicken und uns fragen: Was hat uns das jetzt gebracht? Und auch dann werden wir erneut feststellen – Wir brauchen einen „neues“ missionales Herz! Ich finde es gut, wenn der missionale Lebensstiel wieder neu in den Mittelpunkt unseres Lebens kommt – aber tun wir doch nicht so, als hätten wir das Rad neu erfunden! Ich bin voll und ganz damit einverstanden, dass das Wesen einer Gemeinde missional sein muss. Aber nur? Ich frage mich, ob Gott uns „nur“ durch die missionale Brille anschaut? Mir fallen dazu die Sendschreiben aus der Offenbarung ein – und ich glaube, dass Gott mehr sieht.
    Wir müssen auch nicht die „anderen“ in unseren Gemeinden verändern wollen – Eine Gemeinde wird nur so missional sein, wie ihre Leiter und ihre „Einflusspersonen“. Ich glaube wir tun den Gemeinden unrecht, indem wir abwertende Aussagen veralgemeinern. Ich erlebe so viele Menschen mit einem Amliegen für ihr direktes Umfeld,- dieses mit der Liebe Gottes zu erreichen. Ich finde dass das Bewustsein vorhanden ist. Und wenn Michael Frost behauptet – er hat in seinem Dienst als Baptisten Evangelist tausende Menschen zu Jesus geführt, die allerdings eher aus „frommen“ Hintergrund kamen und diese „nur“ 10% der Bevölkerung ausmachen. Sind denn die, vielleicht 20, die sich durch eine Kaffee-Arbeit zu Christus bekehren – wertvoller als die tausen?

  25. Elias Knupp says:

    Am meisten beschäftigt mich, dass wir eine drei tägige Konferenz durchführen müssen, um über unser ehrwürdigsten Auftrag zu sprechen; nämlich Menschen das Evangelium weiterzugeben. Ich bin selber immer wieder schockiert über meinem Unbewusst sein von der Dringlichkeit dieses Auftrages. Diese drei Tage haben mich motiviert wieder neu zu überlegen, wie wir das Evangelium den Menschen weitergeben können. Michael hat gute und praktische Tipps dafür gegeben. Das neue Denken über die Gemeinde und ihrer Bedeutung hat mich aufgerüttelt. Was mich allerdings nach diesen Tagen beschäftigt hat ist, dass dieses neue Denken über die Gemeinde im Vordergrund gestanden hat. Der schlagende Vers des Römerbriefes (Röm. 1,16) besagt doch, dass die Nachricht vom Evangelium das Wesentliche ist; ja Paulus beschreibt sie als Kraft Gottes. Eine Kraft die Seelig macht. Eine Kraft, die steinerne Herzen in fleischerne verwandelt. Eine Kraft, die alle Philosophie in den Schatten stellt. Ist nicht das Evangelium der Schlüssel? Manchmal habe ich den Eindruck, dass es uns nicht an Kreativität fehlt, sondern am Wille, Menschen zu erreichen. Ich habe das Gefühl, dass uns die Freude am Evangelium vergangen ist und die Nachricht von Jesus dem Gekreuzigten und Auferstandenen nicht mehr nahe geht. Aber im Allgemeinen hat mich die Konferenz ermutigt und das Feuer von Michael für verlorene Menschen enorm gefreut.

  26. Sarah Dosch says:

    „Freude bringen, wo Trauer herrscht; Hoffnung bringen, wo Angst ist; …“

    Diese Definition von Mission hat mich sehr angesprochen. Michael Frost erklärte dazu, dass es darum gehe, sich zu überlegen, was das Evangelium für die Menschen ist, mit denen man zu tun hat und demnach zu handeln. Ein solches Verhalten als Mission zu bezeichnen war für mich relativ neu. Es bedeutet, dass man mit offenen Augen durchs Leben geht, auch einmal von sich selbst wegzuschauen und die Mitmenschen und ihre Bedürfnisse zu bemerken. Mission bedeute also nicht bloss, anhand von oft komplizierten Programmen und Strategien die Menschen zu evangelisieren. Das hat mich beruhigt, da ich mich mit einer solchen Art von Evangelisation etwas schwer tue. Aber nach Michael Frost hängt die Mission nicht nur von Evangelisten ab, sondern ist viel breiter und meiner Meinung nach auch einfacher zu verstehen. Jeder Dienst und auch, oder vielleicht vor allem soziales Engagement hat seinen Platz in der Mission. Das habe ich an dieser Konferenz so richtig begriffen. Darüber war ich sehr glücklich und konnte auf meinem Stuhl kaum mehr still sitzen(;!

