Cox und die Kirche der Zukunft

Durch Zufall bin ich vor einiger Zeit auf ein kleines Buch mit dem Titel Der Christ als Rebell oder Streitreden gegen die Trägheit von Harvey Cox gestoßen. Mir scheint, dass der Autor ein gutes Feeling dafür gehabt hat, auf welche Veränderungen die Kirche in Zukunft zugeht. Ich muss dazu sagen, dass das Buch in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts erschienen ist. Er hat seine Gedanken demnach vor über 40 Jahren zu Papier gebracht. Er schreibt folgende bemerkenswerte Sätze:

Die Kirche der Zukunft wird kleiner, beweglicher, flexibler, sehr viel disziplinierter und in bezug auf die Form ihres gottesdienstlichen Lebens vielseitiger sein. Sie wird viel fröhlicher und sehr viel weniger feierlich sein, als wir es sind, wenn wir zusammenkommen. Sie wird viel weniger predigerorientiert, viel weniger kultisch, dafür diskussionsfreudiger und bereiter zum Geben und Nehmen sein.

Aus: Cox, Harvey 1968.  Der Christ als Rebell oder Streitreden gegen die Trägheit,S. 71f.

Wenn ich solche und weitere Sätze lese, dann staune ich darüber, wie nahe die Beschreibung der missionalen Gemeinde ist.

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2 Responses to “Cox und die Kirche der Zukunft”

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  1. Joël Sommer says:

    Cox hat noch andere interessante Bücher geschrieben. Er war Professor an Harvard University und hat ein nicht alltägliches Buch über die Pfingstkirchen geschrieben – er selber hat sich meines Wissens nie zu dieser Richtung gezählt. Alle Pfingstler sollten „Fire from Heaven“ gelesen haben. Auch für einen Nichtpfingstler wie mich war es eine wahre Freude.

  2. BroccOli says:

    Pflichte dem Zitat bzw. der „Prognose“ und deinem Kommentar zu, Tobias, – zumindest in der Tendenz.

    Vermutlich wird man das nicht generell und von jeder Kirche sagen können und vielleicht auch nicht sasgen müssen. Ich gehe davon aus, dass die „Kirche der Zukunft“ (hat sie nicht schon begonnen?) auch weiterhin in vielfältiger Gestalt daherkommen wird.

    Wie sich eine „missional emergierte Jesus-Gang“ letztlich individuell auch immer konstituieren wird, solche und weitere Merkmale wird sie wohl bis auf Weiteres aufweisen – in unterschiedlichster Ausprägung und auf ihr spezifisches soziales und kulturelles Umfeld („Subkultur“) hin angepasst. Zumindest deckt sich das mit meinen und unseren Erfahrungen in der schönsten Stadt der Schweiz ;-).