„Missional leiten ist wie…“

Viel gehört und doch nichts Neues gelernt? Was unterscheidet missionale Leiterschaft von unserer traditionellen Vorstellungen, wie Leiterschaft auszusehen sollte? Welche Konsequenzen ziehst du für den Schweizer Gemeindekontext und insbesondere für deinen Kontext? Welche neuen Chancen bzw. Gefahren birgt missionale Leiterschaft?

IGW-Kongress-Teilnehmer äussern sich nachfolgend zum Thema „Missionale Leiterschaft“ und stellen ihre Gedanken hier auf dem IGW-Blog zur Diskussion.

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24 Responses to “„Missional leiten ist wie…“”

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  1. Simon Huser says:

    Ergänzend zu Benis super Artikel über die Verwandlung der Pastoren zu Äbten möchte ich dem Transfer vom Klassenzimmer zum Kunststudio beitragen. Das war nämlich ein weiterer Vorschlag von Alan Roxburgh am IGW Kongress 2011. Ich schaue in die Gottesdiensträume der Schweizer Kirchenlandschaft und sehe Bänke oder Stühle die in Richtung Kanzel blicken, zumindest ist es im meiner Gemeinde so. Andere haben eine Tribüne, sitzen im Halbkreis oder was auch immer. Ich kenne aber keine Gemeinde wo Staffeleien herumstehen und jeder die Predigt in ein kunstvolles Gemälde verwandelt. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Cla Gleiser, der die Referate illustrierte. Es geht natürlich nicht um eine Künstler-Kirche in diesem Sinne, sondern um einen Ort wo Kreativität und Vorstellungskraft gelebt werden. In unserer Schulkarriere gewöhnen wir uns so stark an den Frontalunterricht, dass wir uns schwer davon trennen können. Während dieser Zeit lernen wir die Annehmlichkeiten vom Hineinsetzen, Zuhören oder uns schlafend mit Wörtern und Zahlen berieseln zu lassen kennen. Als Lehrer erwartet man, dass die kommunizierten Informationen Menschen verändert. Leider ist es nicht so einfach, wenn jemand die Idee verstanden hat wird er sich nicht automatisch verändern. Ich erinnere mich an meine Schulzeit, mein Lieblingsfach war Pause, ich war froh wenn die Stunde vorbei war, in besonders langweiligen Lektionen machten wir mehr Blödsinn als aufzupassen und wenn es keine Prüfungen gegeben hätte wäre meine Ausbeutung aus dem Unterricht noch geringer gewesen. Man könnte jetzt, Prüfungen in der Gemeinde einführen oder sie in ein Kunststudio umwandeln, denn da wird mit einer Idee, einem Objekt gearbeitet. Leiter sollen die Vorstellungskraft anregen und die Kreativität fördern anstatt bloss zu unterrichten.
    Ein Experiment für eure Teeniegruppe oder Untiklasse: Sucht euch einen Gegenstand und lasst die Teenies es abzeichnen. Du wirst verschiedene Bilder haben mit demselben Sujet. Wenn die Menschen im Gottesdienst den Inhalt verarbeiten würden, werden auch verschiedene Bilder von jedem einzelnen entstehen aber die Idee passt dann in ihr Leben. Wenn jeder die Predigt oder den Lobpreis persönlich mit seiner Kreativität und Vorstellungskraft verarbeitet wird aus dem Klassenraum voller mehr oder weniger beteiligten Schülern ein Atelier voller wunderschöner Gemälde. Es wird lebendig! Im Vertrauen darauf, dass der Heilige Geist in jedem Künstler den Pinsel schwingt. Ein solches Artstudio motiviert und fördert die Experimentierfreude, man denkt mit, man öffnet seine Augen und sieht Möglichkeiten. Möglichkeiten wie ich aus der Predigt und aus dem was Gott für mich will, mein Leben gestalten kann. Wie ein Künstler, der in seiner Umgebung ein Bild erkennt und in ein Kunstwerk verwandelt. Man sieht z.B. den Nachbar und seine Not wie ein Künstler einen Klumpen Stein ansieht und bereits die Skulptur darin erkennt. Ich denke auch, dass Gott in den Menschen solche Kunstwerke sieht. Die Frage „Was wäre wenn…?“ führt zu Experimenten.
    Wir sollen Menschen zu solchen Experimenten ermutigen und sie zulassen…
    … weil wir die Gemeinde nicht nach unseren Vorstellungen verändern wollen.
    … weil man versagen darf. (Ausser Jesus ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und ein Bild ist Geschmackssache!)
    … weil es andere ansteckt und die Kreativität weckt.
    … weil wir Gott erleben können.
    Am besten fängst du bei dir an. Sei wachsam für den Heiligen Geist, motiviere und unterstütze andere. Lasst uns in und aus den Gemeinden malen.
    Ich weiss nicht ob Alan das bejahen würde aber so stell ich mir ein Kunststudio in der Gemeinde vor.

  2. lukas etter says:

    „Missional leiten ist wie…Spaghetti essen ohne Sauce“

    Was ist mit diesem Titel gemeint? Wir können den Titel erst verstehen, wenn wir uns auf den Text einlassen. Wir müssen uns mit dem Autor und seinem Umfeld auseinander setzen um den Titel kontextualisieren zu können. Nur weil wir die Spaghetti mit Sauce lieber haben und wir diese Vorliebe mit all unseren Mit-Schäfchen am Sonntagmorgen teilen, heisst das noch lange nicht, dass es keine Ohne-Sauce-Esser gibt. Nun, wie finden wir dies raus? Durch das wir uns mal am Arbeitsplatz rumhören. Oder mit dem Nachbarn beim vorbeistressen ein paar Worte wechseln. Nach dem Fussball nicht nach Hause düsen sondern uns die Geschichten der Spiel-Kumpane anhören. Dann werden wir schnell merken, es gibt sie noch: Die Leute, die Spaghetti ohne Sauce essen. Und jetzt auf einen Stuhl zu stehen und ihnen eine Predigt zu halten, wie gut die Spaghetti mit Sauce schmecken würde, ist bestimmt nicht die Lösung. Was dann? Ein Versuch wäre es doch, dass wir als Leiter uns mal näher mit unseren Mitmenschen abgeben und in ihr Leben eintauchen, genauso wie wir es doch oft an unsere Mitesser delegieren. Und das heisst, die Spaghetti einfach mal ohne Sauce einzunehmen, so wie wir sie serviert bekommen. Wenn ich die Worte Jesu bei der Aussendung der 72 Jünger in Lk 10 richtig verstehe („…esst und trinkt, was man euch gibt…“), so finde ich nichts Falsches daran, das zu nehmen, was man bekommt. Für uns als Leiter ist es selbstverständlich, dass wir am Sonntagmorgen mit unseren sauceessenden Freunden Gottesdienst feiern. Genauso wenig wie du dir vorstellen kannst, wie hässlich Spaghetti ohne Sauce sind, genau so wenig können sich vielleicht deine Arbeitskollegen vorstellen, am Sonntag in der Früh aufzustehen. Wieso? Weil die Leute um uns anders Leben. Einen andern Rhythmus innehaben. Anders denken und die Welt anders wahrnehmen als wir. Was heisst das jetzt für uns in der Kirche? Dass wir als Leiter eine Gemeinde für Nicht-Saucen-Esser gründen? Ich denke weniger. Viel eher wollen missionale Leiter, den Nachbarn und Sportkameraden die Sauce schmackhaft machen. Nämlich indem sie die Sauce durch ihr Vorleben zum Probieren geben. Ich bin überzeugt, gerade weil wir die Spaghetti mit Sauce essen, dürfen wir den Mut haben, auf andere Leute ausserhalb unserer Gemeinde zuzugehen. Und diesen Kontakt nicht als schlechter betrachten als wenn wir mit Gleichgesinnten zusammen Sauce essen. Wer weiss, es könnte ja sogar sein, dass sich unser Nachbar Gedanken darüber macht, wie ich mich verhalte. Und gerade weil ich an seinem Tisch mitesse, er sich auch mal einen Tropfen Sauce über die Spaghetti tröpfeln lässt und so auf den Geschmack kommt. Wenn er dann versteht, dass er jetzt selber ein Teil der Gemeinde ist, hat alles funktioniert und er wird leiten wie Jesus. Missional. Denn ich denke Jesus hat mit den Zöllnern Spaghetti ohne Sauce gegessen…

  3. Dominik Stäuble says:

    „Missional leiten ist wie … alles zu Hause zu lassen?“

    Mit diesen Worten hatte mich Alan als Zuhörer auf sicher. Was wollte er damit sagen? Er bezieht sich auf die Aussendung der 72 Jünger in die Welt. Jesus sagte ihnen dort: Geht! …Tragt weder Beutel noch Taschen noch Schuhe. Alan nahm die Gegenstände in unseren Kontext auf und verglich diese mit evangelistischen Materialien in unserer heutigen Zeit. Wie bitte, keine Bibel zum Verteilen mitnehmen?
    Sollen wir jetzt unseren evangelistisch engagierten Leuten erklären, sie sollten nichts mitnehmen, wenn sie auf die Strasse gehen? Das sie alles zu Hause lassen sollen?