  27. Oliver Leiser says:

    Michael Frost hat in diesen Tagen etwas angesprochen, wonach sich wohl viele Christen sehnen: Danach, dass wir Christen wieder relevant der Gesellschaft dienen können; dass wir Personen mit dem Evangelium erreichen, welche nie den Schritt über die Schwelle in eine Gemeinde wagen würden; dass auch bei uns eine Erweckung möglich sein kann; dass wir lernen, unseren Blick nicht nur nach innen zu richten… Ich fragte mich jedoch, wo während der Konferenz diejenigen Stimmen waren, die uns zur Vorsicht mahnen; die uns zur Geduld mahnen; die uns auf unsere Wurzeln und unsere Geschichte aufmerksam machen.
    Muss das Umdenken in unseren Köpfen stattfinden, das Michael Frost fordert? Ohne Zweifel. Doch hat er uns auch gezeigt, wo dieses Umdenken beginnen soll: in der Christologie, nicht in der Ekklesiologie. Gerade deshalb ist die missionale Kirche auf eine kritische Diskussion angewiesen, damit sie „das Kind nicht mit dem Bade ausschüttet“, wie Reinhold Scharnowski dies ausdrückte.

  28. Mike Schaerer says:

    Eine Woche nach dieser Konferenz stelle ich fest, wie mich immer noch einige Fragen, die bei mir durch die Impulsen von Frost ausgelöst wurden, ziemlich beschäftigen. Auch wenn ich durch ein traditionelles Gemeindesystem geprägt wurde, fing ich an dieses System zu hinterfragen. Mal ganz ehrlich, wer erlebt es noch, dass ein Bekannter von uns der Nicht-Christ ist, auf eine Einladung von mir am Sonntagmorgen in die Kirche kommt?! Möglicherweise klappt das be euch noch, bei mir jedenfalls nicht…Hingegen wenn eine Gemeinde als Plattform dient, damit ich persönlich ausgerüstet und ihm Glauben gefestigt, ermutigt und gestärkt werde, um danach zu den Menschen zu gehen, macht für mich Gemeinde durchaus noch Sinn. Sie sollte aber auf jeden Fall als Ziel haben, Menschen in der Welt, dort wo sie leben zu erreichen und dort mit ihnen Beziehungen aufbauen. Sehr gefallen hat mir die Illustration über die Aufgabe von uns Christen. Wir sollen die besten „Trailer“ kreieren um die Leute auf die „Big-Party“ mit Gott in der neuen Welt schmackhaft zu machen! Darum geht es doch?! Wie, wo und in welcher Form wir das tun ist meiner Meinung nach sekundär. Persönlich studiere ich an der Frage herum: „Zu welcher Menschengruppe oder zu welchen Leuten Gott mich denn senden will?“ Ich glaube das ist eine grundlegende Frage die sich jeder stellen sollte, der einen missionalen Lebensstil führen will! Schon mehrmals gehört aber wieder neu bewusst geworden ist mir eine weitere Aussage von Frost: Gehe nicht alleine, finde Menschen welche den Auftrag mit dir zusammen teilen, um gemeinsam anderen Menschen so zu begegnen, damit sie Gott kennen lernen können! Lasst uns anfangen, dort wo wir leben oder wo wir hingehen damit zu rechnen dass Gott schon da ist und uns gebrauchen will um einen Unterschied an diesem Ort zu machen!

