„Hängen geblieben?

Kongressteilnehmer berichten

80 Tage später – nach dem Kongress „Ganz Gemeinde“ mit Steve Timmis aus Sheffield (GB):
Was hat sich nachhaltig verändert in den letzten 11 Wochen? In deinem persönlichen Leben und in dem deiner Kirche / Gemeinschaft / Werk?

Wir sind gespannt auf das, was euch bewegt.
Was konntet ihr umsetzen?
Was hat sich konkret verändert?

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

25 Responses to “„Hängen geblieben?”

Read below or add a comment...

  1. Kipfer Nathan says:

    Der Kongress und die ganze Literatur des Kurses haben mich geprägt, vieles ist immer noch präsent in meinen Gedanken. Es erweiterte mir den Horizont für Gemeinde enorm. All diese Inputs halfen mir unsere Gemeinde nicht als Produkt menschlicher Anstrengung, sondern als ein Projekt Gottes zu verstehen. 80 Tage sind aus meiner Sicht zu kurz um eine Gemeinde nachhaltig zu verändern, aber es ist ein Anfang. Seit dem Kongress bin ich mir bewusst, gewünschte Veränderung fängt immer zuerst bei mir an. Darauf baue ich auf. Rückblickend stelle ich fest, ich habe in den letzten elf Wochen bewusster mit Menschen über die Gemeinde gesprochen. Was ist Gottes Idee der Gemeinde? Was sind unsere Vorstellungen? Wo ist unser jetziger Standpunkt der Gemeinde?

  2. Christoph Bachmann says:

    80 Tage später… und alles hat sich verändert. Dies würden wir gerne hören, entspricht aber nicht der Realität. Weshalb? Weil ich einmal mehr merke, dass die Gemeinde eine sehr komplexes Gebilde ist – auch unsere Gemeinde. Sie verändert sich nicht in 80 Tagen. Jedoch über Jahre und in kleinen Schritten – und von diesen will ich berichten.

    Der erste Schritt war, dass wir in der Leitung erneut die Frage nach dem Stellenwert des Gottesdienstes thematisierten. Welche Berechtigung hat er, in welcher Form? Denn: Der Gemeindealltag zeigt, dass die Gottesdienstvorbereitungen am meisten Ressourcen brauchen. Wir waren uns aber einig, dass der Gottesdienst der Mittelpunkt unserer Arbeit bleiben soll (siehe auch Reimer 2010:26.99). Die Frage, wie wir Ressourcen freisetzten können, wurde neu diskutiert. Hier scheint sich eine strategische Neuausrichtung in meiner Arbeit im O2, der jungen Erwachsenenarbeit der Kirche im Prisma, abzuzeichnen.

    Für mein Leben hat sich folgende Überzeugung nachhaltig erhärtet: Keine Nachfolge ohne persönlichen Verzicht! Ich habe mehr als ich brauche, und ich will deshalb teilen – freiwillig!

  3. Raphael Schneider says:

    Verschiedene Impulse aus den Leseaufgaben, dem Kongress und persönliche Erlebnisse, führten dazu, dass sich nicht nur mein Verständnis des Begriffs „ Missionale Theologie“ änderte, sondern auch mein persönliches Leben. Für die Arbeit in meiner Gemeinde hat sich für mich ein neuer Schwerpunkt entwickelt. Es ist mir wichtig die Aktivitäten und Programme, die unsere Gemeinde anbietet so zu fördern, damit eine offene Gemeinschaft entsteht. Konkret könnte dies heissen, dass das Unihockeytraining, welches wir in unserer Gemeinde anbieten, anstatt in einer Halle auf dem roten Platz beim Schulhaus stattfindet.
    Mich wird dieses Thema auch in meiner zukünftigen Arbeit beschäftigen und prägen. Denn ich durfte in den vergangenen Monaten, bereits einige ermutigende Erlebnisse machen im Bezug zu diesem Thema.

  4. Philipp Baumann says:

    Es kommt mir vor, als seien 80 Tage eine halbe Ewigkeit…In den letzten Wochen lief in der Gemeinde sehr viel und auch meine zwei kleinen Kinder halten mich auf trab. Zudem stapeln sich die Bücher, welche ich noch fürs Studium lesen müsste. Ich kann mir vorstellen, dass es vielen Anderen auch so geht. Dies heisst aber nicht, dass die Konferenz schlecht oder ungenügend war. Steves Gedanken waren für mich einfach weitere Information unter vielen andern Fächern. Deshalb kann ich nicht behaupten, es hätte sich bei mir oder der Gemeinde irgend etwas nachhaltig verändert. Trotzdem will ich bei Steves Gedanken dranbleiben und ich habe mir vorgenommen, bis zu Weihnachten seine Referate nochmals zu hören, um dranzubleiben.

