Hängen geblieben?! Drei Monate danach …

Was hat sich nachhaltig verändert in den letzten 3 Monaten, in eurem persönlichen Leben und in dem eurer Kirche / eurer Gemeinschaft / eures Werkes? Was ist hängen geblieben von der Konferenz mit Michael Frost zum Thema „Die Zukunft gestalten. Mission und Evangelisation in der Kirche des 21. Jh.“? Wir sind gespannt auf eure Beiträge.

PS: Wer den Blog-Post „Am Montag danach“ vom 30. März mit seinen 39 sehr interessanten Kommentaren noch nicht gelesen hat, dem sei dieser Blog als Einstieg zur obigen Fortsetzung herzlich empfohlen.

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36 Responses to “Hängen geblieben?! Drei Monate danach …”

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  1. Der Kongress mit Michael Frost hat meine Denkweise betreffend Mission und Evangelisation massiv verändert. Er hat mich dazu bewegt, das traditionelle Gemeindeumfeld, in dem ich mich für gewöhnlich bewege, kritisch zu hinterfragen. Dabei wurde mir bewusst, dass wir uns oftmals hinter mitarbeiterintensiven evangelistischen Aktivitäten verschanzen, anstatt dass jeder Gläubige mit seinen Möglichkeiten versuchen würde, in seinem persönlichen und ganz natürlichen Umfeld – sei dies im Mehrfamilienhaus, auf der Arbeit oder in seinem Sportverein – Reich Gottes zu manifestieren, indem er sich als einzelner Gläubiger oder gemeinsam mit anderen Christen den physischen, psychischen und geistlichen Nöten der Menschen annimmt. Als Konsequenz aus dieser Erkenntnis achte ich nun in meinem Umfeld bewusst darauf, wo sich ganz natürliche Möglichkeiten ergeben, um missional zu wirken. Ein Bereich, wo ich dies momentan konkret versuche, ist der Outdoor-Sport Geocaching – eine Art moderne Schnitzeljagd mit GPS-Empfänger – bei dem ich ganz bewusst Zeit mit Nichtchristen verbringe. Diese persönlichen Erkenntnisse möchte ich gerne in meine Gemeinde einfliessen lassen.

  2. Gisele Zürcher says:

    Wo bewege ich mich? In diesen letzten drei Monaten habe ich ganz bewusst meine Tätigkeiten unter die Lupe genommen. Ich habe mich gefragt, ob ich mit meinem Engagement wirklich in den vorbereiteten Werken Gottes gehe, oder einfach ein Programm Aufrecht erhalte. Es war sehr befreiend, mich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren, statt in allen Gemeindeaktivitäten dabei sein zu müssen. Dabei habe ich erlebt, dass ich vor allem mehr Zeit und Freude für die Pflege verschiedener Beziehungen habe. Ich merke, dass mir Begegnungen mit den Leuten „da draussen“ echt viel Freude bereitet, und auf unkomplizierte Art und Weise tolle Gespräche entstehen. Das fordert mich auch heraus, auf Gottes Stimme zu hören, gerade wenn es darum geht, das Evangelium, meine Beziehung mit Gott und Christsein in der Sprache meines Gegenübers rüberzubringen.

  3. Koller Emanuel says:

    In vielen Situationen bin ich verständnisvoller geworden, gegenüber anderen Menschen. Ich mache mir immer weniger Gedanken wie ich auf die anders denkenden Menschen zugehen muss. Viel mehr überlege ich mir, was interessiert sie und in welchem Kontext leben sie.
    Jesus hat uns Menschen so sehr geliebt, dass er sein Leben für uns hingegeben hat. Auch wir sollten die Menschen lernen so zu lieben. Das heisst mit ihnen Zeit zu verbringen und zeitweise die eigenen Prioritäten in den Hindergrung zu stellen ect.
    In der Gemeinde beginnt das „Missional“ leben.
    Ohne, dass wir es wissen, leben in unseren Gemeinden viele Menschen, die schon jahrelang zu uns kommen und immer noch Ruinen sind, oder im Glauben stehen bleiben, Ettäuschungen erlitten oder bittere Wurzeln in sich tragen. Auffällig wenig, in den Gemeinden interessieren sich für diese Sache. Dort fängt für mich das „Missionale“ an und hört auf der Strasse bei den Menschen auf. Da ensteht bei mir immer mehr die Frage, welcher Ort ist jetzt mein Ort in dem ich Leben kann. Gerne plane ich voraus und vergesse den momentanigen Zeitpunkt in dem ich lebe. Die Devise kann für mich darum sehr treffend sein.
    „Lebe im jetzt, denn morgen kannst du schon tod sein.“
    Friedrich Splitter (Gründer Chrischona) sagte singemäss einmal:

    „Wenn wir daran arbeiten, dass aus Heiden Christen werden, so müssen wir in der selben Weise daran arbeiten, dass aus den Christen keine Heiden werden.“
    Wir können Zeit mit nichtchristen verbringen und das ist auch wichtig. Die Frage besteht aber für mich trotzdem noch, wie kann ich ihnen dann auf einer liebenden Art die rettende Botschaft weitergeben.