    Wie meinte Alan dies? Er behauptete, wenn wir solche Materialien mitnehmen, würden wir nicht erfahren, was Gott vorhat. Ist das wirklich so? Brauchen wir diese doch! Ich meine nicht. Denn manchmal sind wir so darauf fixiert, dass Menschen sich bekehren, dass wir Gott indirekt als Autorität über unser Handeln ausklammern. Wir sind zu sehr an Resultaten orientiert und viel zu egoistisch. Besser wäre, von Gott abhängig zu sein und ihn wirken zu lassen.

    Er sollte doch unser Guide sein. Gott als unseren Guide? Dies haben wir von unserem Naturelle her nicht gerne. Nicht war? Jedenfalls, mir geht es so. Aber genau dort will Gott uns haben. Da, wo wir führen und leiten lassen, kann er sich gross machen. Ich stelle mich in den Hintergrund und lasse ihm den Vortritt.

    Wie sieht dies praktisch aus? Alan meinte, wir sollten uns in die soziale Welt der Menschen begeben. Wie wäre es, wenn ich als Pastor auf den lokalen Fussballplatz gehen würde, um mit den Leuten Fussball zu spielen? Und anschliessend gehe ich mit ihnen noch etwas trinken. Wie wäre es, wenn ich mit meinen Nachbarn mal ein eigenes Bier brauen würde? Würde nicht Jesus genau diesen Weg zu den Menschen wählen? Ich denke, ihn würden wir genau dort auffinden, wo die Menschen leben und sich treffen.
    Wäre es nicht genial, wenn ich dies in meinem Umfeld anfange zu leben und den Menschen in der Kirche Zeugnis davon gebe? Die Menschen in der Kirche gilt es zu ermutigen, in ihrer Nachbarschaft, Arbeitswelt und ihren Beziehungen auf natürliche Weise Christsein zu leben.

    Als Pastoren dürfen wir uns nicht aufs Predigen beschränken, sondern müssen selber Vorbilder sein und Christsein praktisch vorleben. Wie Jesus es tat.

    Wäre dies nicht der Weg, die Gesellschaft nachhaltig zu verändern?

  4. Barbara Schmid says:

    Ich bleibe beim Gedanken des Kunststudios…Mir gefällt die Aussage von Simon Huser „ dass der Heilige Geist in jedem Künstler den Pinsel schwingt“
    Aber kommt uns beim Pinseln oft nicht gleich der Rahmen des Gemäldes in die Quere?
    Ja wieso nicht Menschen zu Experimenten ermutigen und es zulassen, aber einfach nur so weit wie es der Rahmen erlaubt!?
    Aber wer steckt den Rahmen ab? Sind es die 80% welche nach Alan die breite Mitte sind? Oder sind es die paar wenigen Prozente welche vorne stehen und das Ganze ziehen?
    Lässt ein Rahmen voller Strukturen, Programme, Gremien…. und dies mit einer enormen hohen Professionalität überhaupt das einzelne Sujet zu?
    Ich denke ja. Aber vielfach steht uns das grosse exklusive Gemälde in unseren Köpfen im Wege. Dabei gibt es so viele spannende und wertvolle kleine Gemälde!
    Fangen wir doch an lauter kleine Gemälde zu malen und füllen diese mit Geschichten unseres Nächsten. Nur so finden wir heraus, wie wertvoll der Heilige Geist ist der in jedem einzelnen von uns den Pinsel schwingt.
    Ja unser Nächster ist in der Nachbarschaft oder an unserem Arbeitsplatz. Aber ist unser Nächster nicht auch der, welcher am Sonntag neben uns, hinter uns oder sogar vor uns sitzt? Wie viel kennst du von seinem kleinen Gemälde? Und wie viel kennst du von dem Gemälde welches am Sonntag immer in einer ganz anderen Ecke als du sitzt?

  5. Sibylle Zysset says:

    I, me and myself

    I, me and myself. Klingt egoistisch, nicht? Sind wir nicht. Wir sind schliesslich Christen, und wissen, dass in der Bibel in den 10 Geboten steht, wir sollen unseren Nächsten lieben, wie uns selbst. Also befolgen wir hiermit eigentlich nur ein Gebot. Daneben ein bisschen freundlich sein und unseren Nächsten für 10 Minuten beachten, können wir auch noch. Gott kriegt natürlich noch seine 5 Minuten am Tag, in denen wir beten und Gott bitten er möge uns helfen und beschützen und uns die Prüfung bestehen lassen und am Schluss, ein Amen. Denn so soll es ja schliesslich sein. Dann ist Sonntag. Gemütlich in den Stuhl kuscheln, zuhören und erwarten, dass eine Lösung auf meine bevorstehende Prüfung geliefert wird und enttäuscht sein, wenn dies nicht der Fall ist. Natürlich war der Worship auch wieder von den Senioren geleitet. Also ein Morgen, an dem ich doch besser gelernt hätte … “a damn selfish individual“ würde Alan Roxburgh dazu sagen.
    Kennen wir diese Situationen in geringerem Masse nicht alle?! Wenn wir ehrlich sind?! Ich leider auch! Ein verdammt egoistisches Individuum. Harte Worte. Doch treffen diese auch zu? Würde Gott in dieser Weise über uns denken? Haben wir erkannt, um was es geht? Braucht Gott uns?
    Diese und andere Fragen haben uns und Alan in den 2 Kongresstagen beschäftigt. Er erklärte uns, dass wir neu erkennen müssen, dass es in der Sache mit Gott, nicht um uns geht. Es geht nicht darum, unsere Bedürfnisse die wir haben, zu stillen, sondern zu seinem Wort zurückzukehren. Es geht nicht darum, sich am Sonntagmorgen in den Gottesdienst zu setzen und Lösungen für unsere Probleme zu erhalten. Sondern es geht darum, was Gott mit dieser Schöpfung vorhat, welches Ziel er verfolgt. Wir müssen beginnen, um uns herum zu blicken, zu sehen wo stehen die Menschen um uns herum. Dazu möchte er uns gebrauchen. Viele denken jetzt vielleicht, ja aber weshalb habe ich eine Beziehung zu Gott? Gott möchte uns gebrauchen. Aber wir müssen uns bewusst sein, dass er nicht auf uns angewiesen ist. Sonst wäre er nicht allmächtig. Die Bibel gibt uns ein Beispiel, dass wir Menschen sind, die Gott gebrauchen möchte, und zwar so, wie Gott es vorgesehen hat. Zu finden ist dies in Römer 9,21: „Oder hat der Töpfer nicht Macht über den Ton, aus derselben Masse das eine Gefäss zur Ehre und das andere zur Unehre zu machen?“ Gott macht aus uns ein Gefäss, etwas, dass er gebrauchen kann, nach seinem Sinn. Er entscheidet, was geschieht. Gott ist der Handelnde!Wie oft habe auch ich selbst erlebt und gesehen, dass Ideen und Projekte entstanden sind, die wir wollten. Wie oft war es so, dass vor einer Sitzung gebetet wurde, und zum Abschluss. War Gott aber einbezogen in der Mitte, als es um die wirklich wichtigen Fragen ging? Haben wir danach gefragt, was Gott möchte? Genau dies versuchte uns Alan klar zu machen. Wir sind nicht die Handelnden, es geht um Gott. Er ist der Akteur. Und wir müssen beginnen, danach zu fragen was Gott will, wo er bereits am Handeln ist und was unser Auftrag darin ist. Wir müssen auf die Welle aufspringen, die er in Bewegung gebracht hat. Wir müssen wegkommen vom Gedanken, dass wir im Mittelpunkt stehen. Eine Herausforderung? Machen wir die Augen auf mit der Hilfe des heiligen Geistes, und beginnen zu sehen, was Gott wirkt. Weil „does God need the church?“ (Buchtitel von Gerhard Lohfink, 1999)

