Die Zeit der einsamen Genies ist vorbei!

Diese Schlagzeile las ich in der NZZ am Sonntag vom 3.Oktober 2010 (S. 61f). Der Autor Wolfgang Jenewei untersuchte die Zusammenarbeit von Hochleistungsteams. Forscher der Uni in Illinois analysierten rund 20 Millionen Studien und 2 Millionen Patentträger aus den vergangenen vierzig Jahren und wiesen nach, wie sehr Teams die Produktion von Wissen dominieren. Sie stellten fest, dass in allen Wissenschaftsbereichen der Anteil der Teams stark zugenommen hat. Diese Entwicklung hängt auch mit der zunehmenden Grösse der Forschungsprojekte und den knappen Ressourcen zusammen.

Was aber braucht es, damit ein Team wirklich funktioniert? Auch dieser Frage gingen die Soziologen nach. In den meisten Fällen erzielten Zweierteams eindeutig bessere Leistungen als eine einzelne Person. Dazu aber mussten die beiden Leute im Team die Offenheit und die Möglichkeit haben, ihre Einschätzungen und Unsicherheiten ehrlich miteinander zu diskutieren. Die kollektive Intelligenz einer Gruppe war zudem umso grösser, je weniger die Kommunikation untereinander von einigen wenigen Personen dominiert wurde.

Die Forscher hielten fest: „Der Schlüssel für erfolgreiche Teamarbeit lautet also: Gelegenheit zur Kommunikation und ähnliche Kompetenz“ (Bahrami). Und weiter erklärt Jenewei: „Teams sind nur erfolgreich, wenn sie von Beginn an einen Kanon an gemeinsamen Werten haben“. Interessant auch seine Untersuchung zur Rolle von Jürgen Klinsmann als erfolgreichem Nationaltrainer und als (gescheitertem) Trainer des FC Bayern. Aus Erfahrungen fasst er seine Beobachtungen zusammen: „Alpha-Leader nehmen einem Team Energien weg, entscheidend ist vielmehr die Weisheit aller.“

Teams arbeiten besser. Das ist für mich eine tolle Aussage und lenkt meine Aufmerksamkeit auf Paulus, der nie alleine unterwegs war. Ich erinnere an die Texte, in der über Leiterschaft im Neuen Testament gesprochen wird: Immer stehen die verantwortlichen Personen im Plural. Kaum wird ein Leiter in der Einzahl erwähnt, sondern immer Apostel, Lehrer, Propheten, Hirten usw. Offenbar gehört es zur Ordnung Gottes, dass, wie Adam nicht alleine blieb, auch der Gemeindeverantwortliche nicht „alleine“ bleiben soll.

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One Response to “Die Zeit der einsamen Genies ist vorbei!”

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  1. Stefan says:

    Das Ergebnis von Wolfgang Jenewei ist durchaus nachvollziehbar, da eine Gruppe mehrere unterschiedliche Meinungen und Lösungen entwickeln kann, während der Einzelne leicht dem Scheuklappeneffekt unterliegen kann.