  4. Kernen Lukas says:

    Drei Monate sind vielleicht etwas kurz um zu sagen, ob sich etwas nachhaltig verändert hat. Ich sehe aber gewisse Ansätze, aus denen nachhaltige Veränderung entstehen könnte. In vielen Bereichen kämpfe ich jedoch immer noch mit dem Gedanken, und die Praxis fehlt oft noch. Ich stelle aber vor allem in der Ausrichtung meiner Gedanken einen Paradigmenwechsel fest. Bevor ich etwas Neues aufgreife frage ich mich oft, ob das nun missional ist, oder wie wir das mehr missional gestalten könnten. Ich bringe immer mal wieder den sozialen Aspekt mit ein, und ich merke, dass mir immer mehr daran liegt, auch auf dieser Ebene tätig zu werden.

  5. Sarah Nullmeyer says:

    Mein Gemeindefrustanfall, der sich in Folge der missionalen Euphoriewelle über mich ergossen hat, ist wieder abgeebbt. Unsere Gemeinde ist selbst in die Gänge gekommen! Sonntag für Sonntag tröpfeln bei uns fremde Leute in den Gottesdienst hinein. Einige sind sozial schwache Leute, die vom „Suppentag“, begeistert waren, die Leute so nett fanden und uns besuchen wollten. Andere wiederum sind über Freunde eingeladen worden usw. Wir sind auf einem guten Weg!
    Seit ich meine Arbeitsstelle im „christlichen Kuchen“ gekündigt habe, bin ich glücklich über so viele neue „unchristliche“ Kontakte am neuen Arbeitsort. Während sich meine Gemeindeaktivitäten reduziert haben, summieren sich die Stunden, die ich mit Bewerbungen schreiben verbringe – für meine neuen Freunde natürlich.
    Sprachprobleme, Perspektivenlosigkeit etc. sind einige der „Sümpfe“, die ich in meinem Umfeld entdecke – und es bewegt mich! Es ist schön und zugleich schmerzlich, wenn sich während eines Abendessens plötzlich die Herzen öffnen und Geschichten zum Vorschein kommen, über die man nur weinen (und beten) kann. In diesem Sinne bin ich bei der Dringlichkeit hängen geblieben, dass sich die Gemeinde Jesu wieder „der Welt“ bzw. den Menschen zuwenden muss. Sie brauchen uns bzw. IHN!

  6. Maren Weniger says:

    Ich habe das Gefühl, ich bin endlich „zu Hause angekommen“ mit meinen Gedanken über Gemeinde und Mission. Muss nur noch überlegen, wie dieses neue Zuhause gestaltet werden soll – das bezieht sich auf einen realen Umzug (und die damit verbundene Frage, wie man missional eine Hausverwaltung und ein offenes Haus gestalten kann – irgendwelche Ideen???), aber auch auf die Gemeinde. In der Gemeinde fangen einige an, missional zu denken und vereinzelt auch missional zu handeln, andere sind genervt und haben bei missional immer noch das Bild vor Augen „ich will nicht immer evangelisiseren müssen“… – das scheint wie eine jahrelang eingeimpfte Blockade zu sein…
    Wir brauchen viel Geduld in der Veränderung unserer doch recht jungen Gemeinde – und Unterstützung von „Hirten“ und „Evangelisten“:-)
    aber wir sind auf einem guten Weg.

    Mir werden Fragen immer wichtiger, wie sieht Gottes Reich und wie sieht dann Gemeinde aus für z.B. die Leute in dem Stadtteil, in den wir jetzt ziehen werden – das sind keine studierten Mittelklasseleute…
    Der Kongress hat der Richtungsänderung, die Gott in der Gemeindeleitung schon vorbereitet hatte, endlich einen Namen, ein neues Zuhause gegeben. Und jetzt sind wir gespannt, ob die Gemeinde „mit umzieht“!

  7. Rebekka Leiser says:

    Unser Gemeindeleiter und ich möchten versuchen, dies was uns an der Konferenz wichtig wurde umzusetzen. Wir haben noch nichts Konkretes vorgenommen, da wir zuerst bei uns schauen wollten, was ist mir wichtig, wie können wir dies ändern? Mir ist klar geworden, dass wir in unserer Gemeinde schon sehr missional sind, in der Gemeinde intern. Ich möchte jetzt ganz speziell auch auf mein Umfeld achten und dort versuchen die Gottesbeziehung echt zu leben und ihnen den Weg zu Gott offen zeigen. Möchte lernen auf ihre Bedürfnisse einzugehen und nicht gleich ein schlechtes Bild von ihnen haben, wenn es mir gerade nicht so passt, wie sie leben. Dies aber auch in der Gemeinde leben und mit solchen, mit welchen ich nicht so grossen Kontakt habe auch nicht gleich zu verurteilen. Diese Woche Sitzen der Gemeindeleiter, der Bezirksrat und ich zusammen und versuchen zusammenzutragen, was wir in unserer Gemeinde verändern können.

  8. Mirjam Sommer says:

    Im Rückblick auf die letzten Monate stelle ich fest, dass ich viel sensibilisierter geworden bin im Hinblick auf das Thema „missionale Gemeinde“. Vieles das ich vorher eher vage und unterbewusst gespürt habe, sehe ich nun klarer und nehme ich bewusster wahr. Einige Prinzipien der missionalen Theologie haben sich in meinem Denken verfestigt und ich hoffe, dass sie sich mehr und mehr auch in meinem Leben widerspiegeln werden.
    Eine Gemeinde kann bekanntlich nicht von heute auf morgen verändert werden und das ist auch nicht das Ziel. Dennoch sind wir in unserer Gemeinde einige Schritte in die missionale Richtung vorwärts gegangen. Im April nahm sich die Gemeinde bewusst Zeit, um Ideen zu sammeln, was wir in unserer Umgebung und für unser Dorf konkret tun könnten. Es ist uns ein Anliegen, dass unsere Gemeinde für die Menschen im Dorf relevant ist und dass wir uns von der Dorfgemeinschaft nicht abschotten, sondern uns mehr und mehr nützlich einbringen können. In dieser Hinsicht bin ich gespannt, wie es weitergehen wird und was daraus alles entstehen kann.

