Archiv für die Kategorie ‘Gesehen’

Wie ein Pinguin – Berufungsverständnis nach von Hirschhausen

Zum Thema Berufung hab ich heute folgendes Video geschaut. Finde ich ganz witzig.
In welchem Element bis du ein Pinguin?

Autor: Dr. Eckhart von Hirschhausen

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Wie man ein Whiteboard radiert.

Was jetzt kommt, hat nur am Rand mit Theologie zu tun. Ich bin jedoch dermassen begeistert von dieser Entdeckung, dass ich ein Ventil brauche. Dazu kommt, dass allenfalls der eine oder andere Leser so froh ist um diesen Tipp wie ich. Und schliesslich sollen auch Theologen alle Register der Kommunikationskunst ziehen.

Zuerst konnte ich es gar nicht glauben. Die Lösung schien zu einfach. Wie entfernt man Geschreibsel vom Whiteboard, für das man versehentlich einen Permanentmarker anstelle des trocken abwischbaren WhiteboardWhiteboard-Stiftes verwendet hat? – Man schreibt mit einem dieser trocken abwischbaren Stifte darüber und tut dann genau das: trocken abwischen. Alles verschwindet, auch die scheinbar unauslöschliche Permanentschrift.

Ich hab’s gleich ausprobiert, da auf meinem Whiteboard im Büro schon lange “More or less” stand, das seit dem letzten Abwischen jedem Reinigungsversuch trotzig Widerstand leistete. Und siehe da: Weg war’s. (Jetzt fehlt es mir fast ein bisschen.)

So einfach geht das (manchmal).

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Erfrischend neues aus dem Blätterwald

Zugegeben, im christlichen Blätterwald gibt es, auch nicht mehr so viele Magazine wie auch schon… und von denen, die es gibt, stammen die meisten aus ein – zwei Verlagshäusern….

Da ist es umso erfreulicher, die zweite Ausgabe des erfrischenden Magazins Namens FROH aus der Taufe zu heben.

Hier der Link zu “FROH – das Magazin”.

FROH! ist ein Gesellschaftsmagazin, das besondere Ereignisse des Jahres aufgreift und sich neugierig auf die Fragen und Themen hinter diesen Anlässen einlässt. Die Beitragenden schenken dem Magazin nicht nur ihre Texte und Bilder, sondern dem Leser auch neue und überraschende Blickwinkel. Durch die sorgfältige Komposition von Beiträgen aus Kultur, Gesellschaft, Spiritualität und nachhaltigen Lebenskonzepten entsteht ein hochwertig gestaltetes Magazin, das nicht nur FROH! heisst, sondern auch froh macht.

Ein Lese- und Anschaugenuss. Great job, guys!

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Das missionale Pfarramt

In einem Gespräch über Frost und Hirschs Buch “Die Zukunft gestalten” erwähnte Jürgen Blunck, Vorstand von IGW Deutschland einen Artikel in dem er über das missionale Pfarramt geschrieben hat. Damals Anfang der 1990er war von “missional” selten die Rede. Auf Nachfrage hat er mir gestattet, seine Thesen hier zu veröffentlichen. Viel Freude bei diesem Blick in die Vergangenheit:

Vom PASTORALEN zum MISSIONALEN Pfarramt

1. Das herkömmliche Pfarramt ist pastoraler Art. Es setzt den Glauben als gegeben voraus. Es sieht seine Aufgabe darin, die nötigen Dienstleistungen für den voraus-gesetzten Glauben zu bringen: Taufe – Unterricht – Trauung – Beerdigung. Dazu kommt noch für eine kleine Insidergruppe: Gottesdienst und evtl. einige Gruppen-angebote.

Dem entspricht auch die beamtenrechtliche Absicherung des Pfarramtes. Der Pfarrer hat sozusagen hoheitsrechtlichen Status bei seinen pastoralen Diensten.

Auch die Ausbildung in ihrer ersten und zweiten Phase setzt voraus, daß diese pastoralen Dienste immer gleichbleibend angefordert werden. Zwar sind in den letzten Jahrzehnten durchaus weitere Dienstleistungen (z.B. im klinisch-seelsorgerlichen oder im sozialen Bereich) hinzugekommen, für die dann auch eine erweiterte Ausbildung angeboten wird. Aber die Grundstruktur des Pfarramtes ist geblieben. Immer noch wird – auch bei erweitertem Dienstleistungsangebot – der Glaube vorausgesetzt.