  29. Urs Oester says:

    Schon länger beschäftigt mich das Thema „missionale Gemeinde“. Meiner Meinung nach neigen viele Christen dazu, den Sonntagsgottesdienst zu besuchen, sich berieseln zu lassen und am Montag wieder in den normalen Alltag zurückzukehren. Damit meine ich nicht, dass das Auftanken im Gottesdienst schlecht wäre. Zudem haben auch die jahrzehnte- oder gar jahrhundertelangen Traditionen ihren Sinn und dürfen nicht von heute auf morgen ausgeblendet werden. Ich denke, dass wir durch ein sinnvolles Überprüfen unserer Traditionen und den Gedanken von Michael Frost der „missionalen Gemeinde“ schon beträchtlich näher kommen. Eine Brücke erfüllt ihren Zweck nur, wenn sie über den fliessenden Strom gebaut wird. Ich glaube, wir dürfen den Menschen nicht einfach ihre Fundamente entreissen. Jedoch sollten wir uns ernsthafte Gedanken darüber machen, wie wir unsere oftmals attraktionalen zu inkarnatorischen Gemeinden transformieren können. Es kann und darf nicht sein, dass wir Christen uns nur um uns selber drehen, denn in der Zwischenzeit gehen Menschen verloren, wenn wir nicht handeln. Konkret denke ich da z. B. an unsere Teenagerarbeit, in der ich grosse Chancen sehe, den Erwachsenen von morgen eine positive Prägung für ihr Leben mitzugeben.

  30. Tobias Bausch says:

    Diese Konferenz hat mich sehr bewegt. Über die letzen Jahre habe ich mich langsam daran gewöhnt, dass ich einiges im Reich Gottes anders betrachtet habe als viele meiner Glaubensgeschwister. Ich bin es gewohnt ein „Querdenker“ zu sein. Nach dem ersten Referat von Michael Frost war ich richtig erschrocken. Was ich hier erlebt habe war eine total neue Erfahrung. Plötzlich spricht da ein Mann genau das aus, was mich schon seit vielen Jahren beschäftigt und was ich seit gut zwei Jahren, zusammen mit einem kleinen Team zu leben versuche. Was dieser Mann formulierte entsprach zu 100% dem, was Gott mir aufs Herz gelegt hatte.
    In den Tagen darauf erinnerte ich mich, wie ich über Jahre immer wieder gebetet habe, dass Gott mich zubereiten möge für Zeiten des Aufbruchs und der Erweckung. Zu realisieren, dass Gott Menschen auf anderen Seite des Erdballs dieselben Werte wie uns vermittelt, erfüllt mich mit tiefer Ehrfurcht und Dankbarkeit. Ich bin überzeugt, dass wir in der ersten Welt noch einmal einen grossen Aufbruch erleben werden und ich freue mich enorm, ein Teil davon sein zu dürfen.

  31. Jessica Zehnder says:

    Müde, nachdenklich und auch etwas aufgewühlt machte ich mich nach den drei intensiven Konferenztagen wieder auf den Nachhauseweg. In meinem Kopf schwirrten jede Menge Fragen. Die Frage nach dem „Was nun?“ drängte sich jedoch in den Vordergrund. Ich entschied mich dazu, nicht zu warten bis ich alles kritisch analysiert und alle meine Fragen beantwortet habe, um auf das Gehörte, Taten folgen zu lassen. Diese drei Tage haben mich unter anderem neu dazu motiviert Gottes bedingungslose Liebe auch bedingungslos weiterzugeben!