  9. Karin Rutschi says:

    Äusserlich gesehen hat sich ehrlich gesagt nichts sichtbar verändert. Unsere Gemeindenstrukturen sind immer noch die gleichen und auch mein Leben verläuft äusserlich gesehen wie zuvor.
    Aber: Ich habe in meinem persönlichen Leben durch die Referate von Michael Frost und der gelesenen Literatur viel Freisetzung erlebt. In der Vergangenheit konnte ich mich nie richtig mit dem Gedanken anfreunden, nach meinem Studium bei IGW irgendwo in einem Dienst in einer Gemeinde zu dienen. Nicht selten kam mir daher Zweifel darüber, ob ich mich nicht in meiner Berufswahl geirrt habe. Durch die intensive Beschäftigung mit dem missionalen Gedankengut in den letzten drei Monaten weiss ich aber nun, dass mein Theologiestudium nicht unbedingt in einen „Gemeindedienst“ führen muss. Ich habe die Bestätigung erhalten, dass ich bereits mitten im „vollzeitlichen Dienst“ lebe und das Studium mir viele Tools mitgegeben hat für meinen weiteren Weg. Daher kann ich sagen: Hängen geblieben bin ich auch drei Monaten nach dem Kurs am missionalen Lebensstil!

  10. Tanja Bühler says:

    Wie Michael Frost bestätigte: Eine bestehende Kirche umzuformen grenze an die Dinge der Unmöglichkeit. Es ist sehr entmutigend auf taube Ohren, Zeit- und Geldmangel zu stossen obwohl ich weiss, dass ich nicht aufgeben darf.
    Es kommt auf uns persönlich an, wie die Welt in Zukunft aussehen wird. Und erst in einem zweiten Schritt, was eine Kirche daraus macht. Denn nur ein schwaches Glied einer Kette, kann diese zum Zerreissen bringen. Jeder hat von Gott einen bestimmten Platz erhalten, damit sein Plan in Erfüllung geht. Denn Gottes Plan wird in Erfüllung gehen und dafür benötigt er Menschen, die sich als Werkzeug brauchen lassen und ihm dienen.

  11. Wilhelm Risto says:

    In den letzten Wochen und Monaten habe ich mich intensiver mit dem Thema missionale Gemeinde auseinandergesetzt. Meine Überzeugung ist und bleibt, dass die Gemeinde Jesu Christi missional und inkarniert sein muss. Wir sind eine gesandte Gemeinde. Gesandt zu den Nöten der Menschen. Und gesandt ihnen die freimachende Botschaft des Evangeliums zu bringen. Dabei sollten wir aber nicht vergessen, wem die Gemeinde gehört. Es sind nicht wir, welche die Gemeinde vor dem „Zerfall“ retten werden. Sie gehört Gott, der in den letzten 2000 Jahren es immer wieder unter Beweis gestellt hat, dass er seine Ziele mit der Gemeinde nicht aufgibt. Schauplätze und Akteure mögen sich verschieben, nicht aber Gottes Absichten mit seiner Gemeinde und mit seiner Welt. Wir sind aufgefordert ein authentisches Leben zu führen, den Rest macht Gott. In Markus 4, 26-29 am Beispiel des Sämannes zeigt Gott uns, dass das Wachstum der Saat ein Geheimnis ist und bleibt. Niemand von uns hat die Kontrolle darüber, wann und wie Gottes Reich wächst. Am Beispiel des Sämannes sagt Jesus uns wie es mit dem Reich Gottes zugeht. Es ist in seiner Hand!

    In der ganzen Diskussion um missionale Gemeinde, sollten wir aber auch der Frage nachgehen, wie nimmt uns unser Umfeld überhaupt Wahr? Vielleicht verkrampfen wir uns an Dingen, die unseren Mitmenschen völlig gleichgültig sind. Vor kurzen hörte ich von einem Pfarrer, dass er sich mit einigen anderen Kollegen einig geworden war, in ihrer Zusammenarbeit gabenorientierter und kollegialer zusammen zu arbeiten. Das Ergebnis war nicht primär, dass die Menschen von ihren Konzepten begeistert waren, sondern die Menschen beobachteten wie sie miteinander umgingen – und das hat Akzente gesetzt. Vielleicht brauchen wir nicht neue Gemeinden, sondern eine liebende Einheit unter Christen an einem Ort. Wie können wir von Versöhnung reden – wenn nicht einmal Christen untereinander auskommen können?

  12. Nun, hängen geblieben, sind vor allem viele Überlegungen, und Ideen, aber auch Wünsche und Zweifel. Die Gespräche mit anderen Studierenden, mit Pastoren und Gemeindemitgliedern waren oft sehr interessant und brachten mich weiter. Ich sehe, dass viele Christen darüber nachdenken, wie die Gemeinde der Zukunft aussehen soll. Viele sind verunsichert, fragen sich, wo der Hebel als erstes anzusetzen sei. Auf diese Frage fand ich in den letzten Monaten eine zweiteilige Antwort: der Hebel ist zuerst bei mir selbst anzusetzen. Nicht nur der missionale Gedanke, sondern generell die Botschaft der Bibel fordert mich immer wieder heraus, mein Denken und Handeln zu erneuern. Als zweite Antwort glaube entdeckt zu haben, dass wir auch neu lernen dürfen, miteinander Hebel in Gang zu bringen. Wir sind nicht alleine als Missionare unterwegs, sondern verfolgen gemeinsam einen missionalen Auftrag. Es geht darum, diejenigen Christen zu finden, die dasselbe Anliegen haben und bereit sind, sich in eine Subkultur hineinzuleben.

