Die Grundlage der missionalen Theologie (6/6, Schluss)

Missionale Theologie dient der Anbetung Gottes. Mission geschieht, weil Gott noch nicht überall angebetet wird, und sie geschieht bis zur Wiederkunft Jesu und der endgültigen Aufrichtung der Herrschaft Gottes. Die unterschiedlichsten Aktivitäten fördern die Anbetung Gottes: die Sorge um die Schöpfung, die es zukünftigen Generationen erlaubt, in ihr die Herrlichkeit Gottes zu erkennen; Entwicklungshilfe als Hinweis auf den suchenden Gott, der ganzheitliches Heil will; Kunst und Kultur, die Gottes Weisheit und Schönheit widerspiegeln.

„Was bedeutet dieser Satz für mein persönliches Leben und für das meiner Kirche / meiner Gemeinschaft / meines Werkes?“ Der nachfolgende Post in ein Gastbeitrag von Philippe Aellig, Daniel Schüpbach und Lukas Wäfler, der sich mit der obigen These (6/12) und dieser Fragestellung auseinandersetzt.

Gott hat uns das Leben gegeben und er hat uns erlöst. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden, Gott anzubeten und sind ihm dankbar, für alles, was er uns gibt. Anbetung Gottes bezieht sich nicht in erster Linie auf die musikalische Anbetung. Einen anbetenden Lebensstil zu führen bedeutet praktisch, Gott als Schöpfer und Erlöser zu bekennen und ihn mit unseren Worten und unserem Handeln zu preisen. Das Bekennen von Gott als Schöpfer und Erlöser hat also die Anbetung gefördert.

Durch die Verkündigung vom Evangelium durch Wort und Tat (Mission) wird gefördert, dass Menschen Gott als Schöpfer und Erlöser erkennen und dadurch bekennen werden.

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Somit fördert die Mission die Anbetung Gottes. Dabei spielt nicht die Methode, sondern die Absicht die endscheidende Rolle. Ob Mission durch eine attraktionale oder missionale Arbeit geschieht, ist dabei nicht entscheidend.

Aktivitäten, die Menschen zum Bekennen von Gott als Schöpfer und Erlöser führen, dienen der Anbetung Gottes. Ein Anstoss dazu kann auch die Sorge um die Schöpfung, Entwicklungshilfe, Kunst und Kultur sein, wie es in der These formuliert ist.

Allgemein bestätigen wir die obenstehende These. Wir legen jedoch grossen Wert auf das Bekennen von Gott als Schöpfer und Erlöser!

Was bedeutet diese These für unser persönliches Leben?

Diese These löst in uns ein missionarisches Denken aus. Da wir die Anbetung Gottes fördern wollen, sind wir getrieben, vermehrt solche Aktivitäten zu unternehmen. Weiter löst die These Fragen nach der praktischen Anwendung aus. So fördert die These unsere Kreativität. Wir werden nach neuen Aktivitäten suchen, wie wir Menschen für unser Anliegen gewinnen können.

Was bedeutet dieser Satz für unsere Kirche/ Werk?

In unseren Kirchen besteht häufig die Ansicht, dass Anbetung am Sonntagmorgen durch Singen und Beten stattfindet. Beispielsweise praktische Dienste, wie Kinderbetreuung, werden nicht als Anbetung angesehen. Zwar ist die Aussage „Anbetung als Lebensstil“ allgemein bekannt, trotzdem mangelt es bei der Umsetzung. Die Aussage droht zur Floskel zu werden. Die Gemeinde muss erkennen, dass Anbetung überall stattfindet, wo Menschen zur Gottes Ehre handeln.

Weiter hat die These keinen Anspruch auf eine missionarische Methode. Sie spricht weder gegen eine attraktionale, noch für eine missionale Kirche. Sie betont jedoch die Wichtigkeit der Mission, also den Aktivitäten, die fördern, dass Gott angebetet wird. Somit hat die stark attraktionale Jugendarbeit auch weiterhin ein Existenzrecht und auch das missionale Missionswerk darf weiterhin Gottes Anbetung fördern. Denn beide Organisationen haben dieselbe Absicht und erreichen mit ihrer Methode verschiedene Menschen. So verschieden die Menschen sind, dürfen auch die Methoden sein.

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