  32. Sarah Nullmeyer says:

    Ermutigt, gefrustet, nachdenklich, euphorisch… – so ungefähr sehen die Auswirkungen der Konferenz bei mir aus. Vielleicht ist es die Kombination mit dem Kurs Gemeindebau, die solch einen Impact auf mich ausübt. Evangelisation, Mission, Christsein im Alltag, oder wie auch immer man dem sagen möchte – das bewegt und beschäftigt mich!
    Endlich hat es mal jemand geschafft, meine Denkprozesse und Herzensregungen der vergangenen Monate in Worte zu fassen. Klar ist deswegen trotzdem nichts. Ich habe mehr Fragen als vorher. Aber eine konkrete Fragestellung, habe ich mitgenommen: Wie sieht das Evangelium in deinem Umfeld aus? Eine sehr praktische Frage, die ich mir seither mehrmals im Alltag gestellt habe.
    Ich liebe das Bild vom Salz, dass hinaus geht und sich in den faden Teig ‚der Welt’ mischt und dort Jesus verkörpert. Nur hab ich jetzt ein Problem: Momentan frustriert mich Gemeinde mit all den Komm-Strukturen, die so viel organisatorischen Aufwand benötigen und – meines Erachtens – irgendwie am Leben vorbeizielen. Persönlich merke ich, dass ich anstatt in die Gemeinde zu gehen, viel lieber mit meinen Nachbarn eine Grillparty schmeissen würde und ihnen davon erzähle wofür mein Herz schlägt – eben einfach von Jesus. Ist das nicht Gemeinde bzw. Gottesdienst?

  33. Matthias Gremlich says:

    Bei solchen Konferenzen ist es doch meistens dasselbe, man ist total fasziniert und begeister von den neuen Dingen, aber nach ein paar Tagen kommt man wieder in den alten Trott. Nun weiss ich nicht recht, ob dies positiv oder negativ ist. Auf der einen Seite ist es gut, wenn man nicht wie eine Windfahne hin und her weht, aber auf der anderen Seite bleibt man so schon viel eher im Status quo.
    Ich hatte mich in letzter Zeit oft gefragt, ob unser Kirchenmodel überhaupt noch aktuell ist, oder wieso wir gewisse Dinge so oder eben nicht anders tun. Mich begeistert bei Frost die unglaubliche Liebe für die Menschen. Es gab noch viel mehr was mich bewegt, aber da muss ich noch für mich durch buchstabieren.

  34. Dina Burri says:

    Missionale Gemeinde – Was könnte dies bedeuten? Frost hat einige Gedankenanstösse und mögliche Antworten dazu geliefert, jedoch stellt sich diese grundlegende Frage für mich immer noch… Was bedeutet es, in meinem Umfeld missional zu leben und meine Gemeinde in eine missionale Gemeinde umzuformen? Ist dies überhaupt möglich? Ist es überhaupt erwünscht? Nötig? Da es nicht mein Wunsch oder Anliegen ist, jetzt eine neue Gemeinde zu gründen, sind mir in diesen drei Tagen mit Frost bedeutend mehr Fragen als Antworten aufgegangen, welche es nun zu bewegen und zu überdenken gibt…

  35. Heinz Berger says:

    Welches ist das organisierende Element unseres Gemeindelebens? Sind bei uns der Gottesdienst, die Gemeinschaft und die Jüngerschaft diejenigen Elemente, welche die Mission organisieren? Ich fand diesen Einstieg von Michael Frost sehr interessant und wurde sofort ins Thema mitgenommen. Die Mission als Triebfeder des Gemeindelebens > Frost meinte, dass unsere Gemeinden als Bild, wie man uns wahrnähme, gewinnen würden.
    Dass wir als Gemeinde nicht nur Selbstzweck sind, war mir schon vorher klar. Ich stamme aus einer gesunden, wachsenden Gemeinde und es wird bei uns stark gelehrt und gelebt, dass wir im Alltag ein Licht sein und Freunde für Jesus gewinnen sollen.
    Und doch hatte die Botschaft von Michael Frost etwas Neues – etwas Radikales, das mich gefangen nahm. Ich liebe meine Gemeinde und denke wir sind auf dem guten Weg – und doch gibt es in diesem Thema noch viel zu lernen und umzusetzen. Ich freue mich darauf!
    Momentan bin ich bei der Frage hängen geblieben, ob Frost genau die gleichen Ideen weitergeben würde, wenn er nicht ein ausgesprochener Evangelist wäre. Würden seine Denkanstösse genau gleich lauten, wenn er z.B. mehr ein Hirte oder Prophet wäre?