  13. Urs Oester says:

    Die Themen der Konferenz mit Michael Frost haben mich in den vergangenen drei Monaten immer wieder beschäftigt. Oft denke ich darüber nach, wie sich ein missionales ganzheitliches Denken auf unsere Gemeinde übertragen lässt. Dabei stellt sich heraus, dass dies alles andere als einfach ist. Unsere Kleingruppen, in welche wir als Gemeinde investieren wollen, sind noch in der Startphase. Für die Multiplikation finde ich persönlich diese Treffen sinnvoll und konstruktiv. Ich frage mich jedoch, ob diese Methode wirklich die Richtige ist, um Menschen in unseren Subkulturen zu erreichen. Immer wieder sehe ich die Brücke vor mir, an welcher der Strom daneben vorbei fliesst. Dadurch verspüre ich den Drang, eine Brücke zu bauen, welche einen neuen Zu-/Übergang ermöglicht. Die Brücke zum Strom der Zeit sollte meiner Ansicht nach geschlagen werden können, wobei nicht vergessen werden darf, dass dies viel Zeit, Energie und vollen Einsatz kosten wird. So wie ich das im Moment sehe, werde ich während meines Studiums in meiner Gemeinde nicht sehr viel ändern können. Ich kann aber einiges dazu beitragen, wenn ich das vorlebe, was mir auf dem Herzen liegt. Weiter kann ich versuchen, Menschen zu finden, welchen der missionale und ganzheitliche Dienst am Mitmenschen am Herzen liegt. Ich glaube, wenn wir Gott darum bitten, wird er uns die nötigen Ressourcen, aber auch die richtige Vorgehensweise zeigen.

  14. Dina Burri says:

    Hängen geblieben? Was aus den letzten Monaten, aus der Beschäftigung mit missionaler Theologie hängen geblieben ist, sind vor allem sehr viele Fragen. Um ehrlich zu sein Fragen, die mich bereits vor drei Monaten beschäftigt haben. Ist missionale Kirche in meiner eigenen Gemeinde möglich? Wenn ja, wie würde sie aussehen? Fragen, die mein eigenes Leben betreffen: Versuche ich persönlich, ein „inkarnierendes“ Christsein zu leben, oder verlasse ich mich nicht vielleicht doch auch auf die altbekannte „attraktionale“ Variante? Ich weiss es nicht… Daher stellt sich mir momentan vor allem die Frage: Ist bei mir etwas hängen geblieben, oder bin nicht einfach ich selber hängen gelieben??

  15. M.K. says:

    So gerne ich berichten würde, dass meine Wenigkeit es erreicht hat, die landeskirchlichen Strukturen des zürcherischen Stadtverbandes aufgrund des Kurses und in Hinblick auf die Missionalität neu zu formatieren, so ehrlich muss ich sein, einzusehen, dass sich in den letzten 3 Monaten wenig bis gar nichts geändert hat. Ziemlich intensiv habe ich mich allerdings mit den „politischen Strukturen“ unserer Kirche befasst, was mich im Endeffekt leider ein bisschen erdrückt, wenn nicht sogar demotiviert hat. Ein kleiner Einblick: Die Aktivbürgerschaft unserer Evangelisch-reformierten Landeskirche wählt die Kirchensynode (180 Mitglieder), welche wiederum den Kirchenrat (7 Mitglieder) ins Amt beruft. Die Bezirkskirchenpflege wird von den Stimmberechtigten des Bezirkes auf eine Amtsdauer von vier Jahren gewählt und überwacht das kirchliche Leben im Bezirk, also auch mich als Jugendarbeiter mit Vision. Während einerseits also diese Strukturen zurecht versuchen, Tradition und Einheit (und vor allem die einheitliche Botschaft) zu bewahren, verunmöglichen sie andererseits rasches, innovatives und mutiges Handeln.
    Ich habe also gelernt, dass man als Einzelperson in der „unteren diakonischen Kaste“ innerhalb dieser komplexen, wenn nicht sogar komplizierten Struktur, als „Ideenhaushalter“ leider nicht viel Weltbewegendes erreicht, sondern, dass es von absoluter Notwendigkeit ist, Einfluss bei einflussreichen Menschen zu gewinnen. Unter den Mitarbeiter, innerhalb des Konvents, besteht allerdings die Möglichkeit, zu Sensibilisieren, Aufmerksamkeit zu wecken, was ich jedoch nicht erst seit des Kurses tue. Gastfreundschaft und übergemeindliche Vernetzung sind Themen, die ich immer wieder aufgreife, jetzt erst recht, und an denen ich unabhängig und selbstständig arbeiten kann (und darf).

