Faszination Bibel: Lust auf mehr.

Ich bin kein Zeitschriftenleser. Bücher lese ich gerne. Und auch die Zeitung. Aber diese Zwischenlösung hat mir nie so recht zugesagt.

Vor zwei Wochen ist mir dann die erste Nummer des neuen Magazins aus dem Bundes-Verlag in die Hände geraten: „Faszination Bibel“. Der Titel hat mich nicht umgehauen, aber man soll ja ein Buch nicht nach seinem Umschlag beurteilen und Zeitschriften daher wohl auch nicht.

Ich bin jedenfalls froh, hab ich’s nicht getan.

Gleich nach dem Inhaltsverzeichnis führt ein kurzer Artikel in die Hintergründe von „Faszination Bibel“ ein. Ulrich Eggers, Leiter des Bundes-Verlages, gibt Einblick in die Entstehungsgeschichte, von der ersten Idee bis zur ersten Nummer. Besonders spricht mich an, dass hier das Unbequeme offen angesprochen wird:

Die Evangelikalen sind sich weitgehend darüber einig, dass die Bibel wichtig ist. Und doch wird sie wenig gelesen. Und wenn, dann oft mit wenig Freude.

„Faszination Bibel“ verfolgt deshalb das Ziel:

Wachsende Liebe zur Bibel. Den Schatz der Bibel aufschliessen und die Verankerung in ihr vertiefen. Das Wort Gottes zum Leuchten bringen.

Das klingt jetzt nicht so wahnsinnig revolutionär und bringt mich daher zu meinem gewichtigsten Kritikpunkt: „Faszination Bibel“ kommt mir äusserlich gesehen zu harmlos daher. Das beginnt beim Titel und geht beim Layout weiter, das zwar schön und ordentlich ist, aber nichts Neues oder gar Aufregendes bietet.

Dabei wäre das dem Inhalt doch viel angemessener.

Denn obwohl ich noch nicht alle Artikel gelesen habe, kann ich jetzt schon festhalten: Dieses Heft fasziniert mich. Blätter vor dem Mund mag ich nicht, und deshalb freut es mich, dass hier so deutlich auf unsere in der Regel brav verschwiegenen Probleme mit der Bibel eingegangen wird. Das ist ehrlich und befreiend und letztlich motivierend, sich tatsächlich (neu) auf die Bibel einzulassen, wie die Herausgeber sich das wünschen.

Ich denke zum Beispiel an den Artikel von Daniel Walk, der berichtet, lange Jahre nur in der Bibel nachgeschlagen zu haben, bis er anfing, sie zu lesen, um Gott besser kennenzulernen. Das ist kein Bericht eines Überfliegers, den man aus der Distanz bestaunt und beklatscht, um sich dann wieder der Trübheit des eigenen Bibelalltags zuzuwenden. Der Text macht einfach Lust. Lust auf mehr Bibel.

Angeregt hat mich auch, wie Ulrich Wendel (der auch als Redaktionsleiter wirkt) die traditionellen Krippenbilder unserer Weihnachtsgeschichte demontiert. Jesus kam nicht in einem Stall auf die Welt, wird hier behauptet. Die besondere Stärke dieses Textes liegt darin, dass er zeigt, welche Relevanz auch solche Fragen für unser Glaubensleben haben. Und damit auch, welche Relevanz bibel-theologische Arbeit für unser Glaubensleben hat.

„Faszination Bibel“ enthält drei thematische Schwerpunkte:

Wissen: Artikel aus Bereichen wie Archäologie oder Kirchengeschichte verhelfen zu neuer Nähe zu den biblischen Texten. Trotz wissenschaftlichem Anspruch darf man sich hier an Verständlichkeit und leichter Fassbarkeit erfreuen.

Erfahrung: Hier berichten Leser und Anwender von ihren Erfahrungen mit der Bibel. Auch Schwieriges wird dabei nicht ausgeklammert, zum Beispiel, wenn eine biblische Verheissung in schweren Zeiten „wie ein Schlag ins Gesicht“ empfunden wird.

Zugänge: Der Reichtum verschiedener Wege, die Bibel zu lesen und mit ihr zu leben, kann helfen, eigene Zugänge zu finden.

Die erste Nummer von „Faszination Bibel“ ist als Probeheft hier gratis zu bestellen. Wir haben einige Exemplare angefordert und werden dafür sorgen, dass alle Präsenzstudenten in den nächsten Wochen eines erhalten.

Ich wünsche „Faszination Bibel“ eine grosse Verbreitung und werde zum ersten Mal seit Langem wieder ein Zeitschriftenabo bestellen.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

2 Responses to “Faszination Bibel: Lust auf mehr.”

Read below or add a comment...

  1. Mir ging es ählich beim Lesen von „Faszination Bibel“. Cla hat alles sehr, sehr treffend beschrieben. Was ich absolut schätze, den Mut auch Fragen stehen zu lassen, weil sich nicht alle beantworten lassen! Damit wird eine Transparenz geschaffen, die heute mehr den je gefragt ist. Überzeugend durch Ehrlichkeit. Ich wünsche mir, dass diese Haltung auch in den nächsten Ausgaben beibehalten wird.

  2. Es ist immer wieder toll, und gut für die Seele zu erfahren, dass es neue Zeitschriften in diesem Bereich gibt! Manchmal kommt man ja schließlich ins Zweifeln. Ich selbst schau dann immer in die Bibel und schau nach einem passenden Bibelspruch, der mich etwas aufheitert und mir wieder Hoffnung gibt.