Die Grundlage der missionalen Theologie (4/6)

„Missionale Theologie versteht den Begriff der Bibeltreue umfassend. Sie strebt ein Gleichgewicht von Wort und Tat an (Orthodoxie und Orthopraxis) und misst die Treue zur Bibel nicht nur am Festhalten an der Wahrheit, sondern auch an der Fähigkeit, das Evangelium in der Welt zu inkarnieren.“

Der nachfolgende Post in ein Gastbeitrag von Sascha Bertschinger, Oliver Leiser, Lukas Schär und Michael Schaerer, der sich mit der obigen These (These 4 von 12) auseinandersetzt.

Verkünde das Evangelium so oft du kannst, wenn nötig gebrauche Worte – Franz von Assisi, 12. Jh.

Ist missionale Theologie etwas Neues? Mit Sicherheit nicht. Der erste missionale Akt, wo Wort und Tat zusammenwirkten, war die Schöpfung. Gott sprach und es wurde. Auch Jesus hat Wort und Tat miteinander verknüpft. Er ging zu den Notleidenden, diente ihnen und erzählte ihnen das Evangelium. Vielleicht, besser gesagt offensichtlich, ist die missionale Theologie bei uns in den letzen Jahrzehnten in Vergessenheit geraten, oder wir setzen andere Schwerpunkte. Wir sind Meister darin, Gottes Liebe und sein Evangelium zu verkündigen, wissen aber oft nicht mehr, wie wir Gottes Liebe den Menschen im praktischen Leben zeigen können.

Viele Möglichkeiten gibt es heute, um einen Kurzeinsatz in fernen Ländern zu machen. Dort ist es auch einfach, den Menschen zu dienen. Es ist offensichtlich, dass jemand, der am Verhungern ist, etwas zu Essen braucht und jemand, der in der Nacht friert, eine warme Decke benötigt. Woran liegt es, dass wir den Menschen in unserem Umfeld nicht mehr helfen (können)? Wissen wir überhaupt, in welchen Nöten sie leben? Hier in der Schweiz haben die meisten genug zu essen und ein warmes Bett in der Nacht. Die Mängel liegen hier ganz wo anders. Viele Menschen sehnen sich heute nach tiefen, echten Beziehungen und Freundschaften. Wenn wir den Menschen in unserem Umfeld dienen wollen, müssen wir hier anknüpfen. Sie brauchen kein Brot um zu überleben, was sie brauchen sind Freundschaften, die sie durchs Leben tragen.

Gerade in der heutigen Zeit, in unserem Umfeld reicht es nicht, wenn wir einfach Worte verlieren. Wenn wir in der Schweiz einem Durchschnittsbürger sagen, dass er Jesus braucht, wird er berechtigt fragen, wozu? Ich habe doch alles, was ich für mein Leben brauche, wird seine Antwort sein und er hat nicht unrecht. Klar wissen wir, dass er dadurch nicht gerettet ist, jedoch wird ihn das in diesem Moment nicht wirklich interessieren, weil er ja alles hat. Die zweite Möglichkeit die wir haben, ist ihm zu sagen, dass sein Leben hier mit Jesus besser sein wird, als es jetzt ist. Darauf wird sich auf seiner Stirn ein grosses Fragezeichen bilden. Glauben wird er uns dies nur, wenn er es an unserem Leben sieht. Wenn wir also nicht mit Überzeugung sagen können, dass unser Leben mit Christus ein Gewinn ist und wir ihm dies nicht mit Beispielen erläutern und vorleben können, werden wir schlechte Karten haben.

Auch in der heutigen Zeit, in unserem Umfeld wird es nicht reichen, den Menschen nur das Evangelium zu predigen, wir müssen es ihnen vorleben, damit sie sehen und glauben können, was wir ihnen predigen.

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