  16. Lukas Schär says:

    Das Buch mit den zwei verschiedenen Grüntönen und der Aufschrift, „Die ZUKUNFT gestalten“ wurde in den letzten Monaten immer wieder aufgeschlagen, gelesen und hingelegt. Jedes Mal hinterliessen einige Sätze eine kleinere Gewitterfront im Kopf! Die Konferenz vom März wurde immer wieder lebendig in meinen Gedanken. Nicht nur weil das der Auftakt zu meinem IGW – Studium war, sondern weil sie eine gesunde Unzufriedenheit über meinen Dienst in der Gemeinde wachrüttelte. So strömten diese zwei Fronten immer wieder gegeneinander. Von der einten Seite der „IST – Zustand“, von der anderen der „wäre schön – Zustand“. Vor allem die Gedanken, dass wir nicht im „gewohnten Stil“ weitergehen können, sind bei mir nachhaltig. Was das jedoch für konkrete Schritte in der Umsetzung hervorruft, ist noch nicht nachhaltig.
    Es sind schöne Gedanken und Ansätze vorhanden. Im persönlichen Leben habe ich mich wieder vermehrt in die Bar und Café Szene in Sursee gestürzt, um natürliche Kontakte zu pflegen. Die ersten Schritte in der Gemeinde, in Richtung innovativer Gemeindebau, gehen wir ab Sommer mit der Jugendarbeit. Ziel: Die Jugendlichen sensibilisieren für innovativen Gemeindebau.

  17. Nach dem Kongress hatte ich eine missionale Überdosis. Ich konnte Wörter wie „inkarnieren“ oder „missional“ kaum mehr ertragen. Es kam zu einer natürlichen Abwehrreaktion des Immunsystems. Da ich in diesem benebelten Zustand kaum praktische Schlüsse für mein Alltagsleben ziehen konnte, brauchte die ganze Sache einige Zeit um sich zu setzen. In dieser Zeit machte ich Phasen der Ablehnung, sowie der vollumfänglichen Annahme, des missionalen „Gedankenguts“ durch. Es war sehr anstrengend. Nun ein paar Wochen und Erfahrungen reicher, kann ich schon besser damit umgehen. Ich habe erkannt, dass vieles für mich gar nicht so neu ist, dass einiges schon in unserer Gemeinde und von einigen Gemeindemitgliedern gelebt wird. Das ganze Thema hat sich auch wunderbar in einen Prozess eingefügt, den wir als Jugendgruppe seit letztem Herbst durchlaufen. Anliegen, die wir als Team hatten, bekamen durch missionale Theologie Boden unter den Füssen. Nun setzten wir unsere missionalen Anliegen um, in dem wir als Jugendgruppe heraustreten und uns bspw. sozial engagieren.

  18. Reto Lussi says:

    3 Monate später… drehen sich die Gedanken trotz Diplomarbeit und Abschlussstress doch immer wieder mal um das Thema „missionale“ Gemeinde. Das alleine ist doch schon ein Erfolg?! Die Absicht dem Evangelium durch unser Leben und unsere Gemeindearbeit „Hände und Füsse“ zu verleihen bewegt mich noch immer und soll das auch weiterhin tun. Die grosse Frage jedoch, die mich bewegt, ist, wie die radikalen Forderungen in den bestehenden Gemeinde umgesetzt werden können ohne diese zu zerstören?! Noch immer stehe ich im inneren Konflikt mit der Radikalität, welche Frost (und Hirsch) fordern. Weiter aufgewühlt wurde ich durch einen Artikel im neuesten willownetz (Nr.0209 von Willow Creek Deutschland/Schweiz). Er berichtet von den tiefgreifenden Umwälzungen einer Gemeinde in Kanada und folgendes Zitat ist ihm entnommen: „Wer nur davon redet, was sich alles ändern muss, ohne das Gute anzuerkennen, sorgt dafür, dass Menschen sich noch fester an ihre Traditionen und die Vergangenheit klammern“. Evolution oder Revolution?

  19. Peter Mosimann says:

    Was ist hängen geblieben? Das ist eine gute Frage, die im Alltag gerne untergeht. Ich bin aber durch diese drei Monate immer wieder hängen geblieben an den Gedanken von Michael Frost. Wie kann ein missionaler Lebensstyle in meinem Leben und in der Gemeinde aussehen? Wie schon gesagt, es ist eine Frage, die im Trubel des Alltags gerne untergeht und trotzdem komme ich immer wieder an den Punkt: Wie sieht die Gemeinde von Morgen aus? Mir leuchten viele Sachen, die gesagt wurden ein und ich könnte mir sogar vorstellen, dass dies in meinem Umfeld funktionieren könnte. Wie aber setze ich es um? Wie kann ich diesen Lebensstyle in die Gemeinde einbringen? Wie kann ich selbst damit anfangen, missional zu leben oder lebe ich nicht schon missional? Wo ist die Subkultur vor unserer Haustür und wie bringe ich die Mitchristen dazu, ihre Augen offen zu halten nach dieser? Ist es wirklich nicht möglich, aus einer bestehenden attraktionalen Gemeinde eine missionale Gemeinde zu machen? Dies sind Fragen die mich beschäftigen und an denen ich immer wieder hängen bleibe, auch wenn der Alltag überhandnehmen will.

