Die Grundlage der missionalen Theologie (1/6)

„Missionale Theologie weiss sich einer umfassenden biblischen Grundlage verpflichtet. Sie gründet auf Leben und Werk von Jesus Christus, auf dem Missionsbefehl (Mt 10, Mt 28, Mk 16, Lk 24, Apg 1) und auf dem Alten Testament.“

Im März 2009 hat IGW „12 Thesen zur missionalen Theologie“ veröffentlicht, die seither rege diskutiert werden. Viele fragen sich: „Was bedeutet dieser Satz für mein persönliches Leben und für das meiner Kirche / meiner Gemeinschaft / meines Werkes?“

In den kommenden Wochen gehen geben IGW-Studierende ihre Gedanken dazu weiter. Der nachfolgende Post in ein Gastbeitrag von Sarah Dosch, Matthias Gremlich, Reto Lussi und Jessica Zehnder, der sich mit der obigen These (These 1 von 12) auseinandersetzt.

Da sich Missionale Theologie einer umfassenden biblischen Grundlage verpflichtet weiss, ist es die Aufgabe der heutigen Gemeinde, diese ernst zu nehmen und nach Möglichkeiten der Umsetzung zu suchen. Dabei nehmen Jesu Leben und Wirken eine zentrale Rolle ein, ist es doch unser Ziel ihm gleich zu werden (Röm 8,29). Mit der Lesung aus der Schriftrolle in Lk 4,17ff bezeichnet Jesus den Auftrag seiner Sendung. Den Armen die Gute Botschaft zu verkünden, Gefangenen Freiheit auszurufen, den Blinden, dass sie sehen werden, Unterdrückten, dass sie frei werden und das angenehme Jahr des Herrn zu verkünden; das sind die Eckpfeiler der Sendung von Jesus und damit auch von unserer Berufung.

Um diesen Auftrag nach aussen wahrzunehmen, bedarf es einer konstanten Sammlung und Sendung. Wir sehen im Leben von Jesus beide Schwerpunkte, hat er doch einerseits die Jünger gesammelt, indem er sie zu sich gerufen, gelehrt und trainiert hat und andererseits immer wieder auch ausgesendet, um sich selbst zu multiplizieren. Den Höhepunkt dessen finden wir im Ereignis der Himmelfahrt Jesu, welches das Wirken „sammelnde Wirken“ des Heiligen Geistes an der Gemeinde mit ihrem Sendungsauftrag untrennbar verbindet (Apg 1,8).

Wir können den Auftrag der Sendung jedoch nicht nur bei Jesus und seinen Jüngern beobachten, sondern finden es auch im Alten Testament. Schon durch den Glauben und die daraus folgenden Taten des Volkes Israel sollten die Nationen Gottes Allmacht und Barmherzigkeit erkennen (2Mos 21,1ff.22,20–23,9; 3Mos 25,1ff; 5Mos 10,17ff). Wie die neutestamentliche Gemeinde sollten auch sie Gottes Licht in der Welt leuchten lassen (Mt 5,14f). Nur ein Glaube, der sich auch in praktischen Taten zeigt, ist im Sinne Gottes (Jak 2,26). Und deshalb ist es unsere Bestimmung, dass wir unsere Sendung erkennen und diese wahrnehmen.

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