  36. Severin Fitze says:

    Diese drei Tage mit Michael Frost haben mich sehr herausgefordert. Am meisten Beschäftigt mich, wie ich Zeit an dritten Plätzen wie Sportvereine und ähnliches verbringen kann um Freundschaften und Kontakte zu Nichtchristen zu finden. Um mein „Christ-sein“ in der Welt vorleben zu können. Ich denke, dass gerade dies, ein grosses Problem der Christen und vor allem der „Vollzeiter“ ist, dass sie neben der Gemeinde und der Familie keine Kontakte mehr pflegen können. Und dies aus dem Grund, dass sie schlicht keine Zeit mehr dazu haben.

    Ein weiterer Punkt was mich beschäftigt ist, wenn wir keine Gemeinde mehr hätten in der sich Christen Treffen, wie und wo würden dann die jungen Christen in ihrem Glauben gestärkt?

  37. Das Kongressthema „Missionale Gemeinde“ hat mich schon länger bewegt. Aber wen bewegt dieses Thema schon nicht? Christen sind wahre Rekordhalter, wenn es darum geht, möglichst viel Zeit in Diskussionen, Beratungen und Gesprächen zu verpuffen. Ist attraktional wirklich so schlecht, wie es Michael im Buch beschreibt? Entspricht unsere Kirche der Vorstellung Gottes? Mit vielen solchen Fragen beschäftigen wir uns fast täglich.
    Mehr als solche Fragen beschäftigt mich die Frage, wie kann unser Dorf für das Anliegen Got-tes gewonnen werden? Und hier müssen wir lernen, kreativ zu werden. Michaels Ideen sind schön und gut, passen sicher auch in die jeweilige Situation hinein. Wir müssen lernen, nicht über die perfekte allgemeine Kirche nachzudenken, die dann überall funktionieren soll. Ich will herausfinden, welche Form von Kirche mein Dorf braucht und wie die Menschen für das Anliegen Gottes gewonnen werden können. Wir müssen handeln und weniger diskutieren!

  38. Claudia Grimm says:

    In meinem Kopf tummeln sich ständig neue Gedanken. Wie soll es bei mir weitergehen? In zwei Monaten muss ich wegen dem bevorstehenden Wohnortwechsel eine neue Gemeinde suchen. Mein Interesse galt einer Gemeinde, die mit dem Auto in 20 Minuten erreichbar ist. Nach der Konferenz zweifle ich nun sehr an dieser Entscheidung. 20 Minuten Wegzeit sind mir plötzlich zuviel. Ich möchte die Menschen vor Ort kennen lernen. Das wird auf diese Distanz schwierig werden. Wenn ich in einer Gemeinde bin, möchte ich auch zusammen mit den Menschen in einem Dorf leben. Das heisst für mich auch die Vereine zu besuchen, die im Dorf sind und mit den Menschen Kontakte zu knüpfen. Wie kann ich den Menschen dienen, wenn ich dafür extra immer anreisen muss? Nach der Konferenz tauchen bei mir immer wieder neue Fragen auf. Um in einer missionalen Gemeinde sein zu können, muss ich zuerst mein Leben ändern.

  39. Gisele Zürcher says:

    Jesus immer ähnlicher werden. Was Michael Frost an der Konferenz aus seinem Leben und seiner Erfahrung berichtet, klingt für mich eigentlich wie das normale Christenleben. Wenn wir Jesus lieben, in ihm sind (Joh.15), dann wandelt sich unser Leben automatisch, sozusagen organisch. Die Gemeindeform spielt dann plötzlich nicht mehr so eine wichtige Rolle, denn unser Lebensstil wird Begegnungen mit Menschen schaffen. Natürlich ist es ermutigend zu hören, wie andere Christen ihr Leben und ihre Gemeinde gestalten. Aber Jesus möchte keine Nachahmer, keine Kopierer, keine Scheinheilige, sondern Nachfolger. In erster Linie möchte ich direkt in der Gemeinschaft mit Jesus sein und ihn lieben. Sobald ich Jesus ähnlicher werde, ist der Ausdruck seiner Liebe in mir missional. Missionale Gemeinde heisst für mich, Menschen zu ermutigen, Gott persönlich kennen zulernen, seinem Herzen nahe zu sein und von seiner Liebe erfüllt und geleitet zu sein.

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