  20. Claudia Stump - Grimm says:

    Leider muss ich mir ehrlich eingestehen, dass sich in diesen drei Monaten nicht wirklich viel verändert hat. Ich bin diesen Monat umgezogen und wohne nun in einer Gegend, in der ich fast niemanden kenne. Nicht einmal die Menschen, die im selben Block wohnen, habe ich bis jetzt zu Gesicht bekommen. Auch habe ich noch keine Gemeinde gefunden, der ich mich anschliessen kann. Es ist unter diesen Umständen nicht leicht missional zu leben. So mache ich mir heute noch viel mehr Gedanken darüber, als vor drei Monaten. Ich spüre deutlich, dass sich etwas ändern muss, damit ich mich nicht ins geistliche Aus manövriere.
    Auch wenn sich sichtbar nichts in meinem Leben verändert hat, kann ich doch sagen, dass eine Veränderung stattgefunden hat. Ich frage nun Gott viel intensiver, wie ich ihm unter diesen Umständen im Alltag dienen kann. Wer weiss, vielleicht öffnet mir diese Situation ganz neue Wege, um Menschen mit dem Evangelium zu konfrontieren.

  21. Bekanntlich braucht es mehr als drei Monate Zeit, bis ein Kind geboren wird. Doch die Konferenz fand erst vor drei Monaten statt. In dieser Zeit kann nachhaltiges entste-hen. Doch erkennen, dass etwas wirklich nachhaltig ist, können wir erst nach mehre-ren Jahren.
    Wir haben uns als Jugendarbeit hinterfragt und die einzelnen Bereiche beleuchtet. Wir haben unsere attraktionalen Jugendgottesdienste angeschaut und kamen zum Schluss, dass wir attraktional bleiben dürfen. Die Gottesdienste sind ein gutes Mittel, wie Jugendliche Jesus kennen lernen können. Immer wieder finden Junge Menschen zu Jesus und bekehren sich. Diese Frucht zeigt uns, dass dieser Arbeitszweig nicht falsch liegen kann.
    Weiter haben wir einen jungen, inkarnierenden Bereich unserer Gemeinde betrachtet und festgestellt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir wirken direkt in die Kultur und erreichen Menschen, indem wir ein Pub betreiben.
    Ich denke, man sollte die zwei Möglichkeiten nicht gegeneinander ausspielen.

  22. Mike says:

    Hut ab! Finde es beeindruckend, dass die Konferenz nach drei Monaten bei den meisten scheinbar immer noch sehr präsent ist. Das freut mich!
    @igw-crew: der Aufwand scheint sich doch gelohnt zu haben! Manchmal verdampfen ja solche Kongresse innert Tagen zur Bedeutungslosigkeit. Cool, dass es diesmal nicht so war.

  23. Mike says:

    Passend zum Thema ein inspirierender Artikel von Dan Kimball:
    http://blog.christianitytoday.com/outofur/archives/2009/06/do_it_dont_blog.html

  24. Severin Fitze says:

    Wenn ich mir überlege was mir von der Konferenz hängen geblieben ist, merke ich, dass ich mir sehr wenig Zeit genommen habe darüber nachzudenken. Während diesen drei Monaten hatte ich zu viel zu Tun mir lernen, Arbeiten und Vorbereiten für Camps und Anlässe um meine Fragen vom „Tag danach“ zu beantworten. Deshalb beschäftigt mich immer noch die gleiche Frage. Wie kann ich Zeit an dritten Plätzen verbringen um Kontakte zu Nichtchristen zu finden? In vielen Gemeinden ist das Angebot oft so gross, dass wenig Zeit für anderes bleibt. Ich denke diese Frage wird mich noch eine Zeit begleiten.

  25. Oliver Leiser says:

    Ja, was ist nun hängen geblieben? Oder bin nicht vielleicht ich selber hängen geblieben? Ehrlich gesagt, es ist nicht sehr viel passiert an nachhaltiger Veränderung, weder in der Gemeinde, noch bei mir selber. Noch immer veranstalten wir unsere attraktionalen Jugendgottesdienste und noch immer habe ich keine Ahnung, wohin (oder zu wem) ich wohl gesandt sein könnte. (Wo sind denn unsere Third Places???)
    Da ist mir ein Satz in den Sinn gekommen, den Michael an der Konferenz gesagt hatte: „The missional church is concerned with […] the task of announcing and demonstrating the universal reign of God in Christ.“ Punkt. So einfach. Ein missionaler Lebensstil fängt nicht mit dann an, wenn ich mich unter irgendwelche Modellautobastler begebe, sondern hier und jetzt, in meiner Familie, während der Arbeit oder am Morgen früh im Tram, wenn ich lieber in meine Gratiszeitung schauen würde.

  26. Lukas Wäfler says:

    Für mich war die Konferenz mit Michael Frost eine gute Gelegenheit mein Bild von Gemeinde und Evangelisation zu hinterfragen. Auch wenn es mir schon länger bewusst war, merkte ich erst in den letzten Monaten so richtig, mit wie wenig Menschen ausserhalb der Gemeinde ich Gemeinschaft pflege. So fing ich an, die bestehenden Beziehungen intensiver zu gestalten, Nachbarn zu einem Nachtessen einzuladen, oder Kontakte mit Alphornbläsern die ich bis jetzt nicht kannte zu knüpfen. Durch diese neuen Begegnungen habe ich einige ermutigende Erlebnisse gemacht obwohl es für mich eine anständige Herausforderung war.
    Wo ich hingegen je länger je mehr Mühe kriege, ist mit dem „Absolutheitsanspruch“ des missionalen Gemeindemodels. Ich finde es gut Schritte auf Mitmenschen zuzugehen und mit ihnen am Ort wo sie sind das Leben zu teilen. Doch habe ich durch die Begegnungen der letzten Monate gespürt, dass es nicht in jedem Fall förderlich ist, die Menschen in ihrem Umfeld zu lassen. Meiner Meinung brauchen wir auch weiterhin attraktionale Kirchen die spannende Events bieten können.

