Archiv für die Kategorie ‘Missionale Theologie’

Die christologische Begründung (1/2)

Jesus Christus ist das Zentrum der Heiligen Schrift. Jesus Christus als wahrer Gott und wahrer Mensch, sowie als Lehrer und Prophet ist massgebend für eine missionale Theologie, für die christliche Lebensführung und für das Leben der Kirche und ihre Mission in der Welt.“

„Was bedeutet dieser Satz für mein persönliches Leben und für das meiner Kirche / meiner Gemeinschaft / meines Werkes?“ Der nachfolgende Post in ein Gastbeitrag von Tobias Bausch, Tanja Bühler und Emanuel Koller, der sich mit der obigen These (7/12) und dieser Fragestellung auseinandersetzt.

Gleichwie der Vater mich ausgesandt hat, sende ich auch euch“ (Joh. 20.21).

Die Frage die wir uns immer wieder stellen wollen, wo sendet mich Gott hin? Jesus Christus war in erster Linie zu den Juden gesandt, und erfüllte den Auftrag für die ganze Welt. Die grosse Herausforderung besteht für uns Gläubigen darin, das Himmelreich Gottes in unserem Umfeld ganzheitlich zu leben.

Jesus hat es uns vorgelebt: Er hat es geschafft, das Himmelreich im Leben zu integrieren, er predigte und lehrte das Reich Gottes überall worin er seinen Auftrag sah. Er war sich seinem Auftrag allezeit bewusst und passte sich den schlechten Angewohnheiten der Welt nie an. Nie verfiel er den Versuchungen Satans. Das gleiche erwartet Jesus von uns, indem er sagte: „Friede euch! Gleichwie der Vater mich ausgesandt hat, sende ich auch euch“ (Joh. 20.21).

Man muß Gott mehr gehorchen als Menschen“ (Apg. 5.29).

Eine solche Sendung kann im Leben nur Realität werden, wenn in unserem Alltag Jesus ins Zentrum Rücken kann und unseren Körper, Seele und den Geist auf ihn ausgerichtet ist. Die Schwierigkeit besteht darin, Gott mehr zu gehorchen als den Menschen. Ohne den Erwartungen aus unserem Umfeld gerecht werden zu müssen. Jesus sagte selber von sich:

“Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn.“ (Joh 5,19)

Gerade diesem Auftrag wurde Jesus vollumfänglich gerecht. Wie viel mehr sind wir auf den Vater angewiesen. Wir können nichts von uns aus machen, was geistliche Frucht bringt. Jesus hat uns seinen Beistand zurückgelassen.

Beistand

Jesus lässt uns nicht alleine zurück mit dem Auftrag. Er hilft uns und bevollmächtigt uns im Geist zu leben und den Dienst zu erfüllen. Durch den Geist Gottes haben wir die Beziehung zu Gott und zur Welt im Ausgleich. Nur durch den Heiligen Geist können wir eine gesunde Beziehung zu Gott in dieser Welt führen. Der Geist führt uns in die Beziehung, eine innige Freundschaft zu Gott und gibt uns den rechten Blick für die Welt in der wir leben. Im Jesaja lesen wir eine Verheissung, die wir in Anspruch nehmen können.

„Der Geist Gottes des HERRN ist auf mir, weil der HERR mich gesalbt hat.Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen.“ (Jes. 61.1)

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Die Grundlage der missionalen Theologie (6/6, Schluss)

Missionale Theologie dient der Anbetung Gottes. Mission geschieht, weil Gott noch nicht überall angebetet wird, und sie geschieht bis zur Wiederkunft Jesu und der endgültigen Aufrichtung der Herrschaft Gottes. Die unterschiedlichsten Aktivitäten fördern die Anbetung Gottes: die Sorge um die Schöpfung, die es zukünftigen Generationen erlaubt, in ihr die Herrlichkeit Gottes zu erkennen; Entwicklungshilfe als Hinweis auf den suchenden Gott, der ganzheitliches Heil will; Kunst und Kultur, die Gottes Weisheit und Schönheit widerspiegeln.

„Was bedeutet dieser Satz für mein persönliches Leben und für das meiner Kirche / meiner Gemeinschaft / meines Werkes?“ Der nachfolgende Post in ein Gastbeitrag von Philippe Aellig, Daniel Schüpbach und Lukas Wäfler, der sich mit der obigen These (6/12) und dieser Fragestellung auseinandersetzt.