  5. Sonja Röthlisberger says:

    Der Kongress ist nun schon längere Zeit vorbei. Ein Nachklang blieb jedoch immer noch. In den letzten Wochen habe ich vermehrt mit anderen Leuten über unsere Gemeindestrukturen gesprochen. Viele davon scheinen sich ähnliche Fragen zu stellen, wie genau eine Gemeinde sein sollte, damit sie auch in der Gesellschaft relevant bleibt. Ebenfalls wünschen sich einige sich häufiger ausserhalb der Gemeinderäume zu bewegen. Jetzt liegt es noch an der Umsetzung. Ich sehne mich danach, diese Erkenntnisse wirklich auf unser Leben anzuwenden, damit es nicht allein bei den schön klingenden Worten bleibt. Die Kirche soll wieder vermehrt ihren Auftrag in der Welt erfüllen. Diese Gespräche haben mich ermutigt, nun komme ich mir mit diesem Anliegen nicht mehr alleine vor. Jeder einzelne ist herausgefordert sein Leben missional auszurichten. Für mein Leben bedeutet dies, mich bewusst mehr in Beziehungen zu Nichtchristen zu investieren. Ich möchte die vorhandenen Beziehungen nutzen, um diesen Menschen die frohe Botschaft zu kommunizieren. Lebe ich im Kleinen missional, bin ich überzeugt, dass es dadurch auch in der Gemeinde Fuss fassen wird.

  6. Rolf Steiger says:

    Der Kongress ist bereits eine Weile her und der Impuls von Steve Timmis, dass die Kirche heute oftmals am Rande der Gesellschaft steht, geht mir oft durch den Kopf. Ich stelle mir wiederholt die Frage, wie die Kirche, aber auch wie ich persönlich mehr und mehr in die Gesellschaft wirken kann. Mir wurde es ein Anliegen, mehr in das Dorf zu wirken. Sei es mit der Jungschar, Jugendgruppe oder mich dafür einzusetzen, dass Aktivitäten von der Gemeinde organisiert werden. Es ist nicht einfach, doch alles beginnt mit einem kleinen Schritt, gefolgt von weiteren, die ich in der nächsten Zeit umsetzen möchte. Ich sehe dies als Vision, für die ich einstehen möchte, im Gebet, im Team, in der Gemeinde. Diese Schritte möchte ich mit dem Gedanken tun, dass Gott alle Ehre und Herrlichkeit zustehen soll, wie John Stott zum Thema „Treibkraft zur Mission“ schreibt.

  7. Stefan Heusser says:

    Der Kongress selber war für mich weniger prägend, als die Literatur und Unterlagen, die in der Vorbereitung dazu zu lesen waren. Dabei ist mir nach wie vor das Thema Leid im Bezug auf Mission hängen geblieben. Doch wir Christen sträuben uns bei diesem Gedanken. Wir sind geprägt von einer Gesellschaft, in der sich das Leben einzig und allein um Wohlstand, Unterhaltung und den persönlichen Spass dreht. Was mich auch weiterhin beschäftigt ist die Tatsache, dass sehr viele Gemeinden sich um sich selber drehen, und die Gottesdienste auch danach ausrichten. Wir warten hinter den eigenen „vier Wänden“ darauf, dass Besucher von aussen den Weg in die Gemeinde finden. In meiner Gemeinde steht das kommende Jahr ganz im Zeichen von Mission und Evangelisation. Ich bin sehr gespannt darauf, wie sehr dies das Gemeindeleben prägen wird.