  6. Andrea Meier says:

    Welchen Typ Leiter brauchen wir heute? Die Zeiten ändern sich. Vorbei sind die Tage, in denen Leiter automatisch Autorität hatten. Leiter werden nicht mehr auf einen Sockel erhoben, wo sie unantastbar waren. Die Gesellschaft verändert sich, genau so sollen sich Gemeinden verändern. Gott verändert sich nicht (Heb 13,8). Er berief schon in biblischen Zeiten normale Menschen zu Leitern. Das tut er heute noch. Aber was ist ihre Aufgabe heute?
    Alan Roxburgh sagte in einem seiner letzten Referate, dass Leiter meistens diejenigen seien, die zuletzt sehen, was Gott mit seinen Leuten am bewirken ist. Gott braucht keine Leiter um sein Reich zu bauen. Alan sagte: „It’s NOT up tot he leaders!“ (Es hängt nicht von den Leitern ab!). Trotzdem glaube ich fest, dass Gott auch heute noch Leiter beruft. Gott ist bereits am Werk in unserer Umgebung, mit unseren Gemeindemitgliedern und in unseren Nachbarschaften. Als Leiter geht es darum, dass wir herausfinden, was Gott am tun ist. Es ist nicht unsere Aufgabe, den Leuten zu sagen, was ihre Aufgaben sind, sondern hinzuhören und „rumzuschnüffeln“, um herauszufinden wo Gott am Werk ist.
    In seinem Buch „Missionale Leiterschaft“ (2011) schreibt Alan Roxburgh von der Wichtigkeit der Erzählungen. Er schreibt davon wie bedeutend Erfahrungen sind und wie wichtig es ist, dass Menschen ins Gespräch kommen und einander aus ihrem Leben erzählen (2011:95). Mit offenen Herzen und im Gespräch miteinander und mit Gott können wir herausfinden, wo Gott dran ist. Dabei müssen wir Leiter eine Plattform schaffen, wo der Einzelne beginnen kann zu erzählen. Leiter müssen den Gemeindemitgliedern die Möglichkeit geben Geschichten aus ihrem Leben zu erzählen. Am Kongress betonte der Referent und Autor immer wieder, wie wichtig es ist, dass wir zuhören., zuhören und zuhören. Und dann zu entdecken, was Gott am tun ist.
    Das sind herausfordernde Aufgaben für einen Leiter. In der Schweiz herrscht viel Leistungsdenken, auch in den Gemeinden. Den Gemeindebesuchern die Möglichkeit geben, zu erzählen und ihnen zuzuhören, gehört nicht gerade zu den von uns anerkanntesten Leistungen. Und trotzdem ist es eine riesen Leistung, wenn es einem Leiter gelingt eine solche „Erzähle-und-wir-schauen-hin-was-Gott-am-tun-ist“- Kultur zu schaffen.

  7. Sabrina Ledergerber says:

    Missional leiten ist wie… einer Frau helfen, die nötigen Kräfte zu mobilisieren, um ihrem Kind das Leben zu schenken und sie dann in ihrem Muttersein zu bestärken.
    Ja Beni Leuenberger, ich kann verstehen, dass es für dich schwer ist vorzustellen, eine Hebamme zu sein. Da geht es mir genau anders und daher möchte ich dir, euch, einige meiner Gedanken dazu weitergeben, bin ich ja selbst im ambulanten Wochenbett (= erste Tage nach der Geburt) tätig und habe in meinem Alltag als Stillberaterin viel mit einer Hebamme gemeinsam.
    Eine Hebamme hat nicht die Aufgabe, der Frau beizubringen, wie sie ihr Kind zur Welt bringen soll. Sie ist dazu da, die Frau im Geburtsvorgang zu unterstützen und zu stärken. Sie verhilft ihr, die nötige Kraft zu mobilisieren. Dies gelingt der Hebamme dann, wenn sie nicht bestimmt wie es geht, sondern mit der Frau zusammen durch die Wehen geht. Sie muss der Frau zuhören, sie beobachten und aufgrund von dem, was sie wahrnimmt, der Frau helfen, das Kind selbst zur Welt zu bringen. So wird die Frau nach der Geburt sich selbst stolz auf die Schulter klopfen können und sagen: ICH habe es geschafft!
    Stellt euch vor, wir würden wirklich Hebammen werden… Wir würden uns mit den Menschen beschäftigen und sie anhören. Wir würden alles daran setzen wahrzunehmen, was bei ihnen vorgeht um sie dann für das stark zu machen, für ihre Berufung. An diesem Punkt müssen wir uns bewusst sein, dass wir nicht alle Zügel in der Hand halten. Das hat Alan am Kongress und auch du Beni treffend erläutert. Denn plötzlich sind nicht wir Leiter diejenigen, welche die Gemeinde bauen, sondern nun wird die Gemeinde plötzlich durch die Mütter, ähm die Menschen der Gemeinde gebaut und dies führt unweigerlich zu einem Eigenleben, bei welchem nicht wir mehr die Tonangebenden sind. Aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es nichts Schöneres gibt, als eine strahlende junge Mutter, welche nach dem Wochenbettbesuch mit erhobenem Haupt und selbstsicher tschüss sagt. Als ich kam, war sie ein kleines, heulendes Elend, welches sich der Aufgabe des Mutterseins nicht gewappnet fühlte. Doch was ist nun in den 90 Minuten meines Besuches geschehen?? Eigentlich gar nichts, denn nicht ich habe etwas mit dem Kind gemacht, sondern sie hat in meinem Beisein alles Selbst gemacht. Ich habe ihr zugehört, was sie beschäftigt. Ich habe beobachtet, was sich in ihr abspielt und habe sie dazu befähigt, Kräfte zu mobilisieren und an sich als Mutter zu glauben. Nicht weil ich etwas tat, sondern sie freisetzte das zu tun, wozu sie berufen ist, Mutter zu sein. Manchmal kann das sehr herausfordernd sein, denn manchmal stellen die jungen Mütter sich schön kompliziert an. Da ginge es viel schneller, wenn ich es selbst machen würde und sowieso kann ich es ja besser . In diesen Momenten heisst es für mich immer wieder Hände in den Schoss und zurückhalten. Es geht nicht darum, dass ich nach meinem Besuch selbstsicher aus dem Haus gehe, sondern die Mutter. Das ist gelebte missionale Leiterschaft. Für mich ist dies in meiner Arbeit als Stillberaterin schon selbstverständlich, doch in meinen Führungsaufgaben in der Gemeinde noch Neuland…
    Also, lasst uns zu Hebammen werden, welche mit den Händen im Schoss ihre Mütter begleiten, in sie hineinhören, sie ermutigen, stärken und sie freisetzen das zu tun, wozu sie berufen sind und zwar auf ihre Art und Weise ohne Angst die Kontrolle zu verlieren!

  8. Zysset Michael says:

    Neue Zeiten fordern neue Massnahmen

    Es ist an der Zeit einen Neuen, zeitgerechten Leiter-Stil zu entdecken. Es ist nicht Aufgabe der Leiter alle Entscheidungen zu treffen und die Gemeindemitglieder zur nachfolge zu motivieren. Vielmehr ist es Raum schaffen, damit sich Gemeindemitglieder entfalten können.
    Leiter sollen eine Umwelt schaffen, in der sich die Teammitglieder frei nach ihren Begabungen und inspiriert durch Gott entfalten können. Es ist nicht mehr zeitgemäss, dass wir als Leiter vor die Gemeinde stehen, einen Entscheid bekannt geben und die Leute zur Nachfolge motivieren. Dieser unternehmerische Führungsstil ist keineswegs schlecht. Er passt nur nicht mehr in eine Zeit, in der sich die Welt rasant und radikal verändert. Ein Leiter alleine kann nicht die Entscheidungen für eine ganze Gemeinde treffen. Warum nicht? Jeder Leiter hat seine ganz bestimmten und von Gott auserwählten Begabungen. Es hat seinen Sinn, dass jeder Mensch andere Begabungen hat. Gott hat sich bei der Verteilung etwas gedacht. In einer Gemeinde kommen so viele Begabungen zusammen, die alle gleichberechtigt sind, dass nicht ein Leiter über alle bestimmen kann und soll.
    Als vergleich: Es macht keinen Sinn, dass sich ein begabter Chirurg bei der Produktion eines Autos einmischt. Ihm fehlen in diesem Bereich die Kompetenzen. Doch was er machen kann ist beispielsweise finanziellen Raum schaffen für die Entwicklung des Autos. Doch das Entwickeln sollte er den Experten überlassen. Logischerweise macht auch der umgekehrte Weg keinen Sinn.
    Viel mehr ist es in der heutigen Welt so, dass der Leiter (Chirurg) das Umfeld und den Platz herstellt, damit Leute mit einer bestimmten Begabung (Entwickler) sich in ihrem Bereich voll ausleben können.
    Weiter müssen wir unser System überdenken, wo wir als Gemeinde mitarbeiten wollen und was unsere Aufgaben in dieser Welt sind. Es dominiert nicht die Frage, wo Gott uns haben will. Das heisst, wir können uns in einer Welt, die sich so rasant und radikal verändert nicht den Überblick behalten. Wenn wir uns für das hier und jetzt entscheiden, sind wir in einem Jahr möglicherweise bereits wider alte Schule.
    Die Leitfrage soll vielmehr lauten: Wo ist Gott am wirken? Wo arbeitet Gott aktiv an Menschen oder Projekten, bei denen wir uns als begabte Christen einklinken, mitarbeiten und wirken können? Denn es ist der Geist Gottes, der uns sehend macht und uns die Begabungen geschenkt hat. Dieses Prinzip sollten auch Leiter heutzutage anwenden. Zeit und Raum schaffen für begabte Christen, die ihre Begabungen ausleben und sich in den genialen Plan Gottes für die Welt einbringen können.
    Die Aufgabe des Leiters ist nicht den Weg voranzugehen, sondern den Weg für begabte freizumachen!