Gott hat uns das Leben gegeben und er hat uns erlöst. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden, Gott anzubeten und sind ihm dankbar, für alles, was er uns gibt. Anbetung Gottes bezieht sich nicht in erster Linie auf die musikalische Anbetung. Einen anbetenden Lebensstil zu führen bedeutet praktisch, Gott als Schöpfer und Erlöser zu bekennen und ihn mit unseren Worten und unserem Handeln zu preisen. Das Bekennen von Gott als Schöpfer und Erlöser hat also die Anbetung gefördert.

Durch die Verkündigung vom Evangelium durch Wort und Tat (Mission) wird gefördert, dass Menschen Gott als Schöpfer und Erlöser erkennen und dadurch bekennen werden.

missionale-theologie

Somit fördert die Mission die Anbetung Gottes. Dabei spielt nicht die Methode, sondern die Absicht die endscheidende Rolle. Ob Mission durch eine attraktionale oder missionale Arbeit geschieht, ist dabei nicht entscheidend.

Aktivitäten, die Menschen zum Bekennen von Gott als Schöpfer und Erlöser führen, dienen der Anbetung Gottes. Ein Anstoss dazu kann auch die Sorge um die Schöpfung, Entwicklungshilfe, Kunst und Kultur sein, wie es in der These formuliert ist.

Allgemein bestätigen wir die obenstehende These. Wir legen jedoch grossen Wert auf das Bekennen von Gott als Schöpfer und Erlöser!

Was bedeutet diese These für unser persönliches Leben?

Diese These löst in uns ein missionarisches Denken aus. Da wir die Anbetung Gottes fördern wollen, sind wir getrieben, vermehrt solche Aktivitäten zu unternehmen. Weiter löst die These Fragen nach der praktischen Anwendung aus. So fördert die These unsere Kreativität. Wir werden nach neuen Aktivitäten suchen, wie wir Menschen für unser Anliegen gewinnen können.

Was bedeutet dieser Satz für unsere Kirche/ Werk?

In unseren Kirchen besteht häufig die Ansicht, dass Anbetung am Sonntagmorgen durch Singen und Beten stattfindet. Beispielsweise praktische Dienste, wie Kinderbetreuung, werden nicht als Anbetung angesehen. Zwar ist die Aussage „Anbetung als Lebensstil“ allgemein bekannt, trotzdem mangelt es bei der Umsetzung. Die Aussage droht zur Floskel zu werden. Die Gemeinde muss erkennen, dass Anbetung überall stattfindet, wo Menschen zur Gottes Ehre handeln.

Weiter hat die These keinen Anspruch auf eine missionarische Methode. Sie spricht weder gegen eine attraktionale, noch für eine missionale Kirche. Sie betont jedoch die Wichtigkeit der Mission, also den Aktivitäten, die fördern, dass Gott angebetet wird. Somit hat die stark attraktionale Jugendarbeit auch weiterhin ein Existenzrecht und auch das missionale Missionswerk darf weiterhin Gottes Anbetung fördern. Denn beide Organisationen haben dieselbe Absicht und erreichen mit ihrer Methode verschiedene Menschen. So verschieden die Menschen sind, dürfen auch die Methoden sein.

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Die Grundlage der missionalen Theologie (5/6)

„Missionale Theologie setzt grenzüberschreitende Lernbereitschaft voraus. Sie hört auf die Brüder und Schwestern in unseren Kirchen sowie auf unsere Brüder und Schwestern in der 2/3 Welt, die durch ihre ganzheitliche Denkweise den Weg zu einer missionalen Theologie vorgezeichnet haben.“

Im März 2009 hat IGW „12 Thesen zur missionalen Theologie“ veröffentlicht, die seither rege diskutiert werden. Viele fragen sich: „Was bedeutet dieser Satz für mein persönliches Leben und für das meiner Kirche / meiner Gemeinschaft / meines Werkes?“ Der nachfolgende Post in ein Gastbeitrag von Severin Fitze, Urs Oester und David Schmid, der sich mit der obigen These (5/12) auseinandersetzt.

