Archiv für die Kategorie ‘Allgemeines’

Wie ein Pinguin – Berufungsverständnis nach von Hirschhausen

Zum Thema Berufung hab ich heute folgendes Video geschaut. Finde ich ganz witzig.
In welchem Element bis du ein Pinguin?

Autor: Dr. Eckhart von Hirschhausen

VN:F [1.8.1_1037]
Rating: +9 (from 11 votes)

Download: Shane Claiborne auf MP3.

Vor einigen Wochen ging auf St. Chrischona die SSK (Strategie- und Schulungskonferenz) über die Bühne. Gast war Shane Claiborne, der mit seinem Buch “Ich muss verrückt sein, so zu leben – Kompromisslose Experimente in Sachen Nächstenliebe” in den letzten zwei Jahren für einigen Diskussionsstoff gesorgt hat. Ich habe das Buch selbst noch nicht gelesen, freue mich aber sehr, dass die Veranstalter die Referate nun als MP3-Dateien zum Download zur Verfügung stellen. Und zwar so, wie wir es gerne haben: gratis!

Danke!

Hier geht’s zu den Downloads.

VN:F [1.8.1_1037]
Rating: +2 (from 2 votes)

Von E-Learning zu Social-Learning

Sehr interessant. Die folgende Präsentation kann ich sehr empfehlen (leider nur in Englisch) zum Thema E-Learning und Social Learning. Viele Jugendliche bewegen sich mit Social-Learning Plattformen (Twitter, FaceBook, dimdim, flikr). Wie können wir das in unseren Unterricht einbauen?

Ich denke, da haben wir in theologischen Ausbildungsstätten, noch einigen Entwicklungsbedarf.

Hier ein bisschen Brian-Food: Form E-Learning to Social Learning

VN:F [1.8.1_1037]
Rating: -1 (from 1 vote)

Wie man ein Whiteboard radiert.

Was jetzt kommt, hat nur am Rand mit Theologie zu tun. Ich bin jedoch dermassen begeistert von dieser Entdeckung, dass ich ein Ventil brauche. Dazu kommt, dass allenfalls der eine oder andere Leser so froh ist um diesen Tipp wie ich. Und schliesslich sollen auch Theologen alle Register der Kommunikationskunst ziehen.

Zuerst konnte ich es gar nicht glauben. Die Lösung schien zu einfach. Wie entfernt man Geschreibsel vom Whiteboard, für das man versehentlich einen Permanentmarker anstelle des trocken abwischbaren WhiteboardWhiteboard-Stiftes verwendet hat? – Man schreibt mit einem dieser trocken abwischbaren Stifte darüber und tut dann genau das: trocken abwischen. Alles verschwindet, auch die scheinbar unauslöschliche Permanentschrift.

Ich hab’s gleich ausprobiert, da auf meinem Whiteboard im Büro schon lange “More or less” stand, das seit dem letzten Abwischen jedem Reinigungsversuch trotzig Widerstand leistete. Und siehe da: Weg war’s. (Jetzt fehlt es mir fast ein bisschen.)

So einfach geht das (manchmal).

VN:F [1.8.1_1037]
Rating: +6 (from 6 votes)

Das missionale Pfarramt

In einem Gespräch über Frost und Hirschs Buch “Die Zukunft gestalten” erwähnte Jürgen Blunck, Vorstand von IGW Deutschland einen Artikel in dem er über das missionale Pfarramt geschrieben hat. Damals Anfang der 1990er war von “missional” selten die Rede. Auf Nachfrage hat er mir gestattet, seine Thesen hier zu veröffentlichen. Viel Freude bei diesem Blick in die Vergangenheit:

Vom PASTORALEN zum MISSIONALEN Pfarramt

1. Das herkömmliche Pfarramt ist pastoraler Art. Es setzt den Glauben als gegeben voraus. Es sieht seine Aufgabe darin, die nötigen Dienstleistungen für den voraus-gesetzten Glauben zu bringen: Taufe – Unterricht – Trauung – Beerdigung. Dazu kommt noch für eine kleine Insidergruppe: Gottesdienst und evtl. einige Gruppen-angebote.

Dem entspricht auch die beamtenrechtliche Absicherung des Pfarramtes. Der Pfarrer hat sozusagen hoheitsrechtlichen Status bei seinen pastoralen Diensten.

Auch die Ausbildung in ihrer ersten und zweiten Phase setzt voraus, daß diese pastoralen Dienste immer gleichbleibend angefordert werden. Zwar sind in den letzten Jahrzehnten durchaus weitere Dienstleistungen (z.B. im klinisch-seelsorgerlichen oder im sozialen Bereich) hinzugekommen, für die dann auch eine erweiterte Ausbildung angeboten wird. Aber die Grundstruktur des Pfarramtes ist geblieben. Immer noch wird – auch bei erweitertem Dienstleistungsangebot – der Glaube vorausgesetzt.