  9. Knupp Elias says:

    Früher haben die Annoncen für christliche Leiter folgendermassen ausgesehen:

    Christliche, traditionelle, attraktionale Kirche sucht „Saubermann“:
    -Mindestens 1 m. 85 grosser, Mann, schlank, gut gebaut
    -Attraktional- attraktiv
    -Schuldfrei, saubere Hände
    -Arbeitet nur im Licht (nur für die Gemeinde)
    -Hat keine unchristlichen Kollegen
    -Grosse Autoritätsperson mit ausgeprägter Lehrkraft
    -Engelszunge
    -Vorbilder: Allgemeine Autoritätspersonen (Pastoren, Lehrer)
    -Erzfeinde: Schwule; Moslems; Christen, die sündigen

    Nach 10 jähriger Forschung der FGFGB (Forschungsgesellschaft für Gemeindebau), die herausfand, dass Herr und Frau Christ nur noch christlicher wurden und Herr und Frau Sünder nur noch sündiger wurden, beschloss man das Leiterbild folgendermassen zu optimieren:

    Postmoderne Kirche sucht missionalen Leiter:
    -Maximal 1m. 75 gross- darf nicht in Versuchung kommen zu glauben, er habe den Überblick
    -Unattraktives Aussehen: Überdimensionierte Ohren, um auf Gott zu hören
    -Kennt auch Wörter, die man in der Kirche nicht gebraucht
    -Hat die etwas anderen Bibelkenntnisse: er kann das Evangelium auch Nichtchristen erklären
    -Arbeitet auch, wenn es finster wird
    -Seine Vorbilder: Äbte, Hebammen, Künstler
    -Erzfeinde: Wohlstandprediger und attraktionale Kirchengründer
    -Geht ab und zu mit seinen nichtchristlichen Freunden ein Bier trinken….
    -…und bleibt trotzdem fromm

    Fazit: Missional leiten ist wie zu schielen: das einte Auge ist immer auf der Gemeinde und das andere auf die Unerreichten.

  10. Linda Kieser says:

    „Missional leiten ist wie…
    …eine erneuerte Verbindung von Glauben und Werken.“
    Wenn ich über all die Gedankenanstöße auf der Konferenz mit Alan Roxburgh nachdenke, komme ich immer wieder auf einen sensiblen Punkt zurück: Wie können wir Glaube und Werke wieder zusammenführen? Ich habe den Eindruck, dass wir im Land der Reformation nach wie vor eine gespaltene Beziehung zu einer Verbindung von Glauben und Werken haben. „Allein aus Glauben“ haben wir so verinnerlicht, dass jegliche Erwähnung von Werken schon suspekt wird. Es scheint noch immer eine große Angst vor der alten Werkgerechtigkeit zu geben. Dabei hat der missionale Wunsch nach einer Theologie der Tat doch nichts mit den Praktiken des Mittelalters, wie zum Beispiel den Ablässen zu tun.

    Ich frage mich also, wie wir in den Gemeinden zu einer gesunden Einheit von Glauben und Werken finden können. Worin besteht eigentlich der Glaube, der Werke einbezieht?
    Ganz grundlegend ist für mich die Erkenntnis geworden, dass Gott überall in der Welt am Wirken ist. Tatenlos zuschauen scheint mir dabei keine Option zu sein! Wir als Christen dürfen uns stattdessen bei Gottes Tun einklinken und die Welt in seinem Sinne mitgestalten. Was für ein Geschenk! Was für eine Motivation, gerade auch für Leitende!

    Dabei haben wir allerdings auch immer eine Stolperschwelle zu überwinden: unser Bedürfnis, dass alle genau wissen sollen, dass wir im Namen Jesu handeln.
    Folgende Szene illustriert das Problem für mich sehr gut: Ein Christ hält einem Menschen im Rollstuhl die Türe auf. Der Rollstuhlfahrer bedankt sich, woraufhin der Christ freudig verkündet: „Das hab ich für Jesus gemacht.“ Darauf der Rollstuhlfahrer: „Es wäre mir lieber, Sie hätten es für mich getan.“
    Oder ein weiteres Beispiel für den nötigen Perspektivenwechsel beim missionalen Leiten:
    Das Gegenteil einer christlichen Gemeinschaft ist ja nicht eine nicht-christliche Gemeinschaft, sondern die Einsamkeit von Menschen. Diesem Alleinsein können wir durch gemeinschaftliches Leben in der Nachbarschaft im Namen Jesu begegnen – selbst wenn wir nicht SAGEN, dass wir es im Namen Jesu tun.

    Das ist doch das Wichtige an der Verbindung von Glaube und Werken: Wir tun es gerade dann für Jesus, wenn wir es völlig selbstlos, einfach so für den Anderen tun. Das finde ich so herrlich unverkrampft!

    Sehr interessant zum Thema ist übrigens ein Kongress unter der Überschrift „Faith and Work: Seeing God at Work. Work – Re-invisioned“ der Redeemer Presbyterian Church (Tim Keller). Hier der Link: http://www.faithandwork.org/gc2011 .
    Das ist ein tolles Beispiel, wie wir Menschen darin anleiten können, zu sehen, wo und wie Gott in einer Stadt am Werk ist.

  11. Raphael Schneider says:

    Von traditioneller Leiterschaft zur missionalen Leiterschaft ist es ein langer Weg. Viele Aspekte treffen aufeinander und müssen neu überdenkt werden. Dabei treffen in einer Gemeinde meist Leiter aus verschiedenen Generationen zusammen. Unausweichlich wird die das Thema Veränderung für Mitarbeiter aus einer Gemeinde aktuell. Auf dem Weg zur missionalen Leiterschaft wird dies ein unausweichlicher Aspekt bleiben, dessen Umgang gelernt werden muss.
    Junge, enthusiastische Leiter, beginnen ihre Zeit voller Elan in die Gemeinde zu investieren. Die Menschen in der Gemeinde freuen sich darüber. Voller Leidenschaft beginnt der Leiter seine Aufgabe wahrzunehmen und kommt plötzlich an einen Punkt, an dem Veränderung ansteht. Ein kritischer Punkt. Einerseits möchte er der Fortschritt der Welt in die Kirche bringen und anderseits spürt er deutlich Widerstand. Was ist nun die Verantwortung des Leiters? Soll er die Veränderung durchführen und so möglicherweise den Menschen auf die Füsse treten oder soll er seine Leidenschaft verdrängen?
    Meiner Meinung nach, ist es wichtig als Leiter zu versuchen den Hintergrund der Gemeinde kennenzulernen. Denn oft kennt ein Leiter die Geschichte der Gemeinde kaum. Prägungen, Verletzungen, Erlebnisse vielleicht sogar Streitigkeiten verändern eine Gemeinde im Laufe der Zeit. Solange ein Leiter sich nicht auf die Geschichte einer Gemeinde einlässt, wird er oft ohne böse Absichten Menschen verärgern, verletzen oder Missverständnisse fördern. Genau so schwierig ist es etwas zu verändern, was ein Mitarbeiter vor langer Zeit aufgebaut hat. In dieser Situation kann eine Veränderung nur erzwungen werden und die Gemeindeglieder werden sich überrumpelt und hintergangen fühlen.
    Die Menschen sind grundsätzlich Veränderungen wohlgesinnt, solange sie sich nicht direkt betroffen fühlen. Aus diesem Grund sollte ein Leiter in die Gemeinschaft wachsen. Durch den Kontakt mit den Menschen wird er vieles erfahren. So wird er das Vertrauen der Menschen gewinnen und er hat die Möglichkeit die Gemeinde gemeinsam mit den Menschen dort zu prägen.
    So wird sich die langjährige Kultur der Gemeinde weiterentwickeln. Die Menschen werden sich gemeinsam mit der Kultur verändern. So werden sie nicht aus ihrem gewohnten Umfeld herausgerissen, sondern entwickeln selbständig Initiative und beginnen sich zu wandeln. Ein missionaler Leiter sollte die Menschen in die Prozesse mit einbeziehen, ihre Gaben fördern und traditionelle Prägungen schätzen und gemeinsam weiterentwickeln. So ist es weniger ein Verändern sondern ein Weiterentwickeln.

  12. Philipp Wegenstein says:

    Missional leiten ist wie…

    „Plötzlich setzte vom Himmel ein Rauschen ein wie von einem gewaltigen Sturm; das ganze Haus, in dem sie sich befanden, war von diesem Brausen erfüllt.“ (Apg 2,2)

    Peng!!!! Hier ist er. Die Urgemeinde wurde vom Heiligen Geist erfüllt. Dies ist keine Geschichte von einem lieben gemütlichen Beisammensein von Christen, die nichts bewirken wollten. Dies ist nicht eine Geschichte, vom langweiligen zusammensitzen mit Kaffe und Kuchen in einem schönen, neu renovierten, mit Polstersessel bestücktem Kirchensaal, wo man nicht gestört wird. Der Heilige Geist ist auch nicht gekommen um an der Austauschgemeindschaft über die täglichen Problemlein des neuen Laptops und iPhones mit ihren Tücken teilzunehmen.
    Nein. Mit einem lauten Brausen und Tosen ist der Heilige Geist in eine suchende Gemeinschaft eingefahren. Er hat von den Christen Besitz genommen, hat sie gefüllt und sie sind aufgebrochen. Sie sind nicht sitzengeblieben in ihrem Raum. Nein, der Geist Gottes hat sie aufgebrochen, sie zum Aufbruch bewegt. Allen voran die Apostel, die Leiter. Wir lesen weiter, wie die Apostel, gefüllt von dem Geist Gottes, aufstanden, alle Bedenken und Zweifel hinter sich liessen und mutig voran gingen um der Welt Gottes Wahrheit zu verkünden. Und die Frucht waren 3000 Bekehrte an diesem Tag!