  27. Dave Schmid says:

    Und schon sind drei Monate seit der Konferenz vergangen und die Abgabe der Arbeit wartet. Nun muss ich mich fragen, was wohl hängen geblieben ist. Verzweifelt versuche ich mich an das Buch und an den Inhalt der Konferenz zu erinnern. Da war etwas von einem doppelten Missionsauftrag, Inkarnation, von Kulturrelevanz und dass alles hat etwas mit missionaler Theologie zu tun. Ich mag mich erinnern wie ich mich nach der Konferenz fragte, ob sich nun wesentliche Dinge meiner Kirche und in meinem Dienst ändern werden. Eigentlich war ich sogar überzeugt davon. Doch ich nun muss ehrlich zugeben, dass, neben phasenweise wiederkommenden Überlegungen, der Inhalt der Konferenz leider sehr in den Hindergrund gedrängt wurde. Vielleicht wegen der Masse an Arbeit oder den anderen Kursen? Oder nicht viel eher, ja sehr ziemlich sicher sogar, weil ich mich einfach nicht darum gekümmert habe?
    Darum frage ich mich: Bin ich es etwa, der hängen geblieben ist? In den anderen Arbeiten, den Ferien, dem Alltagstrott oder sonst wo?

  28. Irgendwie fühle ich mich nach diesen drei Monaten wie eine Kuh, die am Wiederkauen ist. Vor drei Monaten am Kongress und in den Tagen danach ist eine riesengrosse Ladung an Futter gekommen, die ich jetzt am Wiederkauen bin. Ich lasse mir die Dinge nochmals durch den Kopf gehen und immer wieder bleibt etwas hängen, das ich wirklich umsetzen möchte. Das Wegkommen vom attraktionalen Gottesdienst beschäftigt mich immer noch sehr. Damit verknüpft sind die Beziehungen, die ich mit Noch-nicht-Christen leben möchte. Ich frage mich, wie dies in den „alten“ Strukturen umzusetzen ist. Wie schaffe ich es, nicht alles über den Haufen zu werfen und dennoch neue Wege gehen zu können? Ich glaube im Dranbleiben an diesem Thema werden sich Wege auftun, von denen wir jetzt noch gar nichts wissen.

  29. Alexander Maurer says:

    Hängen geblieben? Vielleicht schon! Vom Gemeindeleben eingeholt und wieder auf dem Boden der Realität angekommen, musste ich einige Ansätze ein wenig hinterfragen. Besonders der Dualismus der missionalen Theologie gefällt mir nicht. Was macht uns nun zu Licht und Salz? (Dies kommt natürlich auch darauf an, mit welchem Inhalt wir „Dualismus“ füllen). Auch habe ich entdeckt, dass man um das Evangelium weitergeben zu können das Wort „Missional“ gar nicht kennen muss, geschweige denn die Theologie dahinter verstehen muss!!! Nun ja, Albietz Karl hatte recht damit: „Missional ist ein neues Schlagwort“.
    Nun aber abgesehen von meinen persönlichen Abneigung mit Herrn Missional, fordert es mich doch schon recht heraus, das Evangelium nicht nur zu leben sondern auch weiterzugeben. Ich konnte jedoch in den letzten drei Monaten auch keinen schnellen Weg finden, wie sich die Schweiz auf die schnelle zu Jesus bekennen möchte… aber ich bleibe dran.

  30. Mike Schaerer says:

    Hängen geblieben?! Zwei Fragen beschäftigten mich bei diesem Gedanken: „Was ist von der euphorischen Konferenz und meinen gemachten Vorsätzen hängen geblieben“? und „Wo bin ich selber bei der Umsetzung von meinem angestrebten, missionalen Lifestil hängen geblieben“?

    Ehrlich gesagt hat sich seit der Konferenz in meiner Gemeinde betreffend dem missionalen Gedanken nichts verändert…Doch in meinem Leben hat es einige Spuren hinterlassen. Ich habe mir sogar überlegt, die erforderte Praxisarbeit nicht in der Gemeinde sondern irgendwo in einer Bar oder einer anderen Subkultur zu tätigen. So etwas hätte mich extrem fasziniert, nach der Konferenz eine bewusst praktische Erfahrung zu sammeln. Doch leider ist es bis heute beim „Nachdenken“ geblieben. Ich fasste mir aber den Vorsatz, mein Arbeitsalltag, meine Freizeit und meine Beziehungen mit nichtchristlichen Freunden so weit dies möglich ist, „missional“ zu leben. Ich muss eingestehen dass es schwierig war diesen Vorsatz umzusetzen…Wie schnell ist man doch wieder vom alten Trott eingeholt und das Gehörte in Vergessenheit geraten?! Es freut mich jedoch dass ich durch diese Erfahrung lernen konnte, dass ein missionaler Lebensstil nicht einfach so automatisch passiert und es manchmal hartes Trainnig bedeutet und vor allem jeden Tag neu, meine Entscheidung braucht, mich von Gott für meine Mitmenschen gebrauchen und ausrüsten zu lassen.

