Think-Tank „Missionale Christologie“ im Rückblick

Letzte Woche lud IGW zu einem weiteren Think-Tank ein. (Die Ergebnisse des ersten sind hier herunterzuladen.) Diesmal ging es um die missionale Christologie und um das Ziel, die Gedanken dazu in fassbare Thesen zu giessen. (Mehr im Artikel auf Livenet.) Bevor das Ergebnis der Denkarbeit in einigen Wochen veröffentlicht wird und dann zur breiteren Diskussion steht, habe ich die teilnehmenden IGW-Mitarbeiter um einen kurzen Rückblick auf den Think-Tank 2011 gebeten:

„Das waren zwei interessante Tage unter Theologen, die sich über missionale Christologie nicht nur Gedanken machen wollten, sondern auch ein paar aussagekräftige Thesen erarbeitet haben. Die Thesen sollen Anstoss geben, weiterzudenken und zu handeln. Einmal mehr habe ich gesehen und erlebt, dass gemeinsames Arbeiten kreativer und erfolgreicher ist, als es eine Einzelarbeit je sein kann.“

(Hans-Jörg Strahm, Studienleiter Bern/Burgdorf)

„Theologisieren im freien Fall erwies sich einmal mehr als sehr fruchtbar und konstruktiv. Das gemeinsame Nachdenken in Freiheit und gegenseitiger Wertschätzung ist ein besonderes Privileg und zeigt auch, dass theologische Arbeit Begegnung ist. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Think-Tank zum Thema missionale Pneumatologie.“

(Fritz Peyer-Müller, Rektor)

„Die beiden Tage als Moderator und Leiter zu gestalten, war für mich ein Vorrecht: 20 Leitungspersönlichkeiten miteinander denken, reden, lachen, diskutieren, essen, trinken und feiern zu sehen und zu hören – und dabei zu erleben, dass Jesus mitten drin dabei ist – das ist ein Think-Tank (Denkwerkstatt) nach meinem Geschmack. Das zweite faszinierende Element war die Erkenntnis, wieviel zustande kommt, wenn Menschen kooperieren und gemeinsam an etwas arbeiten.

Inhaltlich bin ich einmal mehr neu bewegt und herausgefordert worden durch eine ganz einfache und grundlegende Frage: Wer ist dieser Jesus Christus? Wer ist er für mich persönlich? Wer ist er für uns heute? Und: Was bedeutet ein Leben mit Jesus Christus heute?

„Die Neuentdeckung von Jesus in der missionalen Theologie stellt unser Leben und unseren Glauben auf die Probe“, schrieb Manfred Kiener, idea-Redaktor, in seinem Bericht über den letzten Think-Tank – und ich würde noch ergänzen: „und (möglicherweise) auf den Kopf.“

Wenn wir die Zukunft der Kirche gestalten wollen, dann besteht unsere erste und primäre Aufgabe darin, immer wieder neu dafür zu sorgen und sicherzustellen, dass Jesus Christus die lebendige und bestimmende Mitte ist und bleibt. Die Kirche muss immer wieder zurück zu Jesus, sich von neuem auf ihn einlassen und dabei den Mut aufbringen, die gegenwärtige christliche Religion auf ihre Verbindung zur Person, der Lehre und dem Leben von Jesus Christus hin zu prüfen. Nur so ist eine wahre und grundlegende Erneuerung möglich.

Diese Erneuerung beginnt bei mir persönlich, in meinem Sein, Denken und Handeln, mitten im Leben, im Alltag. Sie ist zugleich Geschenk und Herausforderung, Angebot und Anfrage: Ist Jesus Christus die lebendige und bestimmende Mitte meines Lebens (geblieben)? Sein erlösendes Handeln und seine befreiende Präsenz sind mitten in unserem Leben erfahrbar, auch beim Abendprogramm eines Think-Tanks beispielsweise.“

(Michael Girgis, Bereichsleiter BA, Co-Rektor)

Die Veröffentlichung der erarbeiteten Thesen ist für April geplant.

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