    Was heisst das für uns? Was heisst das für die heutige Leiterschaft? Der Geist Gottes sei nicht hier um uns ein schön flauschiges Gefühl in unseren Kirchengebäuden zu geben, so Allen Roxburgh. Ich glaube unser Job als Leiter in der heutigen Gemeinde ist, die Leute zurück zubringen an den Ort, wo sie vom Heiligen Geist erfüllt werden. Wir müssen als geistige Leiter nicht unser Programm, das wir mit viel Hirnschmalz vorbereitet haben durchboxen. Nein, wir müssen unser Herz Gott hinlegen und seine Gegenwart ins Zentrum unserer Aktivitäten und Programme rücken. Wie müssen die Leute dorthin bringen, wo sie Gottes Geist erfahren. Wie die Apostel im ersten Kapitel der Apostelgeschichte müssen wir auf den Geist Gottes warten. Dies heisst aber nicht, wir müssen gelangweilt rumsitzen und dürfen nichts unternehmen. Wir und die Gemeinde müssen hungrig sein und ein Verlangen nach Gottes Geist und seiner Gegenwart haben. Nur wenn wir mit dem Geist Gottes erfüllt sind, können wir handeln. Wir können die Kirche nicht von uns aus zum Aufbruch bringen. Nur durch den Geist Gottes kann dies geschehen. So wie Alan Roxburgh gesagt hat: „ Gott ist der Akteur.“ Und unser Job als Leiter ist es, die Gemeindemitglieder an den Ort zu bringen, wo sie erfüllt werden mit dem Heiligen Geist und gar nicht anders können als aufzubrechen und die Welt, ihre Umwelt, zu verändern.

  13. Corinne Schenk says:

    Viel gehört und viel Neues gelernt. Aber da brennt mir noch eine wichtige Frage unter den Nägeln. Bin ich WIRKLICH bereit, mein Leben, meine Prioritäten und meine Vorstellung von Kirche verändern zu lassen? Natürlich werde ich diese Frage mit Ja beantworten. Da ich als Leiter eine Vorbildfunktion habe, muss ich mir über mein Leben Gedanken machen, bevor ich mir eine Veränderung von anderen erhoffe.
    Ich studiere noch ein wenig weiter und ich überlege mir, wie die Veränderung in meinem Leben aussehen könnte. Laut Alan würde ich dem Heiligen Geist erlauben, meine Prioritäten durcheinander zu bringen. Bin ich bereit, dem Heiligen Geist meinen Zeitplan überlassen und dann seine Aufforderungen auch tun?
    Im Kurzdossier missionale Theologie wird R. Hardmeier zitiert: „Die Kirche kann ihre Aufgabe in der Welt nur dann erfüllen, wenn sie sich als Alternative zur Gesellschaft versteht“ (Roland Hardmeier, zitiert nach Fritz Peyer-Müller 2011:6).Da ist auch schon mein nächster Gedankenanstoss. Mit den Worten von Jesus tönt es so: „Und er sprach zu ihnen: Zündet man etwa ein Licht an, um es unter den Scheffel oder unter die Bank zu setzen? Keineswegs, sondern um es auf den Leuchter zu setzen“ (Mk 4,21). Das bedeutet für mich, dass ich mich und vor allem mein Glaube nicht verstecken soll und mich nicht der Welt anpasse, sondern einen Unterschied mache. So wie Jesus, er hat mit den Menschen zusammengelebt und ihnen ganz praktisch gezeigt, wie das Evangelium ihr Leben verändern kann. Dadurch hätten sie Einblick in mein Leben, sie würden meine Stärken und auch meine Schwächen kennen lernen und feststellen, dass auch in meinem Leben nicht immer alles rosig läuft. Eine weitere Herausforderung für mich! Wenn jetzt aber dadurch jemand Gottes Liebe und Macht zu sehen bekommt, wäre es meinen Einsatz wert, oder?
    In meiner Gedankenwelt läuft es rund. Dann kommen mir folgenden Worte von Alan in den Sinn: „Gott ist der Handelnde“! Und er ist es somit auch, der die Verantwortung trägt und die Kontrolle behält. Um seine Ehre geht es schlussendlich. Weshalb fürchte ich mich noch? Ich kann mich Gottes Führung überlassen und die Dinge tun, die er vorbereitet hat (Eph 2,10).

  14. Kipfer Nathan says:

    Missional leiten ist…
    …der Konsumhaltung in unseren Gemeinden den Krieg erklären.
    Sonntag für Sonntag konsumieren wir Gottesdienste, fast als würden wir jeden Sonntag für diese gute Tat einen Stempel in unser Anwesenheitsbüchlein kriegen. Ähnlich wie im Kino wird anschliessend darüber diskutiert wie gut und unterhaltsam das Produkt war. Wie war der Tiefgang? Wie wurde es präsentiert? Wie wohltuend war der Lobpreis? Mit einem wertvollen Stempel mehr gehen wir anschliessend nach Hause und versorgen das Büchlein für eine Woche. Ausser für den Fall jemand spricht uns auf unseren Glauben an, dann zücken wir rasch das Büchlein und weisen unsere guten Taten aus. So etwa sieht ein gutes Christsein aus. Oder?! So schrecklich dies alles auch tönt, so wahr ist es. Die Konsumhaltung gehört heute in unseren Gemeinden dazu wie es früher der Kirchenbank tat. Ich bin froh existiert und funktioniert die Gemeinde auch ohne Kirchenbank. Doch wird sie auch ohne Konsumhaltung funktionieren? Oder anders gefragt, wie würde die Gemeinde ohne Konsumhaltung aussehen? Sicher ist damit nicht gemeint, dass alle nur noch reden und niemand mehr hören würde. Gemeinde soll nicht Konsum-, sondern Lebensgemeinschaft sein.
    Was weiter ins Feld gegen das blosse konsumieren von Glaubenshäppchen geführt werden sollte ist die Grundbestimmung der Gemeinde, zitiert aus Lk 24,46f:
    Er sagte: „Es wurde vor langer Zeit aufgeschrieben, dass der Christus leiden und sterben und am dritten Tag auferstehen muss. Geht in seinem Namen zu allen Völkern, angefangen in Jerusalem, ruft sie zur Umkehr auf, damit sie Vergebung der Sünden erhalten.“
    Die Botschaft soll weiter gehen, angefangen in deiner Nachbarschaft. So wie Gott seinen Sohn auf diese Welt sandte und wie Jesus seine Jünger in die Welt sandte, so sind auch wir als Gemeinde Gesandte im Namen Gottes. Nicht nur als ganze Gemeinde, sondern jeder höchstpersönlich. Jesus lehrte die Menschen viel, doch er lehrte nicht damit er Zuhörer hatte, sondern damit die Hörer des Wortes zu Tätern des Wortes werden (Jak 1,22). Das gehörte muss umgesetzt und weitergeben werden. Auch Paulus war sich dessen sehr bewusst, als er schrieb: „Und was du von mir gehört hast vor vielen Zeugen, das befiehl treuen Menschen an, die tüchtig sind, auch andere zu lehren (2.Tim 2,2). Wo bleibt das Konsumieren? Wo bleiben Sätze wie, bleib auf deinem Stuhl sitzen und lasse dich von Gottes Wort berieseln? Nirgends. Es kann nicht sein, dass wir das Evangelium, die frohe Botschaft von Jesus Christus kennen und gleichzeitig Gemeinde auf unser Lokal beschränken. Ein Aspekt der missionalen Leiterschaft ist der Wandel von der konsumorientierten zur sendungsorientierten Gemeinschaft. Die Bilder von Alan, vom Pastor zum Abt, von der Autorität zur Hebamme, vom Klassenzimmer zum Kunstatelier sind für diesen Wandel sehr treffend und wurden in anderen Blogs schon gut ausgemalt und erläutert.