  8. Daniel Mannale says:

    Die Zeit läuft sehr schnell. Es waren auch viele Impulse, mit denen ich in den letzten Monaten überhäuft wurde. Daher ist es berechtigt zu fragen, was zuletzt hängen bleibt. Wo hat mich etwas wirklich nachhaltig geprägt?
    In gewissem Sinne Denke ich, dass sowohl die Referate wie auch die gelesenen Texte mir geholfen haben meinen Horizont zu erweitern. Zum einen habe ich angefangen, meine Gemeinde bewusster wahrzunehmen und damit auch zu reflektieren. In diesem ganzen Prozess habe ich erkannt wie dringend nötig wir es haben von einem „komm-Denken“ zu einem „wir-gehen-Denken“ zu kommen. Wir müssen neu lernen was es heisst in eine Welt zu gehen, welche immer weniger mit dem Christentum und der Botschaft der Bibel etwas anzufangen weiss. Die Bedeutung der „Inkarnation“ Jesu hat mich tief berührt und inspiriert mich auch in Bezug auf die vielen Subkulturen unserer postmodernen Gesellschaft. Wie in jeder Epoche müssen wir lernen zu fragen, wie wir Gottes Auftrag in der heutigen Zeit als Gemeinde wie auch als Einzelne erfüllen können. Genau dies ist mein tiefster Wunsch und ich freue mich, dass meine Gemeinde in einem Prozess ist, der meinem Empfinden nach genau in diese Richtung läuft. Dies braucht zwar seine Zeit, aber ich bin gespannt wohin Gott uns als Gemeinde und auch mich persönlich führen wird!

  9. Tobi Schwegler says:

    Nun was ist bei mir hängen geblieben? Ich glaube es ist schon fast vermessen zu behaupten, dass mich etwas in dieser kurzen Zeit nachhaltig verändert hat. Aber trotzdem gibt es Dinge die sich geändert haben. Und das hat vor allem mit meiner Einstellung, meiner inneren Haltung zu tun. In mir wird der Wunsch immer grösser, alles was ich in unserer Gemeinde und der Jugendarbeit tue, nach Aussen und somit für das Dorf tue. So dass die Kirche wieder eine echte und wertvolle Hoffnung für Menschen werden kann. Mein Handeln spricht zwar an vielen Stellen noch andere Worte, aber meine Bereitschaft wächst, dies zu ändern.

  10. Markus Schwitter says:

    Wie sieht meine Welt achtzig Tage nach dem Kongress aus?
    Mmhh – ehrlich gesagt nicht viel anders, als sie vor dem Kongress aussah. Warum? Das lässt sich relativ leicht damit erklären, dass das Thema des Kongresses für mich nichts Neues war. Die Gründe dafür sind, dass zum Ersten die Thematik nach mehreren IGW-Anlässen zum gleichen oder ähnlichen Themen wie z.B. „Michael Frost“ etc. für mich nicht mehr wirklich neu ist. Zum Zweiten befinde ich mich, wie im letzen Blog erwähnt, sowohl persönlich wie auch in der Gemeinde, in einem bereits mehrjährigen Veränderungsprozess. Auf Grund meiner persönlichen Vorgeschichte waren deshalb weder die Konferenz noch die Literatur wirklich prägend für mich. Vor gut drei Jahren hätte dies vielleicht noch anders ausgesehen – wer weiss?
    Was ich jedoch aus dem Kongress auf meinen Weg mitnehme, ist das Bewusstsein, dass es wirklich grundlegende Veränderung in der Gemeindelandschaft braucht. Ich möchte mit dem Zitat eines amerikanischen Pastors schliessen:

    „Wer will, dass seine Gemeinde so bleibt wie sie ist, der will nicht, dass sie bleibt.“ (Name unbekannt)

  11. Eduard Löwen says:

    Als Erinnerung an den Kongress und dem damit verbundenen Thema hat sich eine Frage in meinem Inneren eingeprägt – Wie? Wie sind wir die Gemeinde, wie Gott sie gedacht hat? Wenn ich ehrlich bin, sehe ich um mich herum immer wieder wie Christen Nächstenliebe heucheln. An meinem Arbeitsplatz habe ich immer wieder Konflikte und wenn ich die Probleme anspreche, kommt sehr schnell das Argument „aber wir sind doch Christen und müssen einander in Demut ertragen“. Ich bin froh für die Konflikte, weil sie, so unangenehm sie auch sind, auch etwas über mich aufzeigen. Gott will uns heiligen und deckt unsere Muster auf, wenn wir es zulassen. Der Konflikt, den ich darin mit mir selbst habe ist: „Wo liegt die Grenze zwischen Ehrlichkeit und „Schwamm drüber“ um der Nächstenliebe Willen. Das ist für mich auch die Frage wenn ich daran denke, dass ich immer Gemeinde bin. Wann soll ich ehrlich zu den Menschen um mich herum sein und wann soll ich sie „ertragen“? Wenn ich voll bin mit der Liebe oder gar überfliesse, ist auch für die anderen genug liebe da. Timmis sagte, das unser Gott ein Gott der Gemeinschaft ist. Nur aus dieser Gemeinschaft heraus funktioniert echte Gemeinschaft untereinander, dauerhaft. Jean Vanier , Gründer der Kommunität L´Arche in Frankreich sagt: „Wir sind berufen, keine aussergewöhnlichen Dinge zu tun, sondern im Gegenteil sehr gewöhnliche – aber mit einer aussergewöhnlichen Liebe, die aus dem Herzen Gottes kommt.“ Darauf kommt es an, dass die Liebe aus dem Herzen Gottes kommt.