Zuerst einmal wunderten wir uns etwas über die Formulierung dieser These und nahmen sie in der Diskussion auseinander, was uns half sie zu verstehen und uns eine Meinung zu bilden.

Wir stellten fest, dass die grenzüberschreitende Lernbereitschaft tatsächlich von eminenter Wichtigkeit ist. Ohne diese ist es uns gar nicht möglich auf andersartige Denkweisen unserer Geschwister einzugehen. Wir fragten uns dann was wohl mit ganzheitlich gemeint sein könnte und kamen zum Schluss, dass es bei Ganzheitlichkeit immer um das ganze Leben geht. Also keinesfalls um irgendeinen Teilbereich.

Des weiteren diskutierten wir, ob unser Geschwister in der 2/3 Welt tatsächlich so viel ganzheitlicher Denken, oder ob dieses Denkmuster schlicht Teil ihrer Kultur ist. Doch das spielt unserer Meinung nach gar keine Rolle, da es so oder so wichtig ist, von anderen Kulturen zu lernen und zu reflektieren, wie sie ihren Glauben leben. Dies auch im Hinblick auf unsere Gesellschaft, die immer multikultureller wird. Dabei geht es nicht darum, Dinge von andern zu übernehmen, sondern mit offenen Augen und offenem Herz zu prüfen und davon zu lernen. Es gilt den den Horizont zu erweitern, einen Weitblick zu entwickeln und sich nicht mehr nur auf sich selbst zu konzentrieren.

Nun was bedeutet das für uns persönlich und für unsere Kirchen?
Wenn wir möchten, dass sich etwas ändert, müssen wir wie so oft bei uns selbst beginnen. Wir müssen lernen grenzüberschreitend Lernbereit zu sein, bevor wir der Gemeinde irgendetwas vorenthalten können. Das Bedeutet in unserem Alltag, dass wir den Kontakt
mit Brüdern und Schwestern die anders denken oder glauben nicht länger meiden, sondern suchen. Und dabei nicht gerade mit der Urteilsbildung beginnen sobald wir die Meinungen gehört haben, sondern diese ernst nehmen und als gleichwertig wie die Unsere achten. In unseren Gemeinden muss eine Offenheit und eine Grenzüberschreitende Lernbereitschaft für eine ganzheitliche Denkweise beginnen zu wachsen. Dies in dem Strukturen und Prinzipien neu überdacht werden und durch eine neu angezündete Liebe für die Verlorenen. Denn dies wird automatisch zu einer Lernbereitschaft führen, die alles in Kauf nimmt, um Gottes Auftrag zu erfüllen und die sich nicht mehr an eingesessenen Gedankengebäuden festhält.

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Die Grundlage der missionalen Theologie (4/6)

„Missionale Theologie versteht den Begriff der Bibeltreue umfassend. Sie strebt ein Gleichgewicht von Wort und Tat an (Orthodoxie und Orthopraxis) und misst die Treue zur Bibel nicht nur am Festhalten an der Wahrheit, sondern auch an der Fähigkeit, das Evangelium in der Welt zu inkarnieren.“

Der nachfolgende Post in ein Gastbeitrag von Sascha Bertschinger, Oliver Leiser, Lukas Schär und Michael Schaerer, der sich mit der obigen These (These 4 von 12) auseinandersetzt.

Verkünde das Evangelium so oft du kannst, wenn nötig gebrauche Worte – Franz von Assisi, 12. Jh.

Ist missionale Theologie etwas Neues? Mit Sicherheit nicht. Der erste missionale Akt, wo Wort und Tat zusammenwirkten, war die Schöpfung. Gott sprach und es wurde. Auch Jesus hat Wort und Tat miteinander verknüpft. Er ging zu den Notleidenden, diente ihnen und erzählte ihnen das Evangelium. Vielleicht, besser gesagt offensichtlich, ist die missionale Theologie bei uns in den letzen Jahrzehnten in Vergessenheit geraten, oder wir setzen andere Schwerpunkte. Wir sind Meister darin, Gottes Liebe und sein Evangelium zu verkündigen, wissen aber oft nicht mehr, wie wir Gottes Liebe den Menschen im praktischen Leben zeigen können.