2. Nun zeigt sich aber zunehmend, dass dieser Glaube, der die pastoralen Dienste nö-tig macht, weitgehend nicht mehr gegeben ist. Die Voraussetzungen für das pastorale Pfarramt, das wir seit dem Mittelalter aufgebaut haben, stimmen nicht mehr.

Die Stützpfeiler, aufgrund deren man – wenn auch immer mehr mit schlechtem Gewissen – behaupten konnte, daß der Glaube oder wenigstens ein gewisser Glaube vorauszusetzen sei, sind langsam aber sicher weggefallen: die christliche Erziehung im Elternhaus – die religiöse Sozialisation (schreckliches Wort!) in der Schule – ein kirchenfreundliches Klima in der Gesellschaft. Mag man das eine oder andere auch etwas verschieden beurteilen, so ist doch der Gesamttrend unbestritten.

Im Bild ausgedrückt: Die Pfarrer haben heute zunehmend weniger Schafe, die sie pastoral betreuen müssen, sie müssen sich diese Schafe erst zusammensuchen. Aber wir haben nur Hirten, die für eine zusammengebliebene Schafherde ausgebildet und motiviert sind, und kaum Hirten, die motiviert und befähigt sind, die verlorenen Schafe zu suchen und heimzuholen.

Wir brauchen also immer weniger pastorale Pfarrer, wir brauchen immer mehr einen neuen Typ von Pfarrer, den missionalen Typ. Und wir brauchen die Ausbildung und Motivierung dazu.

3. Eine zukunftsorientierte Kirche braucht in erster Linie ein missionales Pfarramt. Damit sollen die pastoralen Aufgaben nicht als überflüssig oder zweitrangig angesehen werden. Aber sie müssen eingeordnet werden in eine horizonterweiterte Sicht des Pfarramtes. Es müssen nicht nur die kirchennahen “Schäfchen” im Blick sein, sondern auch die kirchenfernen – eben die, bei denen Glaube nicht mehr oder noch nicht vorausgesetzt werden kann.

Das pastorale Pfarramt ist weitgehend pfarrerorientiert, das missionale Pfarramt dagegen ist “kunden”orientiert. Das pastorale Pfarramt ist dienstleistungsorientiert, das missionale dagegen ist glaubenweckend-orientiert. Das pastorale Pfarramt versucht, in Zeiten des kirchlichen Abwärtstrends noch möglichst viel zu bewahren, das missionale dagegen will Neuland gewinnen für eine Kirche im Morgen.

Für das missionale Pfarramt braucht der Pfarrer eine nicht weniger qualifizierte, aber doch eine andere Art von Ausbildung in beiden Phasen seiner Ausbildung. Alle Disziplinen der Ausbildung – exegetischer, kirchengeschichtlicher, systematischer und praktischer Art – müssen von dem Testament Jesu durchdrungen sein und auf dies Testament Jesu fokussiert werden: Gehet hin – macht zu Jüngern – seid meine Zeugen – wie mich mein Vater gesandt hat, so sende ich euch! Weil der Glaube nicht vorauszusetzen ist, hat Jesus uns dies Testament hinterlassen.

4. Für eine zukunftsorientierte Kirche reicht es nicht, wenn sie diesen missionalen Auftrag Jesu durch Spezialpfarrer (Evangelisten) und Spezialämter (Volksmissiona-rische Ämter) abzudecken versucht. Das reichte in einer Zeit, als die Schafe noch mehr oder weniger im Stall waren, sich dort nur in irgendwelchen Ecken herum-mümmelten anstatt sich an die Stallordnung zu halten.

Wir brauchen nicht einzelne Personen, wir brauchen das normale Pfarramt, das missional orientiert sein muß. Warum? Der Pfarrer vor Ort und in der Gemeinde hat immer noch erheblich mehr Einfluß auf das Leben der Gemeinde als Kirchenleitung und Spezialpfarrer zusammen. Wenn er nicht die neue Aufgabe erkennt und annimmt, werden es andere außerhalb der Kirche tun – und tun es jetzt schon.

Die Kirchenleitungen können für eine solche Neuorientierung vom pastoralen Pfarramt zum missionalen Pfarramt die Signale setzen und die Rahmenbedingungen ind er Ausbildung und Begleitung schaffen – wenn sie es wollen.