  12. Sonja N. says:

    Bei mir ist u.a. hängen geblieben, dass wir Fremde sind, in den Augen der Welt. Fremde mit einem Ziel vor Augen, welches wir nie verlieren wollen, wie Paulus sagt. In meiner Gemeinde ging es das letzte Halbjahr auch darum, missional zu sein. Die Predigtserie „Dem Fremden begegnen“ hat viele zum Nachdenken gebracht. Gerade weil das Thema Ausländer zur Zeit topaktuell ist. „Wir Leben in der Schweiz, aber sie gehört nicht uns! Wir leben immer noch auf Gottes Boden!“ Sollten die Ausländer nicht dieselben Rechte haben wie wir? Ein Mitglied erzählte: “ Ich musste meinen Zahnarzt wechseln und suchte im Telefonbuch nach einem Neuen. Ich habe mich beim einzigen Ausländer der Liste angemeldet.“ Seit einiger Zeit überlege ich, wie ich noch mehr Zeit mit Ausländern verbringen könnte. Mein Herz brennt für diese Menschen. Dazu möchte ich das umsetzen, was Fluri in seinem Workshop thematisiert hat: Hingehen, nicht herholen.

  13. Tobias Frehner says:

    Es hat sich viel verändert. Als Brandbeschleuniger dienten Situationen in der Gemeinde, insbesondere ein Lager war ausschlaggebend. Dieses war für mich sehr anstrengend. Es wurde mir sehr bewusst, wie sehr uns die Liebe fehlt in der Gemeinde und wie sehr das nicht Gottes Plan ist. Wir brauchen die Liebe. Und auch wenn ich finde, das gehört in die Gemeinde, beginne ich bei mir. Ich werde Gott suchen und die Liebe bei ihm finden. Und schon ist die Liebe in der Gemeinde. So einfach ist das.

  14. Lukas says:

    Ein kalter Wintertag, draussen schneit es und ich stelle mir die Frage was ich für diesen Blog schreiben soll. So sitze ich an meinem Tisch und überlege. Ist der Kongress „Ganz Gemeinde“ bereits Schnee von gestern? Was hat sich in mir und in meinem Umfeld geändert?
    Zugegeben: Der Kongress an sich ist wirklich stark in die Vergangenheit gerückt. Auch der Inhalt der Referate und Workshops habe ich längst nicht mehr präsent. Doch dort wo die Konferenz in mir etwas angestossen hat, bin ich immer noch dran. Am besten nehme ich es in meinem Bild der Evangelisation war. Lange war für mich Evangelisation etwas zusätzliches, das neben der Arbeit und dem Gemeindeleben seinen Platz haben musste. Heute bin ich am lernen, dass Gott mich, während den Aktivitäten die ich sowieso mache, gebrauchen will. Selbstgemachter Stress verschwindet, weil ich immer wieder erleben darf, wie mir Gott überraschende Begegnungen mit Menschen in Alltagssituationen schenkt.

  15. Alexander Maurer says:

    Obwohl ich eher kritisch gegenüber all diesen Modeerscheinungen eingestellt bin, hat mich die missionale Theologie in letzter Zeit, auch gerade wegen der Literatur beschäftigt. In Gesprächen mit Menschen, die in einer Emerging Church zu Hause sind, konnte ich einen kleinen Einblick in das Leben einer solchen Gemeinde erhalten. Ich bin der Meinung, dass die Emerging Churchs die Gemeinde der Zukunft ist. Nicht weil ich das will, sondern weil sie von selbst entstehen werden. Persönlich, bzw. beruflich stelle ich fest, dass diese Entwicklung das Berufsfeld des Pastors vereinfachen wird. Es sind nicht mehr die „alles könnenden“ Pastoren gefragt, sondern viel mehr die offen und authentisch lebenden. Diese Entwicklung ist zu begrüssen. Die persönliche Herausforderung des Ganzes Themas ist natürlich auch noch vorhanden. Ich versuche das Evangelium im Alltag sichtbar zu leben. Das Evangelium ist und bleibt eine Herausforderung!