Viele Möglichkeiten gibt es heute, um einen Kurzeinsatz in fernen Ländern zu machen. Dort ist es auch einfach, den Menschen zu dienen. Es ist offensichtlich, dass jemand, der am Verhungern ist, etwas zu Essen braucht und jemand, der in der Nacht friert, eine warme Decke benötigt. Woran liegt es, dass wir den Menschen in unserem Umfeld nicht mehr helfen (können)? Wissen wir überhaupt, in welchen Nöten sie leben? Hier in der Schweiz haben die meisten genug zu essen und ein warmes Bett in der Nacht. Die Mängel liegen hier ganz wo anders. Viele Menschen sehnen sich heute nach tiefen, echten Beziehungen und Freundschaften. Wenn wir den Menschen in unserem Umfeld dienen wollen, müssen wir hier anknüpfen. Sie brauchen kein Brot um zu überleben, was sie brauchen sind Freundschaften, die sie durchs Leben tragen.

Gerade in der heutigen Zeit, in unserem Umfeld reicht es nicht, wenn wir einfach Worte verlieren. Wenn wir in der Schweiz einem Durchschnittsbürger sagen, dass er Jesus braucht, wird er berechtigt fragen, wozu? Ich habe doch alles, was ich für mein Leben brauche, wird seine Antwort sein und er hat nicht unrecht. Klar wissen wir, dass er dadurch nicht gerettet ist, jedoch wird ihn das in diesem Moment nicht wirklich interessieren, weil er ja alles hat. Die zweite Möglichkeit die wir haben, ist ihm zu sagen, dass sein Leben hier mit Jesus besser sein wird, als es jetzt ist. Darauf wird sich auf seiner Stirn ein grosses Fragezeichen bilden. Glauben wird er uns dies nur, wenn er es an unserem Leben sieht. Wenn wir also nicht mit Überzeugung sagen können, dass unser Leben mit Christus ein Gewinn ist und wir ihm dies nicht mit Beispielen erläutern und vorleben können, werden wir schlechte Karten haben.

Auch in der heutigen Zeit, in unserem Umfeld wird es nicht reichen, den Menschen nur das Evangelium zu predigen, wir müssen es ihnen vorleben, damit sie sehen und glauben können, was wir ihnen predigen.

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Die Grundlage der missionalen Theologie (3/6)

„Missionale Theologie nimmt die Tatsache ernst, dass Gott die Welt liebt (Joh 3,16) und ihre umfassende Erlösung und Wiederherstellung zum Ziel hat. Sie ist dem Rettungshandeln Gottes verpflichtet, indem sie den Menschen durch die Bindung an die Person Jesu in die ursprüngliche Schöpfungsordnung hineinführt, in der die Fülle des Lebens zu finden ist.“

Im März 2009 hat IGW „12 Thesen zur missionalen Theologie“ veröffentlicht, die seither rege diskutiert werden. Viele fragen sich: „Was bedeutet dieser Satz für mein persönliches Leben und für das meiner Kirche / meiner Gemeinschaft / meines Werkes?“ In den kommenden Wochen gehen geben IGW-Studierende ihre Gedanken dazu weiter. Der nachfolgende Post ist ein Gastbeitrag von Claudia Grimm, Jörg Kessler und Gisele Zürcher, der sich mit der obigen These (3/12) auseinandersetzt.

Gott liebt die Welt so sehr, dass er ihre umfassende Erlösung und Wiederherstellung zum Ziel hat. Er hat frei gewählt uns zu lieben. Gott liebt nicht nur die „guten Menschen“ und möchte nicht nur Seelenheil schenken, sondern der gesamten Schöpfung ganzheitlich Heil geben. Doch inwiefern sind wir an diesem Handeln Gottes beteiligt? Jesus fordert uns auf seine Gute Nachricht den Menschen in allen Nationen zu verkündigen (Mt 28,19-20). Nun könnten wir diesen Auftrag aus Pflichtgefühl ausführen, wie Maschinen funktionieren, statt aus Liebe angetrieben sein. Gottes treibende Kraft für den Erlösungsplan ist seine bedingungslose Liebe für die Menschen. Welche Rolle spielt diese Liebe in unseren Begegnungen mit Menschen und der Verkündigung des Wort Gottes? Ist diese Liebe auch für uns absolute Voraussetzung?