  15. Jonathan Josi says:

    „Missional leiten ist wie…Wohnung einrichten“
    Missional leiten ist wie das Einrichten einer Wohnung. Auch wenn viele Menschen packen, putzen und umziehen verabscheuen, lieben es doch die meisten, die neue Wohnung einzurichten. Was würdet ihr sagen ist das Zentralste beim sogenannten Nest bauen? Die Atmosphäre, genau! Es geht darum, eine Atmosphäre zu schaffen. Das neue Heim soll Wärme und Geborgenheit ausstrahlen.
    Ähnlich ist es mit dem missionalen Leitungsstil. Alan Roxburgh hat am IGW-Kongress betont, dass Leiter die Aufgabe haben, für die ihnen anvertrauten Menschen eine Atmosphäre zu schaffen, in der sie immer und immer wieder mit dem Wirken des Heiligen Geistes konfrontiert werden.
    Was hat der Heilige Geist mit einem missionalen Leitungsstil am Hut? Sehr viel. Der Heilige Geist ist in unserer Welt, um die Mission Gottes voranzutreiben. Er ist am Wirken und sein Plan ist grösser und umfassender, als die Ziele des Pastors. Und ganz wichtig: Er ist uns voraus! Diese Tatsache wurde am Kongress wiederholt hervorgehoben. Gottes Geist geht voran. Wir können unserer Gemeinde nichts „missionaleres“ bieten, als eine Begegnungszone mit dem Heiligen Geist.
    Für einige mag das vielleicht ein bisschen zu abstrakt sein. Tja, ist ja auch nicht ganz einfach zu erklären. Wie könnte eine Atmosphäre geschaffen werden, die Menschen immer wieder in eine Begegnung mit dem Heiligen Geist und seinem wunderbaren Plan führt? Hier mein Vorschlag: Leiten durch Vorbild. Alt aber bewährt. Was gibt es Besseres als mit einem Menschen unterwegs zu sein, der vom Geist erfüllt und von Gottes genialem Plan fasziniert ist; einem Leiter, der sich völlig vom Reden Gottes abhängig macht und nicht die eigenen Pläne und Visionen für seine Kirche verfolgt? Mir fällt spontan nichts viel Besseres ein, aber ich bin natürlich offen für Vorschläge, und da dies ja ein Blog ist, darf jeder seine Meinung kundtun.
    Ich wünsche mir, dass eine Armee von missionalen Leitern heranwächst, die nur Gott gefallen will und die sich dem Wirken des Heiligen Geistes ohne Vorbehalte anschliesst. Ich glaube, dass solche Leiter von einer missionalen Atmosphäre umgeben sind.

  16. Timon Sommerhalder says:

    Missional leiten ist wie … „Yes we can“

    „Yes we can“ weil missional leiten bedeutet, dass jegliche Veränderung überwunden werden kann.

    Manchmal scheint es doch, zumindest vor allem im Westen, dass Kirchen an Systeme gebunden sind. Und da Systeme mit der Zeit nicht mehr brauchbar sind, weil der Mensch dynamisch ist, weil der Mensch sich verändert, gehen sie, oft schmerzhaft, da man es solange wie möglich noch zu erhalten versucht, zugrunde. So kennen wir zum Beispiel den Untergang der Monarchie in Europa, ausgelöst durch die französische Revolution. Die Menschen haben sich weiterbewegt, waren nicht mehr bereit sich unterdrücken zu lassen, die Aufklärung und noch andere Faktoren haben dazu Beigetragen, dass dieses System ein Ende haben sollte. Mindestens für einige war dies sehr schmerzhaft. Damals konnte man sagen, dass es aus war mit der Monarchie.
    Genauso hörte ich schon Leute sagen, dass die Zeit für die Kirche nun vorbei wäre. Als ob sie ein System wäre, das einmal gebraucht wurde, jetzt aber überflüssig ist.

    Anhand solcher Aussagen könnte man meinen, dass die Kirche wie eine Modekollektion ist. Es gibt eine Zeit, da ist sie voll in, hat einen gewichtigen Platz in der Gesellschaft und es gehört zum Prestige, dass man auch Teil davon ist. Doch ein Jahr darauf kommt eine neue Kollektion. Es geht nicht lange, hat jene den Platz der letzten schon eingenommen. Und wenn man sich zulange mit der alten zeigt, wird es peinlich. Denn sie ist vergangen, nicht mehr angesagt, out, hat keine Relevanz mehr.

    Wenn das die Kirche ist, dann hat sich Jesus ein wenig übernommen als Er zu Petrus sagte: „(…) und die Pforten des Totenreiches sollen sie nicht überwältigen.“

    Aber glücklicherweise kann man klar erkennen, dass die Gemeinde Gottes bereits 2000 Jahre Veränderung, Angriff und anderes überwunden hat. Und wenn wir ein wenig über die europäischen und amerikanischen Grenzen schauen, sehen wir, dass es verschiedenste Formen von Kirchen gibt. Selbst an den tödlichsten Orten besteht sie und das Totenreich konnte sie bis jetzt durch keine Aktion zerstören.

    Für eine solche Kirche steht das missionale Leiten. Denn dabei geht es nicht darum, sich an einem System oder einer Form, in welchem sich die jeweilige Gemeinde gerade zeigt festzuklammern. Sondern es geht darum, dass man Raum schafft, damit sich Nachfolger Christi treffen und von Gottes Geist inspiriert die Gesellschaft mit dem Evangelium durchdringen können.

    Deswegen steht missionale Leiterschaft für „Yes we can“, denn sie schafft es, Gottes Gemeinde zu bauen, egal wie hart der Boden ist, egal ob das verwendete System nicht mehr gebraucht werden kann, egal wie sich das Umfeld verändert. Denn missionale Leiterschaft lässt sich von Gottes schöpferischem, kreativem Geist gebrauchen, der noch nie von etwas abhängig war und immer weiter geht und weiter wirkt. Gott selbst hat sich entschieden dahinter zustehen und deshalb heisst es für die Gemeinde: „Yes we can“ bis Jesus wiederkommt.

  17. Isac Martins says:

    Missional Leiten ist … eine liebende und starke Einheit in der Kirche bilden.

    Alan Roxburgh erklärte, man solle in der Kirche sichere Orte einrichten, wo die Leute ihre Geschichte erzählen können. Ich denke, man muss sich fragen, was die Besucher in unserer Kirche finden werden. Ist die Kirche eine liebende Einheit, wo man einen sicheren Ort für die Seele findet, oder ist der Individualismus die Realität?
    Jesus sagte: „Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.” (Joh 13,35). Paulus betete für die Philipper, dass ihre “Liebe noch mehr und mehr überreich werde in Erkenntnis und aller Einsicht,” (Phil 1,9), und Petrus schrieb “habt euch untereinander beständig lieb aus reinem Herzen” (1 Petr 1,22). Die Liebe ist das Hauptmerkmal einer starken Einheit in der Kirche. Finden wir sie in unseren Gemeinden?
    Jesus betete in Seinen schwierigsten Momenten für die Einheit Seiner Jünger, er sagte: „Heiliger Vater! Bewahre sie in deinem Namen, … damit sie eins sind wie wir“ … „Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, daß du mich gesandt hast“ … „denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind,“ … „So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, daß du mich gesandt hast“ (Joh 17,11, 21-23).
    Einheit ist Mission. Man kann, muss vielleicht, innovativ und kreativ sein, um diese liebende und starke Einheit in der Kirche zu schaffen. Die Frühkirche war eine solche Einheit. Sie „verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft“ (Apg 2,42). Es gibt keine wahre Gemeinschaft ohne das lebendige Wort Gottes. Das beeindruckte die Gesellschaft. Die Christen „waren beim ganzen Volk beliebt“ (Apg 2,45). Sie waren vom Volk geschätzt, nicht weil sie trendig waren, sondern weil sie eine liebende Einheit in Christus bildeten. Das war noch nicht alles: „Der Herr fügte täglich ihrer Gemeinschaft die hinzu, die gerettet werden sollten.“ (Apg 2,46). Eine gereifte Kirche sollte eine lokale, regionale, nationale und internationale missionarische Vision haben (Apg 1,8), aber das ist nicht möglich, wenn eine liebende Einheit in der Gemeinde fehlt.
    „Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele” (Apg 4,2). Wollen wir das?