  16. Dani Eichenberger says:

    Achtzig Tage sind vergangen, die Literatur habe ich gelesen und die praktischen Aufgaben gelöst. Ich muss schon sagen, ich hätte nicht erwartet, dass mich dieser Kurs dermassen prägt!
    In der Kinderarbeit in Effretikon, in der ich Mitleiter bin, wurde uns wichtig, die Elternarbeit zu vertiefen, d.h. die Kinder und natürlich die Eltern, zu Hause vermehrt besuchen. Wir wollen anfangen unser Leben mit den Eltern jener Kinder zu teilen. Wir glauben, dass so eine Beziehung zu ihnen aufgebaut werden kann, die die Liebe Gottes zu ihnen trägt.
    Ansonsten wurde mein ganzes Gemeindeverständnis ummoduliert. Ich wurde in einen Prozess geführt, in dem Gott mein Denken und Handeln formt. Dieser Kurs war wirklich eine Bereicherung für meine ganze Arbeit und auch für mein Wohlbefinden, insofern, mich unsere Gemeindesituation nicht überzeugte. Ich kenne nun neue missionale Ansatzweisen, die mir eine neue Perspektive geben.

  17. Urs Oester says:

    Laut Timmis würden die Kirchen oftmals am Rande der Gesellschaft stehen. Warum? Ich glaube, weil wir uns als Institutionen häufig um uns selber drehen. In unseren Gemeinden versuchen wir, den Anwesenden gerecht zu werden und unsere Traditionen nicht zu verletzen. Die letzten 80 Tage haben weder in meinem persönlichen Leben noch in meiner Gemeinde viel bewirkt. Was jedoch hängen geblieben ist, sind Gedanken, welche mich zum Handeln anregen. So werde ich z. B. in den nächsten Tagen in der Stadt Luzern auf Flyer geklebte Bonbons verteilen, mit welchen ich im Namen unserer Gemeinde den Menschen frohe Weihnachten und ein gesegnetes neues Jahr wünsche. Damit will ich einerseits Präsenz markieren und andererseits eine Plattform bilden, auf welcher ich mit Menschen ins Gespräch kommen kann. Durch diese Aktion zeige ich Interessen an der örtlichen Gesellschaft. Wichtig ist meiner Meinung nach, dass wir im Kleinen treu bleiben, um vielleicht einmal Grösseres empfangen und umsetzen zu können.

  18. Bob Donut says:

    Zwei Themen die mich auch Wochen nach dem Kongress Ganz Gemeinde beschäftigen:

    Mann des Friedens:
    Um den evangelischen Impact in einer Gruppe (damit meine ich Ethnien od. Subkulturen unserer Gesellschaft; siehe dazu meine früheren Posts) zu maximieren, müssen wir zuerst den „Mann des Friedens“ finden. Damit ist das Oberhaupt einer Gruppe gemeint. Wenn du den Mann des Friedens für Jesus gewinnen kannst, wird ein grosser Teil der Subkultur ihm folgen. Eine Ethnie, die Gott mir auf’s Herz gelegt hat ist ein Familienclan vom Balkan, der Mann des Friedens offensichtlich der Patriarch. Leider liegt noch so manche Einladung von dieser Familie auf Eis. Was ist der Grund? Es ist das religiöse Hyperventilieren: vor lauter christlichem Programm bleibt keine Zeit mehr für das Wesentliche nämlich, den Kontakt zu den Mitmenschen pflegen. Dies führt uns gleich zum zweiten Punkt:

    Geh Kultur:
    Dies bedingt nämlich, dass unsere Gemeinden die Komm- in eine Geh-Kultur verwandeln. Warum reicht uns die Zeit nicht, um unsere Freunde in Subkulturen zu besuchen? Erstaunlicherweise ist mein gedrängtes so genannt christliches Programm dabei oft ein Hinderungsgrund. Heisst das nun, dass ich mir über meine Aufgaben in der Gemeinde Gedanken machen soll? Ich denke ja. Dabei ist es keine Abkehr von Gemeinde, sondern im Gegenteil: ich mache und bin Gemeinde. Indem ich die Gewichtung der traditionellen Gemeinde etwas zurücknehme, erhalten ich Freiheit um in eben genannter Subkultur Gemeinde zu gestalten.