Jürgen Blunck
(geschrieben 1994)


VN:F [1.8.1_1037]
Rating: 0 (from 0 votes)

Frisches Manna

Es ist schon eine Weile her, dass ich für ein paar Tage die Stille gesucht habe in einer Schwestercommunität im Süden Deutschlands. Zwei Sätze aus den Gesprächen mit der Schwester, die mich über die Zeit begleitet hat, sind mir nicht aus dem Kopf gegangen. Sie beinhalteten ungefähr folgendes:

Wenn wir Jesu Nähe suchen und uns allein auf ihn ausrichten, in allem war wir tun, dann wird sein Wesen uns verändern und er durch uns den Menschen sichtbar werden. Sich Zeit nehmen um sich von ihm verändern zu lassen ist besser, als jede missionarische Strategie.

Ist damit nicht das gleiche gemeint, wenn Frost und Hirsch in ihrem Buch “Der wilde Messias” folgendes schreiben:

Wir sind dazu gerufen, übrigens genau wie die Israeliten, jeden Tag frisches Manna zu sammeln – ohne dabei ständig nach dem nächsten spirituellen Kick zu suchen. Vielmehr sollen wir lernen, Anbeter zu werden, die ein Leben lang, jeden Tag Gott neu begegnen.

Aus: Frost, Michael & Hirsch, Alan 2009. Der wilde Messias, S. 90

Auch ihr Anliegen ist es die Christusbeziehung zur Grundlagen der Mission zu machen.

In der Begegnung mit Menschen, die Jesus noch nicht kennen, fällt mir immer mehr auf, wie sehr sie sich nach dem sehnen, was in mir ist. Ich weiß, dass sie Christus sehen – seinen Frieden. Das bringt mich dazu, mich mehr nach ihm auszustrecken.

VN:F [1.8.1_1037]
Rating: 0 (from 0 votes)

Kongress Zukunft gestalten

In 8 Tagen beginnt der Kongress “Zukunft gestalten”. Wir freuen uns als IGW auf diesen Kongress uns sind gespannt, was daraus entstehen wird.

Die Konferenz wie auch ihr Thema haben ihren Ursprung im Fragen nach der Zukunft und dem Auftrag der Kirche im 21. Jahrhundert. Jede Generation, jede Kirche muss sich der Herausforderung dieser Frage stellen. Gemeinsam wollen wir nun nach zukunftsorientierten Antworten suchen. Wir tun dies in der Gelassenheit und im Wissen darum, dass der Herr der Kirche seine Gemeinde in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft geführt hat und führen wird. Die Geschichte der Kirche manifestiert so das Handeln und die Treue Gottes. Der Auftrag, die Zukunft der Kirche zu gestalten, bleibt faszinierend, so dass wir mutig die Frage nach ihrer Zukunft stellen. Denn – um es mit den Worten Nehemias zu sagen – „sie ist ja dein Volk“ (Neh 1,10).

Was wir wollen.

Wir wollen Impulse und Denkanstösse für Mission und Evangelisation der Kirche des 21. Jahrunderts vermitteln. Wir wollen grundsätzliche Fragen zur Gestalt der Gemeinde in der postmodernen und nachchristlichen Kultur diskutieren. Wichtige Stichworte sind dabei: missional, inkarnatorisch, organisch, kontextualisiert, transformierend, Netzwerk, christozentrisch, Kontrastgesellschaft, Kairos, Leben im Spannungsfeld des Reiches Gottes, in die Welt gesandt und doch nicht von der Welt, Kirche unterwegs, Multiplikation, nachhaltig. Wir wollen Denker und Praktiker verschiedener Kirchen (bestehender, re-vitalisierter, neu gegründeter usw.) zu einem innovativen Gespräch einladen, um miteinander und voneinander zu lernen. Gemeindeälteste und Pastoren, Gemeindegründer und Gemeindebewahrer, Mentoren und Mentoranden, Praktiker und Theoretiker, Studierende und Lehrende vernetzen sich so miteinander; neue Ideen und Initiativen können diskutiert und bekannt gemacht werden. Wir wollen dazu ermutigen, die eigene praktische Arbeit in der Kirche mit Freude und Leidenschaft weiterzugestalten.

Was wir nicht wollen.

Wir wollen keine Modelldiskussionen führen, sondern intensiv über die Grundlagen der Kirche der Zukunft nachdenken. Wir wollen nicht bei unseren negativen Erfahrungen stehenbleiben, sondern uns für die Mission der Kirche stark machen. Wir verachten nicht die segensreiche und teilweise notvolle Vergangenheit der Kirche, sondern lernen daraus für die Zukunft. Wir wollen nicht übereinander, sondern miteinander reden, aufeinander hören und voneinander lernen.