2. Nun zeigt sich aber zunehmend, dass dieser Glaube, der die pastoralen Dienste nö-tig macht, weitgehend nicht mehr gegeben ist. Die Voraussetzungen für das pastorale Pfarramt, das wir seit dem Mittelalter aufgebaut haben, stimmen nicht mehr.

Die Stützpfeiler, aufgrund deren man – wenn auch immer mehr mit schlechtem Gewissen – behaupten konnte, daß der Glaube oder wenigstens ein gewisser Glaube vorauszusetzen sei, sind langsam aber sicher weggefallen: die christliche Erziehung im Elternhaus – die religiöse Sozialisation (schreckliches Wort!) in der Schule – ein kirchenfreundliches Klima in der Gesellschaft. Mag man das eine oder andere auch etwas verschieden beurteilen, so ist doch der Gesamttrend unbestritten.

Im Bild ausgedrückt: Die Pfarrer haben heute zunehmend weniger Schafe, die sie pastoral betreuen müssen, sie müssen sich diese Schafe erst zusammensuchen. Aber wir haben nur Hirten, die für eine zusammengebliebene Schafherde ausgebildet und motiviert sind, und kaum Hirten, die motiviert und befähigt sind, die verlorenen Schafe zu suchen und heimzuholen.

Wir brauchen also immer weniger pastorale Pfarrer, wir brauchen immer mehr einen neuen Typ von Pfarrer, den missionalen Typ. Und wir brauchen die Ausbildung und Motivierung dazu.

3. Eine zukunftsorientierte Kirche braucht in erster Linie ein missionales Pfarramt. Damit sollen die pastoralen Aufgaben nicht als überflüssig oder zweitrangig angesehen werden. Aber sie müssen eingeordnet werden in eine horizonterweiterte Sicht des Pfarramtes. Es müssen nicht nur die kirchennahen “Schäfchen” im Blick sein, sondern auch die kirchenfernen – eben die, bei denen Glaube nicht mehr oder noch nicht vorausgesetzt werden kann.

Das pastorale Pfarramt ist weitgehend pfarrerorientiert, das missionale Pfarramt dagegen ist “kunden”orientiert. Das pastorale Pfarramt ist dienstleistungsorientiert, das missionale dagegen ist glaubenweckend-orientiert. Das pastorale Pfarramt versucht, in Zeiten des kirchlichen Abwärtstrends noch möglichst viel zu bewahren, das missionale dagegen will Neuland gewinnen für eine Kirche im Morgen.

Für das missionale Pfarramt braucht der Pfarrer eine nicht weniger qualifizierte, aber doch eine andere Art von Ausbildung in beiden Phasen seiner Ausbildung. Alle Disziplinen der Ausbildung – exegetischer, kirchengeschichtlicher, systematischer und praktischer Art – müssen von dem Testament Jesu durchdrungen sein und auf dies Testament Jesu fokussiert werden: Gehet hin – macht zu Jüngern – seid meine Zeugen – wie mich mein Vater gesandt hat, so sende ich euch! Weil der Glaube nicht vorauszusetzen ist, hat Jesus uns dies Testament hinterlassen.

4. Für eine zukunftsorientierte Kirche reicht es nicht, wenn sie diesen missionalen Auftrag Jesu durch Spezialpfarrer (Evangelisten) und Spezialämter (Volksmissiona-rische Ämter) abzudecken versucht. Das reichte in einer Zeit, als die Schafe noch mehr oder weniger im Stall waren, sich dort nur in irgendwelchen Ecken herum-mümmelten anstatt sich an die Stallordnung zu halten.

Wir brauchen nicht einzelne Personen, wir brauchen das normale Pfarramt, das missional orientiert sein muß. Warum? Der Pfarrer vor Ort und in der Gemeinde hat immer noch erheblich mehr Einfluß auf das Leben der Gemeinde als Kirchenleitung und Spezialpfarrer zusammen. Wenn er nicht die neue Aufgabe erkennt und annimmt, werden es andere außerhalb der Kirche tun – und tun es jetzt schon.

Die Kirchenleitungen können für eine solche Neuorientierung vom pastoralen Pfarramt zum missionalen Pfarramt die Signale setzen und die Rahmenbedingungen ind er Ausbildung und Begleitung schaffen – wenn sie es wollen.

Jürgen Blunck
(geschrieben 1994)


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Chrampfe! Verlieren postmoderne Christen das Erbe der reformierten Arbeitsethik?