  19. Levi Hertig says:

    80 Tage nach dem Kongress kann ich reflektierend sagen, dass die Thematik des Kongresses mitsamt seiner Literatur mir die Erkenntnis gebracht hat, dass wir in unserer Freikirche, ja vielleicht sogar landes – oder europaweit, geistlich gesehen schlafen. Unsere Gedanken, Sorgen und Handlungen drehen sich vor allem um uns selber. Wir erleben in unserer Freikirche Sonntag für Sonntag einen Gottesdienst, der zugeschnitten ist auf uns Christen mitsamt unseren täglichen Problemen und Herausforderungen. Dies ist nicht der ganze göttliche Sinn des Gottesdienstes. Wir vergessen die Menschen um uns herum.

    Aber bekanntlich ist die Einsicht eines Problems der erste Schritt in Richtung Veränderung dessen. Und diese Einsicht habe ich gewonnen. Nun bin ich bestrebt, unter der Führung des Heiligen Geistes, weitere Schritte zu gehen und einen Veränderungsprozess des Gottesdienstverständnisses in unserer Freikirche zu provozieren. Dabei soll der Wille Gottes und seine Absicht mit unserer Gemeinde im Vordergrund stehen. Ganz getreu dem Gebet, das Jesus uns gab und nach dem wir uns richten sollen (Mat. 6, 9 -13).
    Unser Vater im Himmel!
    Dein Name werde geheiligt.
    Dein Reich komme.
    Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.Unser tägliches Brot gib uns heute.
    Und vergib uns unsre Schuld,
    wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
    Und führe uns nicht in Versuchung,
    sondern erlöse uns von dem Bösen.

  20. Pascal Hess says:

    Rund 80 Tage nach dem Kongress sind die Gedanken zur missionalen Theologie nicht mehr so klar und strukturiert wie sie unmittelbar nach dem Kongress waren. Auch wenn nur sehr klein, so hat sich etwas in mir verändert. Die Gedanken Reimers über den missionalen Gottesdienst haben sich in meinem Herzen eingebrannt: „Der missionale Gottesdienst denkt alles von Gott her und nicht umgekehrt (Reimer 2010:44)!“
    Diese Gedanken hatten einen ganz wesentlichen Einfluss wie ich in den letzten Wochen den Gottesdienst aktiv miterlebte und mitgestaltete. Z.B. mag ich keine langen Lobpreissessions, von Gott her betrachtet, rückt es aber für mich in ein völlig neues Licht. Oder wenn es mir schlecht geht und ich keinen Gottesdienst feiern mag – es geht schlussendlich nicht um mich sondern um Gott. So oft wie möglich zu versuchen von Gott her zu denken, hilft mir sehr und veränderte meine Perspektive nun schon einige Male. Die Veränderung ist klein aber sie ist vorhanden und beginnt bei mir persönlich. Somit ist der Same gesetzt, dass es grössere Kreise ziehen kann.

  21. Stefan Fankhauser says:

    80 Tage sind verhältnismässig eine kurze Zeit. Ich könnte deshalb nicht sagen, dass sich bei mir oder meiner Gemeinde schon gross etwas verändert hätte. Die Konferenz und die Literatur hat mir aber gute Gedankenanstösse gegeben. Die grosse Frage, die ich immer noch nicht abschliessend beantworten kann ist: Wie sprechen wir als Gemeinde noch vermehrt Menschen aus unterschiedlichen Subkulturen oder auch Ausländer an? Flury Bärtsch hat aufgezeigt, dass die meisten Gemeinden nur einen kleineren Teil der umliegenden Bevölkerung ansprechen. Gottesdienste für kirchendistanzierte Menschen werden bei uns bereits angeboten, jedoch dürfen wir nicht stehen bleiben. Wir müssen uns noch vermehrt die Fragen stellen: Wie gehen wir zu den Menschen? Welche Lebensfragen beschäftigen Sie? Was ist kulturell relevant für sie, wo brauchen Sie Hilfe?