VN:F [1.8.1_1037]
Rating: 0 (from 0 votes)

Der Fetakäse-Stand

greek-salad11Müde und mit knurrendem Magen durchquerte ich die Halle des Zürcher Hauptbahnhofes. Plötzlich erblickte ich einen Stand voller Bilder von Feta-Käse. In der Hoffnung auf eine kleine Kostprobe näherte ich mich. Doch wo ist der Käse? Aber auch nach dreimaliger Umrundung des Standes erblickte ich nichts als ein Meer von Prospekten mit Rezepten zur korrekten Zubereitung griechischen Salates. Ich fragte mich: Wie kommt jemand auf die Idee, einen Fetakäse-Stand ohne Käse, dafür mit tausenden Prospekten auszustatten? Da sollte man doch was zu schmecken, riechen und sehen bekommen! Verständnislos und frustriert stand ich da.

Plötzlich kam mir der Gedanke, ob wir manchmal nicht auf ähnliche Art und Weise das Evangelium schmackhaft machen wollen. Auf eine Art, die zwar gut gemeint, aber dennoch etwas steril ist und weder Herz noch Sinne anrührt. Wie würde eine Evangelisation aussehen, bei der man das Evangelium schmecken, sehen und riechen könnte? Indem gratis Esswaren verteilen würden, zum Beispiel Bratwürste? Allerdings würde man dahinter wahrscheinlich eher eine Werbeaktion einer Metzgerei vermuten, als einen Versuch das Evangelium lebendig werden zu lassen. (Wobei: nach Fritz Peyer soll Evangelisieren viel mit Metzgen gemein haben). Ich überlege weiter. Vielleicht kommt euch ja eine Idee.

P.S. Der Feta-Stand war vom Griechischen Ministerium für landwirtschaftliche Entwicklung und Ernährung organisiert.
P.P.S Die Rechnung des Griechischen Ministerium für landwirtschaftliche Entwicklung und Ernährung ging zumindest bei mir auf: Ich ging nach Hause und habe einen – wenn auch nicht korrekten, so zumindest leckeren – Griechischensalat zubereitet mit viel Fetakäse.
P.P.P.S Wer die Parallele zwischen Metzgen und Evangelisieren nicht erkennt: Fritz Peyer erzählt jedem gerne seine Kuh-Metzg-Geschichte

VN:F [1.8.1_1037]
Rating: 0 (from 0 votes)

IGW bloggt!

illu_materie_folgt_geistEinfach gesagt: Das Evangelium ist die Geschichte eines Gottes, der mitten in die Existenz seiner Geschöpfe hereinbrach. Lebensnaher geht es kaum. Dass die Theologie heute oft als Disziplin fern des realen Lebens gesehen wird und ihre Vertreter als weltfremd gelten, weist auf ein grosses Versagen hin. (Ein grosses Versagen der Theologie, nicht derer, die sie so empfinden.) Auch das darf man einmal so einfach auf den Punkt bringen.

Dieser Blog will zeigen, dass Theologie nicht nur nahe am Leben sein kann. Wir schreiben und diskutieren aus der Überzeugung heraus, dass sie das sogar muss, dass diese Nähe zum Leben unverzichtbarer Teil ihres Wesens ist. Diese Nähe zum Leben zeigt sich gerade auch in der missionalen Theologie, die nicht nur bei IGW ein grosses Thema ist; ein Thema, über das wir auch hier informieren und diskutieren werden.

Dieses Verständnis von Theologie, die Überzeugung, dass sie sich nahe am Leben – mitten im Leben – abzuspielen hat, lässt diesen Blog umso angemessener erscheinen. Eine interaktive Plattform lädt zur Diskussion ein, zum Dialog. Das theologische Gespräch kann so Räume für Begegnung schaffen. Unser Ziel ist dabei nicht Einigkeit in allen Details, und auch um die abschliessende Beantwortung aller Fragen geht es uns nicht. Stattdessen wünschen wir uns, im Dialog gemeinsam als Lernende unterwegs zu sein und dabei Horizont und Herz kontinuierlich zu weiten.

Ausdrücklich möchten wir darauf hinweisen, dass die Autorinnen und Autoren auf diesem Blog ihre persönliche Sicht, ihre Meinung und ihre Fragen zum Ausdruck bringen. Sie sind wohl alle mit IGW verbunden, äussern sich hier aber nicht als offizielle Sprecher. Die Beiträge sind daher bewusst subjektiv und repräsentieren nicht die offizielle Position von IGW International.

Wir laden Leserinnen und Leser ein am Denken und Diskutieren, am Ringen um lebensrelevante Theologie aktiv teilzunehmen und freuen uns auf den Austausch!

VN:F [1.8.1_1037]
Rating: 0 (from 0 votes)