Jean_Calvin

Jean_Calvin

In einer grösseren Firma in der Schweiz treffe ich drei Führungskräfte aus dem mittleren Kader. Das Gespräch dreht sich, wie heute fast immer, um das Thema Wirtschaftskrise. Stellen wurden abgebaut, und die Mitarbeiter, die noch da sind, versinken in der Arbeit – so auch die Abteilung von T. Im weiteren Verlauf des Gesprächs erwähnt T. seinen Teamleader P., der zwar gute Arbeit leiste, ehrlich und freundlich sei, der aber jeden Abend um punkt 16.55 Uhr Feierabend macht. Der Rest des Teams macht danach noch die Arbeit fertig. T. meine dann zum Schluss noch, dass P. halt fromm sein und in irgendeine Kirche gehe…

Ich kenne P. nicht näher. Es kann sein, dass er Familienvater ist, sich aktiv in der Kirche beteiligt oder dass er meisterlich ausgeglichen seine Work-Life Balance pflegt. Alles tipp-topp, und doch…

Das Erlebnis ist für mich beispielhaft für etwas Vages, das ich seit ein paar Monaten meine zu beobachten. Haben die Christen verlernt zu „chrampfen“? Haben wir das Erbe der reformierten Arbeitsethik verloren?

Ich treffe je länger je weniger Christen, die gerne arbeiten. Leute, die bereit sind, für ihren Job zu investieren, Überstunden zu machen, dem Kunden einen hervorragenden Service zu bieten, gute Arbeit zu leisten, auch wenn es niemand direkt sieht…. Viele hangeln sich von Wochenende zu Wochenende und beklagen sich oft über den Job: vielleicht ist der Chef blöd, das Gehalt zu tief, die Arbeitsbedingungen zu schwer, das Klima zu weltlich…

Im Zuge des Dauerbrenner–Themas Berufung wünsche ich mir, dass der BERUF-ung mit mehr Leidenschaft nachgelebt wird. Wie kann man beruf-en sein und solch lausige Arbeit leisten?

Hast du auch schon ähnliche Beobachtungen gemacht? Deine Gedanken würden mich interessieren.

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“Knowing” – Verloren auf der ganzen Linie

Letzte Woche war ich wieder einmal im Kino. Leider. Eigentlich wollten wir uns die 3D-Version von “Monsters vs. Aliens” ansehen, aber an der Kasse erfuhr ich, dass hier nur die 2D-Fassung lief. So mussten wir kurz umentscheiden und wählten “Knowing”. Bei Nicolas Cage kann man kaum falsch liegen, dachten wir – und täuschten uns.

Ein kurzer Überblick über den Inhalt:

***Spoiler-Warnung (Falls jemand ja doch noch …)***

Einem Professor für Astrophysik oder so (Cage) kommt ein Dokument in die Finger, auf dem alle grösseren Katastrophen der letzten fünfzig Jahre und der nächsten drei Tage mit Datum, Koordinaten und Opferzahlen aufgezeichnet sind. Da das Dokument (über dessen Herkunft ich hier gerne kein Wort verliere) bereits 50 Jahre alt ist und seine Voraussagen sich bisher präzise erfüllt haben, ist der Professor von seiner Zuverlässigkeit überzeugt. Beunruhigend: Drei Termine stehen noch aus – und sind alle für die nächsten Tage vorhergesagt. Der letzte dieser drei (nach Flugzeugabsturz und U-Bahn-Unfall) ist der Weltuntergang. Gott sei Dank haben Aliens (von denen man zuerst meint, sie seien die Bösen, die sich dann aber als lieb herausstellen) das alles schon vorausgesehen und holen den kleinen Sohn des Professors und die kleine Tochter der durch einen Zufall an seine Seite beförderten weiblichen Hauptrolle zu sich ins Raumschiff, damit sie auf einem neuen Planeten ganz neu beginnen können. Dann geht die Welt unter. Das Positive daran: Jetzt ist auch der Film fertig.

***Spoiler Ende***

Markus, mit dem ich “Knowing” über mich ergehen liess, meinte, so etwas lasse sich eigentlich nur als Spätfolge des Autorenstreiks in Hollywood erklären. Ausserdem machen wir uns Sorgen um Nicolas Cage, der in argen finanziellen Nöten stecken muss, wenn er sich für eine Produktion dieser Klasse einspannen lässt. Immerhin: Die Tatsache, dass sich Menschen finden, die ein solches Projekt finanzieren, kann man in wirtschaftlichen Krisenzeiten ja auch als Lichtblick deuten. Ein Zeichen der Hoffnung – und genau das will “Knowing” ja vermitteln.

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