  22. Beatrice B. says:

    Die Inhalte der Konferenz und dazugehörigen Literatur haben mich in den vergangenen Wochen immer wieder zum Nachdenken angeregt. Die Konferenz war zwar nicht ein derart einschneidendes Ereignis, dass sich nachher alles verändert hat, aber hängen geblieben ist einiges. Und Veränderung muss ja nicht immer von heute auf morgen geschehen, sondern kann sich in kleinen Schritten allmählich einstellen. Ich habe in den letzten Wochen bewusst Beziehungen mit Nichtchristen gepflegt, dies ist für mich persönlich ein kleiner Erfolg. In der Gemeinde ist schon länger ein Prozess im Zusammenhang mit missionaler Gemeinde im Gange, und dort konnte ich durch die verarbeiteten Inhalte auch etwas zur Diskussion beitragen. So wird mich das Thema „Ganz Gemeinde“ sicher noch einige weiter bewegen und hoffentlich mein Leben noch mehr prägen.

  23. lea says:

    Was hat sich nachhaltig verändert? Nun, verschiedene Gedanken und Referate sind sehr wohl hängen geblieben, doch was hat sich nachhaltig verändert? Wahnsinnige Projekte oder Veränderungen in der Gemeinde aufgrund dieser Konferenz, kann ich nicht aufweisen. Aber was sich sicher verändert, oder aufgefrischt hat, ist meine Sicht zu verschiedenen Themen. Die Zeiten der Gemeinschaft sind mir wieder viel wichtiger geworden und auch das Anliegen, dass jeder einzelne in meiner Gemeinde so einen engeren Kreis, eine Smallgroup, haben kann. Ausserdem schärfte sich mein Blick wieder was die Notwendigkeit der Mission vor der Haustüre angeht. Wir brauchen wieder eine natürliche, missionale Lebenshaltung in unserem Alltag. Wir brauchen wieder ein Anliegen für Europa. Es kann nicht sein, dass wir von A nach B und C nach D reisen, und die Menschen um uns herum vergessen. Natürlich braucht es Menschen die gehen, die reisen und verkünden. Doch wie heisst es so schön: „Willst du das Ende der Welt erreichen, dann dreh dich um, schon bist du da.“

  24. Tom Weiler says:

    Seit der Konferenz hat sich einiges verändert. Ich habe einige Veränderungen gesehen in mein persönliches Leben. Ich merke wie ich offener und freier auf Leute gehen kann. Ich suche nicht mehr verkrampft nach „Evangelisationsaugenblicke“. Ich probiere stattdessen das Evangelium zu leben, wie es Steve Timmis vorgeschlagen hat in seinem Referat. Durch diese Haltung habe ich eine deutliche Zunahme an Begegnungen und Gespräche erlebt, wo ich über das Evangelium reden kann. Ich verbinde immer mehr „christliche“ Anlässe mit „nichtchristliche“ und erlebe dabei tolle Sachen mit Gott. Ich glaube Gott ist stark am bewegen in diesem Bereich und wir vieles erleben werden, ich freue mich darauf!

  25. Simone Wisskirchen says:

    Zuerst muss ich sagen, dass ich seit diesem Kongress überall von missionaler Gemeinde höre. Es fällt mir viel mehr auf, dass sich viele Gemeinden auf den Weg machen, durch das Wirken in der Gesellschaft Gottes Reich zu vergrössern und somit seinen Willen geschehen lassen. Die einten Christen die ich beobachte sind Feuer und Flamme und andere schauen skeptisch in die Zukunft.
    Ich war gerade am Praise Camp in St. Gallen und feierte eine Woche lang mit 4000 anderen unseren Gott! Dabei fand ich besonders schön, dass man den Teenies oft und sehr gelungen vermitteln wollte, dass sie Gott lieben sollen, sich selber und auch die Mittmenschen. Man versuchte zu erklären wer diese Mittmenschen sind und wie einfach und spannend es sein kann, missional zu handeln!
    Dieser Gedanke, dass Gottesdienst ist und alle hin wollen hat mich in dieser Woche nicht mehr los gelassen. Denn da waren 4000 die unbedingt jeden Input, jeden Worship, jeden Strasseneinsatz und was es sonst noch gab miterleben wollten! Ach wäre es doch in der Welt genau so! Ich sitze gerade in meiner Gemeinde und schaue die lehren Stühle an und denke darüber nach, was unten auf der Strasse, mitten in Kloten so alles vor sich geht! Wie kann ich als licht, missional in diese Welt hinein wirken?