Vielleicht sind wir Christen manchmal in der Gefahr für Gott leisten zu wollen. Wir legen grossen Wert darauf, wie wir ihm gefallen, gehorchen, ja dienen können. Unser Handeln soll jedoch Hand in Hand mit unserer persönlichen Gottesbeziehung geschehen. Die Liebe Gottes soll auch unsere treibende Kraft sein. Deshalb ist es unumgänglich, Gottes Vaterherz kennen zulernen und wie Jesus, eine innige Beziehung zum Vater zu leben.

Christen müssen Gottes Gegenwart nicht nur zwischen Kirchenbänken, sondern auch „draussen“ in der Welt erwarten. Die Richtung hat von der zentripetalen (hinein fliessenden) zur zentrifugalen (hinaus fliessenden) Dynamik gewechselt. Gott wirkt in der Welt. Unsere Rolle ist es, heraus zu finden, wo er wirkt und dann neben ihm zu gehen. Viele Evangelikale glauben, dass sie Gott in die Welt nehmen. Das ist ein Dualismus, welcher die missionale Theologie nicht unterstützt. Es kommt oft vor, dass Menschen an Jesus glauben, um nach ihrem Tod in den Himmel zu kommen. In diesem Fall wird für den Himmel im Jenseits geworben. Stattdessen geht es im Evangelium darum, für Gott lebendiger in der Welt zu sein. Umfassende Wiederherstellung bedeutet zu versuchen, in allem, was man tut, das Reich Gottes auszudrücken. Diese Aktivitäten reflektieren den lokalen Kontext und sind deshalb in ihren Formen mannigfaltig.

Für uns Christen gibt es keine örtlichen und strukturellen Einschränkungen, um Menschen mit Gottes Liebe zu begegnen. Überall kann Gott hinein wirken. Aller moderne Dualismus kann überwunden werden. In der evangelikalen Kirche existiert oft nur ein Bild, wie Kirche sein kann, dabei lässt uns die Bibel viele Möglichkeiten offen, wie Gemeinschaft gelebt werden kann. Wenn wir das Ziel verfolgen, dass Gottes umfassende Erlösung und Wiederherstellung auf dieser Welt geschehen können, müssen wir auch unsere Denkweise und unser Verhalten verändern. Wir können auch im gewöhnlichen Alltag Menschen mit Gottes Liebe konfrontieren, damit sie die Fülle des Lebens finden können.

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Die Grundlage der missionalen Theologie (2/6)

Missionale Theologie ist eine Theologie der aktiven Teilnahme an Gottes Schöpfungs- und Erlösungshandeln. Damit die christliche Mission in einer leidenden Welt bedeutsam ist, muss die Kirche auf die aktuellen Fragen und Nöte ihres Umfeldes eingehen.

Der nachfolgende Post in ein Gastbeitrag von Dina Grädel, Alain Revilloud und Mirjam Sommer Schenk, der sich mit der obigen These (These 2 von 12) auseinandersetzt.

Der Kern dieser These liegt im Denken des Einzelnen. Sie umfasst das Verständnis des Mitgestaltens dieser Welt. Die Christen unserer Gemeinde warten nicht länger auf die Erlösung sondern arbeiten daran. Sie setzen Gottes Ideen auf dieser Welt mit ihren Händen um. Das Ziel ist nicht nur, eines Tages in das Reich Gottes einzugehen, sondern es schon hier und jetzt auf der Erde sichtbar zu machen und zu erleben.

Ist eine solche Ausrichtung überhaupt denkbar? Was braucht es, um eine solches Verständnis in der Gemeinde wachzurufen?

Der massgebende Faktor dieses Wandels ist die Verantwortung. Welche Verantwortung trage ich als Christ? Wir als Gemeinde? Sind wir Christen nicht dafür verantwortlich, dass die Menschen dieser Welt das Wort Gottes hören und sehen? Und wer ist dafür verantwortlich, dass Gottes Schöpfungs- und Erlösungshandeln in dieser Welt sichtbar wird? – Ist es Gott? Sind es die Gemeinden? – Wer ist dafür verantwortlich, wenn es nicht sichtbar wird?