  18. Daniel Wyss says:

    Weil Mission nicht nur bedeutet, die Menschen zu erreichen, bedeutet missional leiten auch nicht nur als Leiter voranzugehen.
    Missional leiten fordert von jedem Leiter eine neue und bewusste Entscheidung, kompromisslos auf dem Weg JESUS folgen zu wollen. Dabei zählt nicht der Dienst, den wir haben, sondern die persönliche Einstellung und Herzenshaltung. Wenn wir einen Glauben vorleben wollen, der von der Bibel her kommt, so ist jeder Leiter herausgefordert im Stillen diesen JESUS immer besser kennen zu lernen. Es ist eine Lebensaufgabe und erfordert viel Disziplin; nur so kann, mit einer Auswirkung in unserem Umfeld, missional geleitet und vorgelebt werden. Viele Leiter haben es verpasst, selbst in der Nähe von JESUS zu bleiben. Im Ruhm der Menschen und im Rampenlicht der Kirche geschieht es viel zu oft, dass die Leiter zu machen beginnen, was die Menschen sich wünschen. Jeder Leiter muss in der Abhängigkeit unseres dreieinigen (aktiven) Gottes leben. Nur dann ist es wirklich möglich, diese Welt schrittweise, nach dem Wunsche Gottes zu verändern – missional zu prägen.
    Als Leiter dürfen wir unsere Kanten – unsere Kompromisslosigkeit für JESUS, nicht verlieren:
    Leiter sollten sich dadurch auszeichnen, dass sie nicht zu Ja-Sagern werden, die mit allem einverstanden sind und alles akzeptieren, vielmehr sollten sie zu wahren Vorbildern heranwachsen, die Menschen in Tat und Wahrheit begleiten können. Es sollten Menschen sein, die die Worte der Wahrheit nicht scheuen und mit ihrem Leben kompromisslos auf JESUS zeigen. Wie ein Vater sollten die missionalen Leiter in das Leben der Menschen investieren können und nicht länger Erzieher bleiben, die nur kommandieren. Es gibt genügend Menschen, die darauf aus sind, die Anerkennung bei anderen Menschen zu suchen. Gerade deshalb sollten missionale Leiter sich nach den Worten Gottes richten und dies auch so vorleben. Dies wird die Menschen wachrütteln, weil sich eigentlich viele (vor allem junge) Menschen nach solchen Vorbildern sehnen.
    Ich bin der Meinung, dass viele Leiter in einen Schlaf gefallen sind und dabei sind, die Lehre von JESUS mit persönlichen Ideologien zu vermischen. Dies sind dann Leiter, die einen Glauben vorleben, der für alle Menschen in Ordnung ist, aber der viel zu oft das Vorbild von JESUS vermissen lässt. Daraus resultieren Menschen, die JESUS kennen und wissen was er will, aber selbst den Leiter nicht so vor sich sehen. Das führt dazu, dass diese Menschen sich von den Worten dieses Leiters nicht angesprochen fühlen und ihm schon gar nicht folgen möchten. Die Botschaft Gottes wartet auf die sichtbaren Beispiele in dieser Welt. Denn nur sichtbare Beispiele können Abdrücke in den Leben der Menschen hinterlassen.
    Gerade in unserer Zeit, in der alles visualisiert wird, braucht es geistliche Vorbilder, die ohne Worte die Botschaft von JESUS weitergeben können und täglich genau so vorleben. Missionale Leiter sollten sich als Wegweiser verstehen, die auf JESUS hinweisen und Menschen in diese Richtung begleiten können. Aus einer persönlichen Begeisterung für JESUS und dem Verlangen, seinen Auftrag weiterzugeben, kann sich etwas über unsere Gemeindemauern, Stadtgrenzen und Landesgrenze hinaus verändern.
    Missionale Leiter richten sich nach dem aktiven und handelnden Gott aus, und prägen ihr Umfeld durch ihr Leben, damit die Menschen in diesem JESUS finden.

  19. Rolf Steiger says:

    Missional leiten ist wie…

    … junge Sprengmeister in ihren Auftrag einzuführen. Lange Zeit wurde Mission darunter verstanden, dass wir als Christen Leute in die Gemeinde hinein holen. Wenn jemand dann regelmässig in den Gottesdienst kam, dann gehörte er oder sie zur Gemeinde. Dabei stand die Gemeinde im Zentrum des Weltbildes. Die umliegende Gesellschaft war dabei der Ort, indem das Böse vorherrscht. Die Gemeinde war der schützende Rahmen für uns Christen und dabei besteht natürlich die Gefahr, dass sich die Christen sehr wohl fühlen und lau werden, wie Paulus die Gemeinde in Korinth beschreibt. Mit diesem Bild sandte die Gemeinde ihre Missionare hinaus in die Welt und erhoffte, dass die Menschen zu ihr kamen und regelmässig Gottesdienste besuchen werden. Wir sind aber dazu aufgefordert, nicht zu warten bis die Menschen zu uns kommen, sondern zu den Menschen, in ihre Kultur und in ihre Verhältnisse, zu gehen. Missionale Leiterschaft heisst für mich, dass wir als Gemeinde uns nicht mehr als Mittelpunkt der Welt verstehen, sondern die Welt selbst zum Mittelpunkt wird. Es heisst weiter, dass die Gemeinde dazu berufen ist, sich nicht mehr als absoluter Schutz gegen die Welt zu verstehen, sondern dass die Grenzen zwischen der Welt (Gesellschaft) und der Gemeinde je länger je mehr geöffnet, weicher, gesprengt werden, damit sie nicht mehr ein Hindernis ist hinein oder hinaus zu gehen. Somit wird die Gemeinde zunehmend gesellschaftrelevanter. .Missionale Leiterschaft bedeutet für mich, dass eine bevollmächti-gende Gemeindeleitung Leute in die Welt hinaus sendet um dort in die (Sub-)Kulturen einzudringen, mit kirchenfremden Personen Beziehungen aufzubauen und Leben zu teilen. Missonal leiten heisst, dass ich mit Leuten zusammenarbeite, auf sie eingehe, ihnen zuhöre und ihnen helfe ihre Vorstellungskraft der bevorstehenden Sprengung zu fördern. Es heisst aber auch, mit ihnen Übungen (Gebet, Stille, Fasten) für die bevorstehenden Sprengungen einzuüben, mit ihnen Gewohnheiten als Sprenger zu trainieren und ihnen den Sinn hinter der Sprengung verständlich zu mache, damit sie zukünftig weiter Sprengungen durchführen können. Mit Sprengung meine ich, gesellschaftsrelevant zu werden, was mit missional ausgedrückt wird. Wir sind von Gott beauftragt, in die Welt hinauszugehen und uns den Menschen zu widmen. Dabei verstehe ich die Gemeinde nicht als absolutes Ziel, dass die frisch gebackenen Christen danach unbedingt den Gottesdienst besuchen müssen, sondern als Werkzeug um die Gemeindemitglieder für die missionale Tätigkeiten zuzurüsten und sie zu ermutigen. Natürlich wäre es genial, wenn die Leute dann in die Gemeinde finden und dort verankert würden. Wenn wird Leute ausbilden, sie begleiten und ermutigen, entsteht aus dieser Sendung automatisch die Plattform der Gottesdienst, der Kleingruppen, der Gemeinschaft und der Jüngerschaft. Von Bedeutung finde ich in der Leiterschaft aber auch, dass ich als Vorbild beziehungsweise als Mitarbeiter mithelfe, bei den experimentellen Sprengarbeiten. Nicht zuzuschauen aus dem Bunker, dem „sicheren und bequemen“ Ort, sondern mich selbst in die Gesellschaft begebe und mich überraschen lasse was Gottes Geist bereits für Steine aus dem Weg geräumt hat und versuche an diesen Stellen Hilfe zu leisten.

  20. Joseph Anguissa says:

    Missional leiten ist wie…
    „Jesus-mässig zu leben!“
    Es ist zentral zu wissen, dass wir niemanden nachahmen sollen als nur den, der uns befreit und gesendet hat.
    „Ihr heißet mich Lehrer und Herr, und ihr saget recht, denn ich bin es. Wenn nun ich, der Herr und der Lehrer, eure Füße gewaschen habe, so seid auch ihr schuldig, einander die Füße zu waschen. Denn ich habe euch ein Beispiel gegeben, auf daß, gleichwie ich euch getan habe, auch ihr tuet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ein Knecht ist nicht größer als sein Herr, noch ein Gesandter größer, als der ihn gesandt hat. Wenn ihr dies wisset, glückselig seid ihr, wenn ihr es tut“. (Joh.13,13-17)
    Paulus sagt auch im Philipperbrief: „Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus war, der in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein. Aber er machte sich selbst zu nichts und nahm Knechtsgestalt an, in dem er den Menschen gleich geworden ist, und der Gestalt nach wie ein Mensch befunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bist zum Tod, ja zum Tod am Kreuz“. (Philipper 2,5-8)
    Heute sind wir in einer Welt wo sehr wenige Leute als Vorbild leben. Jesus ist gekommen, und hat genau das getan, was er beim Vater sah. Gott wusste, dass Menschen ein Vorbild brauchen um so zu leben, wie Er es wollte. Darum hat Jesus, alle diese Dinge die er uns geboten hat, zuerst vorgelebt, damit wir auch glauben, dass wir das Gleiche tun können: Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich selbst tun, außer was er den Vater tun sieht; denn was irgend er tut, das tut auch der Sohn gleicherweise. (Joh. 5,19)
    „Ich bin der Weg“….. sagt Jesus (Joh. 14,6). Wieso sagt Jesus, dass er der Weg ist? Ist es nur um uns zu zeigen, dass er dieser Weg ist wo zum Vater führt? Nicht nur… sondern das er uns auch gezeigt hat, wie wir auf der Erde leben sollen. Er hat Jünger gewählt, mit ihnen gelebt, und ihnen gezeigt wie es möglich ist, Menschen zu erdulden, ermutigen, trösten und Leiten in der Liebe: „Wer sagt, dass er in ihm bleibe, ist schuldig, selbst auch so zu wandeln, wie er gewandelt ist“.(1.Joh 2,6)
    Wie kann man sich leidenschaftlich für die verlorenen Menschen investieren, ohne auf Jesus zu schauen?
    Wie kann ich behaupten, dass ich meine Geschwister im HERRN liebe, ohne auf Jesus zu schauen?
    „Der Geist des HERRN ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, Armen gute Botschaft zu verkündigen; Er hat mich gesandt, Gefangenen Freiheit auszurufen und Blinden, dass sie wieder sehen, Zerschlagene in Freiheit hinzusenden, auszurufen ein angenehmes Jahr des HERRN“. (Luk.4,18-19)
    „Wie Du mich in die Welt gesandt hast, habe auch ich sie in die Welt gesandt.“ (Joh 17,18)
    „Jesus sprach nun wieder zu ihnen: „Friede euch! Wie der Vater mich gesandt hat, sende ich auch euch.“ (Joh 20,21)
    Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun. (Joh 15,5)
    Schauen wir auf den Meister, wie Er gelebt hat, wie Er getan hat, und tun wir genau das gleiche…?