  31. M.T.K. says:

    Tja, mal überlegen! Ich denke, am eheseten kann ich mich mit dem Beitrag von M.K. identifizieren. Auch Mike Schaerers Blog hat gute Ansätze! Ich befasse mich im Moment sehr mit dem Pietismus und frage mich ernsthaft, ob das, worüber wir momentan so gross debatieren, nicht alles schon einmal da gewesen ist?? Was war denn zu Zeiten Franckes oder Graf Zinzendorfs anders? War das nicht auch irgendwo „missionale“ Theologie? Das Evangelium muss Hände und Füsse bekommen, damit es wirksam wird, meine Lieben! Und diese Hände und Füsse seid IHR!! Kein noch so grosser Flughafen funktioniert ohne Bodenpersonal….! Dann kommt aber noch die Frage nach der Motivation und der Vision hinzu! Ein Mann kann viel erzählen, doch wenn diese Worte Eure Herzen nicht umpflügen und verändern oder anzünden wie eine Fackel, so lasst die grossen Worte von Veränderung und Nachhaltigkeit lieber bleiben! Tut Euren Dienst, der Euch gegeben ist und den dafür aufrichtig und ehrlich! Das ist meine Sicht der Dinge und das ist alles, was ich dazu zu sagen habe…!

  32. Sarah Dosch says:

    … ist mir dieses Thema noch immer präsent und beschäftigt mich. Ich merke, dass ich mich, also meine persönlichen Aktivitäten und die meiner Gemeinde kritischer betrachte und zum Teil auch hinterfrage. Das alles wirft natürlich viele neue Fragen auf. Wie kann ich persönlich missionaler sein? Bin ich überhaupt missional? Wie könnte ich meine Gemeindearbeit missional gestalten, oder ist es in einer traditionellen Gemeinde sowieso nicht möglich? Fragen über Fragen. Mir hat es geholfen mit einigen Leuten meiner Gemeinde über diesen Kongress zu sprechen. Ich habe gemerkt, dass dies für die Leute durchaus ein Anliegen ist. Dennoch möchten die meisten keine Veränderung, was die Art der Gemeinde betrifft, sie fühlen sich da Zuhause. Für mich bleibt noch immer die Frage offen, ob sich das missionale in unserer Kultur nicht doch mit der traditionellen Gemeinde verbinden lässt? Welche Art von Veränderung braucht es?

  33. Matthias Gremlich says:

    ….wie auch anderen ist bei mir diese Thema nicht spurlos vorüber gegangen. Wie viel Mal habe ich schon Leute gefragt, ob sie mit mir in einen Alphalivekurs oder bei uns in den Gottesdienst kommen wollen. Es hat mich so viel Energie und gekostet nicht zu sprechen von der Enttäuschungen die ich immer wieder erlebte. Wieso tue ich ihnen nicht einfach etwas gutes? Wieso bemühe ich mich so krampfhaft das sie Jesus kennen lernen und doch sehn sie nur meine verkrampften Bemühungen.
    Doch die Konferenz ist noch präsent und das soll auch noch so bleiben.

  34. Heinz Berger says:

    Mir ist von den Referaten von Michael Frost besonders seine Erlebnisse von Kambodscha, den Slums und den warmen Decken geblieben. Ein bewusstes Eintauchen in Subkulturen, sich mit Menschen treffen und die gleichen Hobbies pflegen > das sind die Ansätze, die mir geblieben sind und mich zum Nachdenken gebracht haben.
    In Bezug auf die Jugendarbeit meiner Gemeinde geht mir seit der Konferenz nicht mehr aus dem Kopf, dass Jüngerschaft viel nachhaltiger gelebt werden könnte, wenn wir mit den Teenies in die Subkulturen abtauchen würden. Das Beispiel von Frost, dass er mit einem Team in den Slums dienen ging und sich während dem Dienen auch gleich immer wieder Jüngerschaftsfragen aufdrängten, die er lebensnah mit seinem Team besprechen konnte > diesen Ansatz finde ich stark und beschäftigt mich immer noch > wie wäre es, wenn die Teenies in unserer Gemeinde all die Jüngerschaftsthemen nicht nur hören, sondern gleich auch „vor Ort“ anwenden und diskutieren müssten/dürften? Wir bleiben dran…!

  35. Tobias Bausch says:

    Ich kann nicht sagen, dass in meinem Leben oder in meinem Umfeld bestimmte Veränderungen feststellbar sind. Doch mein Verständnis für die Mission, mit der Gott uns betraut hat, ist weiter gewachsen und gefestigt. Mehr denn je ist mir bewusst, dass Gott uns in die Welt gesandt hat und uns nicht aus ihr herauszieht. Er hat uns umgestaltet und autorisiert, damit wir seine Botschafter in dieser Welt zu sind. Dazu müssen wir real mit den Menschen leben, zu denen wir gesandt sind. Wir verweigern uns Gott und seinem Auftrag, wenn wir uns nur unter Gleichgesinnten (Gläubigen) aufhalten. Wir sollen keine christlichen Subkulturen gründen, sondern die schon bestehenden Subkulturen durchdringen (Mt 13,33).
    Ich bin fest entschlossen, auf diesem Weg weiter vorzupreschen und hoffe, dass ich einen missionalen Lebensstil modellieren kann. Ich möchte anderen helfen, schneller als ich auf diesem Weg voranzukommen. Ich träume davon, dass komplette Subkulturen und ganze Städte vom Reich Gottes erfasst und transformiert werden.

  36. Daniel says:

    Nun ein paar Wochen und Erfahrungen reicher, kann ich schon besser damit umgehen. Ich habe erkannt, dass vieles für mich gar nicht so neu ist, dass einiges schon in unserer Gemeinde und von einigen Gemeindemitgliedern gelebt wird. Das ganze Thema hat sich auch wunderbar in einen Prozess eingefügt, den wir als Jugendgruppe seit letztem Herbst durchlaufen.