Die Grundlage der missionalen Theologie (5/6)

„Missionale Theologie setzt grenzüberschreitende Lernbereitschaft voraus. Sie hört auf die Brüder und Schwestern in unseren Kirchen sowie auf unsere Brüder und Schwestern in der 2/3 Welt, die durch ihre ganzheitliche Denkweise den Weg zu einer missionalen Theologie vorgezeichnet haben.“

Im März 2009 hat IGW „12 Thesen zur missionalen Theologie“ veröffentlicht, die seither rege diskutiert werden. Viele fragen sich: „Was bedeutet dieser Satz für mein persönliches Leben und für das meiner Kirche / meiner Gemeinschaft / meines Werkes?“ Der nachfolgende Post in ein Gastbeitrag von Severin Fitze, Urs Oester und David Schmid, der sich mit der obigen These (5/12) auseinandersetzt.

Zuerst einmal wunderten wir uns etwas über die Formulierung dieser These und nahmen sie in der Diskussion auseinander, was uns half sie zu verstehen und uns eine Meinung zu bilden.

Wir stellten fest, dass die grenzüberschreitende Lernbereitschaft tatsächlich von eminenter Wichtigkeit ist. Ohne diese ist es uns gar nicht möglich auf andersartige Denkweisen unserer Geschwister einzugehen. Wir fragten uns dann was wohl mit ganzheitlich gemeint sein könnte und kamen zum Schluss, dass es bei Ganzheitlichkeit immer um das ganze Leben geht. Also keinesfalls um irgendeinen Teilbereich.

Des weiteren diskutierten wir, ob unser Geschwister in der 2/3 Welt tatsächlich so viel ganzheitlicher Denken, oder ob dieses Denkmuster schlicht Teil ihrer Kultur ist. Doch das spielt unserer Meinung nach gar keine Rolle, da es so oder so wichtig ist, von anderen Kulturen zu lernen und zu reflektieren, wie sie ihren Glauben leben. Dies auch im Hinblick auf unsere Gesellschaft, die immer multikultureller wird. Dabei geht es nicht darum, Dinge von andern zu übernehmen, sondern mit offenen Augen und offenem Herz zu prüfen und davon zu lernen. Es gilt den den Horizont zu erweitern, einen Weitblick zu entwickeln und sich nicht mehr nur auf sich selbst zu konzentrieren.

Nun was bedeutet das für uns persönlich und für unsere Kirchen?
Wenn wir möchten, dass sich etwas ändert, müssen wir wie so oft bei uns selbst beginnen. Wir müssen lernen grenzüberschreitend Lernbereit zu sein, bevor wir der Gemeinde irgendetwas vorenthalten können. Das Bedeutet in unserem Alltag, dass wir den Kontakt
mit Brüdern und Schwestern die anders denken oder glauben nicht länger meiden, sondern suchen. Und dabei nicht gerade mit der Urteilsbildung beginnen sobald wir die Meinungen gehört haben, sondern diese ernst nehmen und als gleichwertig wie die Unsere achten. In unseren Gemeinden muss eine Offenheit und eine Grenzüberschreitende Lernbereitschaft für eine ganzheitliche Denkweise beginnen zu wachsen. Dies in dem Strukturen und Prinzipien neu überdacht werden und durch eine neu angezündete Liebe für die Verlorenen. Denn dies wird automatisch zu einer Lernbereitschaft führen, die alles in Kauf nimmt, um Gottes Auftrag zu erfüllen und die sich nicht mehr an eingesessenen Gedankengebäuden festhält.

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