  21. Roger Wanner says:

    Missional leiten ist wie ein Klassenzimmer in ein Kunstatelier umzubauen.

    Vielerorts zeichnet sich ein guter Leiter dadurch aus, dass er ein guter Lehrer ist. Ein guter Leiter ist einer, der Informationen möglichst spannend und klar rüberbringen kann. Er kann Leute gut unterrichten, damit sie das Thema oder die Aussage des Bibeltextes auch wirklich richtig verstehen. Es existiert primär die Anschauung, dass der Leiter der Lehrer ist. Der Leiter ist der Lehrer in seinem Klassenzimmer, der dazu da ist zu unterrichten. Es soll ja schliesslich Wissen vermittelt werden. Wissen steht im Vordergrund, sowie wir dies auch aus der Wirtschaft kennen. Doch bei einem missionalen Leiter soll dies anders sein. Alan fordert uns Leiter dazu auf, aus unseren Klassenzimmern Kunstateliers zu bauen. Wir sollen Orte kreieren, die Raum für Entfaltung bieten und dabei geht es nicht um Wissensvermittlung. Es geht darum, dass ich als Leiter die Leute verstehe, mich in sie hineinfühle und dafür sorge, dass Leben entstehen kann. Dabei gebraucht Alan das schöne Bild der Hebamme, die dem Leben hilft, heranzuwachsen. Nicht die Hebamme bewirkt das Wachstum oder hat das Wachstum unter Kontrolle, sie hilft lediglich dabei. Und so sollen auch wir dem Wachstum unserer Schützlinge helfen und dies tun wir am effektivsten, in dem wir ihnen Raum zur Entfaltung bieten, eben ein Kunstatelier. Unsere Motivation als Leiter sollte nicht darin liegen, ein gewisses Ziel zu erreichen, sondern die Menschen dort an ihrem Ort zu lieben, wo sie gerade stehen. Alan weisst ganz klar darauf hin, dass wir nie versuchen sollen, Leute zu leiten, wenn wir sie auch nicht wirklich lieben.
    Für meinen Gemeindekontext bedeuten diese klaren Worte, dass wir unser Leiterbild vom Lehrer nochmals gründlich überdenken müssen. Nicht Wissen ist wichtig, sondern liebende Beziehungen, die einander stärken und einander beim Wachstum begleiten.
    Die Herausforderung bei einem Kunstatelier besteht darin, dass unsere Leidenschaft mehr gefordert wird, als unser Wissen.

  22. Beutler Andreas says:

    Missionale Leiterschaft Blödsinn oder sinnvoll?

    In der Nachbarschaft das Evangelium weiter zu geben ist eine sehr anspruchsvolle und auch sxchwere Aufgabe.

    Zuerst sollte man sich folgende zwei Fragen stellen:

    1.) Wer sind meine Nachbarn?
    2.) Was möchte ich bei meinen Nachbarn erreichen

    Es braucht Zeit und Engagement um die Nachbarn überhaubt kennen zu lernen und eine Beziehuhng mit ihnen aufzuzbauen. Eine Beziehung die reifen soll braucht regelmässige Pflege. Deshalb sollte man sich bewusst sein, dass man sich in seinem Privatleben einwenig einschränken muss.
    Ich finde, die Zeit die ich mit anderen Menschen verbringer ist immer gut investierte Zeit. D.h. es ist immer gewonnene Zeit und nie verlorene.

    Will ich das meine Nachbarn anfangen das evangelium zu verstehen, ist es ein muss dies vorzuleben. Mein handeln muss mit dem was ich sagen will im Einklang sein.
    Aber ohne Worte bringt das perfekte vorleben auch nicht mehr als es zu sehen. Mirt Worten die aus dem Herz kommen, kann ich meine Taten unterstreichen. Worte die man sagt, dass sie gesagt sind, sind lehre Worte und können das gegenteil des gewünschten erfolges bringen.

    Ist uns dieser Aufwand es uns wert oder wollen wir diese Zeit lieber für uns nützen?

    Schaue nicht zuerst auf dich. Schaue daraf was deinem Nachbar am meisten bringt.

    Gott braucht Leiter in deiner Nachbarschaft. Aber denke daran, Leiten heisst auch verantwortung übernehmen.
    Bist du bereit für Gottes Reich verantwortung zu übernehmen?

    Entscheide nun selber ob Missionale Leiterschaft sinnvoll ist und du sie auch brauchst.

  23. Claudio Buser says:

    Missional leiten ist wie Gartenarbeit

    Gartenarbeit? Dazu später.
    Als ich nach den zwei ersten Referaten, am IGW Kongress 2011 mit meinem Kollegen in die Pause ging, sagte ich zu ihm, dass ich mich nach der Erfahrung dieser zwei Referate, in Zukunft auch als Referent betätigen wolle. Ich kam zu diesem Schluss, weil es meines Erachtens vor allem im ersten Teil des Kongresses, hauptsächlich um die Unberechenbarkeit der heutigen Gesellschaft und deren Entwicklung, sowie das nicht Wissen wie missional Leiten im allgemeinen gehen soll, da dies eben vom Kontext der zu Leitenden abhängig sei. (Um Alan zu entlasten, möchte ich an diesem Punkt erwähnen, dass mir, spätestens nach dem Kongress, wohl bewusst war, dass die Gestaltung der Referate didaktisch professionell war, so dass ich das Amt des Referenten vorerst doch lieber den Menschen überlassen möchte, die das besser können als ich.) Auf mich wirkte Alan als Referent sehr ungewohnt, da es ihm nichts ausmachte scheinbar gar keine Lösung im Sack zu haben. In den darauf folgenden Referaten hatte ich jedoch immer wieder das Gefühl, das gleich die erlösende Nachricht kommen wird, die mir nun sagen wird, wie missional Leiten geht. Dies geschah jedoch nie, was für mich schlussendlich auch durchaus OK war.
    Aber bleiben wir beim Thema. Das Äbte und Hebammen Ding und auch die Kunststudios, die in vorherigen Kommentaren erwähnt werden, finde ich durchaus erwähnenswert und in unserem (meinem) Kontext eventuell sogar hilfreich. Jedoch sind die für mich schon wieder ein wenig zu fest vom Kontext abhängig.
    Für mich stellen sich beim Thema missionales Leiten grundsätzlichere Fragen, die ich aus Platzgründen hier nicht erötern kann. Nach längerem sinnieren über diesen Fragen, kam ich zu folgender These.Missional Leiten ist, an den Kontext angepasste Möglichkeiten entwickeln und anwenden, um sie dann aus zu werten und dem Kontext immer mehr an zu passen, so dass der zu leitenden Kirche (Gemeinde, Gemeinschaft…), ihren von Gott gegebenen missionalen Auftrag zu erfüllen ermöglicht wird.Und somit sind wir bei der Gartenarbeit angelangt. Der Gärtner=der Leiter und die Natur=die Welt(Kirchen, Gemeindeglieder und einfach alle Menschen in ihrem Kontext). Dieses Bild mag nicht für jeden so klar erscheinen. Wer jedoch auch nur ein bisschen einen grünen Daumen hat, der weiss, dass man einem Kaktus nur sehr wenig Wasser geben muss, dass eine Rose ein tiefer Boden braucht, um sich zu entfalten, dagegen das Moos wächst auf einem Stein oder einem Stück Holz ganz gut, aber alle haben dasselbe Ziel. Das wachsen und sich entfalten, umso dem Ökosystem ihren Beitrag leisten. Wie es doch auch das Ziel der missionale Kirche des Jahres 2011 sein sollte, zu wachsen, sei es Quantitativ (Bekehrungen) und mit dem untrennbar verbunden auch Qualitativ( Heiligung jedes einzelnen), umso der Mission Gottes zu dienen. Wir Gärtner (Missionale Leiter), schauen dass unsere Pflanzen (Kirchen, Gemeindeglieder oder/und vor allem sonstige Menschen aus unserem Umfeld) die richtigen Bedingungen bekommen(dem Kontext angepasste Möglichkeiten), um sich zu entfalten und zu wachsen (den Gott gegebenen Auftrag „erfüllen“).
    Ich freue mich auf euern Kommentar und viel Spass beim „Gärtnern“.

  24. easyfisch says:

    Danke für die spannenden Gedanken