Verantwortung tragen bedeutet sich verantwortlich fühlen und in Aktion treten. Denn Tatsache ist, wenn sich niemand verantwortlich fühlt, wird es nicht getan. Genauso verhält es sich mit der sozialen Verantwortung. Derjenige, der sich nicht verantwortlich fühlt jemandem zu helfen, wird es auch bestimmt nicht tun. Wieso sollte er auch?

Wir sind der Meinung, dass unsere Kirchen und deren Mitglieder unbedingt mehr Verantwortung tragen sollten. Die Verantwortung, selber Gottes Plan zu entdecken, und sich an seinem Handeln zu beteiligen. Das ist nicht nur Aufgabe der Pastoren, Evangelisten und Missionare. Die Verantwortung liegt auf jeder Gemeinde, jedem Christen. Das bedeutet, dass sie sich zwangsläufig mit den Fragen und Nöten ihres Umfelds auseinandersetzen und darauf eingehen.

Eine missionale Theologie fordert, uns selber zu prüfen, ob wir diese Verantwortung in unserem Leben, in unserer Familie, in unserer Gemeinde und in unserem Umfeld wahrnehmen.

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Die Grundlage der missionalen Theologie (1/6)

„Missionale Theologie weiss sich einer umfassenden biblischen Grundlage verpflichtet. Sie gründet auf Leben und Werk von Jesus Christus, auf dem Missionsbefehl (Mt 10, Mt 28, Mk 16, Lk 24, Apg 1) und auf dem Alten Testament.“

Im März 2009 hat IGW „12 Thesen zur missionalen Theologie“ veröffentlicht, die seither rege diskutiert werden. Viele fragen sich: „Was bedeutet dieser Satz für mein persönliches Leben und für das meiner Kirche / meiner Gemeinschaft / meines Werkes?“

In den kommenden Wochen gehen geben IGW-Studierende ihre Gedanken dazu weiter. Der nachfolgende Post in ein Gastbeitrag von Sarah Dosch, Matthias Gremlich, Reto Lussi und Jessica Zehnder, der sich mit der obigen These (These 1 von 12) auseinandersetzt.

Da sich Missionale Theologie einer umfassenden biblischen Grundlage verpflichtet weiss, ist es die Aufgabe der heutigen Gemeinde, diese ernst zu nehmen und nach Möglichkeiten der Umsetzung zu suchen. Dabei nehmen Jesu Leben und Wirken eine zentrale Rolle ein, ist es doch unser Ziel ihm gleich zu werden (Röm 8,29). Mit der Lesung aus der Schriftrolle in Lk 4,17ff bezeichnet Jesus den Auftrag seiner Sendung. Den Armen die Gute Botschaft zu verkünden, Gefangenen Freiheit auszurufen, den Blinden, dass sie sehen werden, Unterdrückten, dass sie frei werden und das angenehme Jahr des Herrn zu verkünden; das sind die Eckpfeiler der Sendung von Jesus und damit auch von unserer Berufung.

Um diesen Auftrag nach aussen wahrzunehmen, bedarf es einer konstanten Sammlung und Sendung. Wir sehen im Leben von Jesus beide Schwerpunkte, hat er doch einerseits die Jünger gesammelt, indem er sie zu sich gerufen, gelehrt und trainiert hat und andererseits immer wieder auch ausgesendet, um sich selbst zu multiplizieren. Den Höhepunkt dessen finden wir im Ereignis der Himmelfahrt Jesu, welches das Wirken „sammelnde Wirken“ des Heiligen Geistes an der Gemeinde mit ihrem Sendungsauftrag untrennbar verbindet (Apg 1,8).

Wir können den Auftrag der Sendung jedoch nicht nur bei Jesus und seinen Jüngern beobachten, sondern finden es auch im Alten Testament. Schon durch den Glauben und die daraus folgenden Taten des Volkes Israel sollten die Nationen Gottes Allmacht und Barmherzigkeit erkennen (2Mos 21,1ff.22,20–23,9; 3Mos 25,1ff; 5Mos 10,17ff). Wie die neutestamentliche Gemeinde sollten auch sie Gottes Licht in der Welt leuchten lassen (Mt 5,14f). Nur ein Glaube, der sich auch in praktischen Taten zeigt, ist im Sinne Gottes (Jak 2,26). Und deshalb ist es unsere Bestimmung, dass wir unsere Sendung erkennen und diese wahrnehmen.

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missional.ch

Hier könnte ein Treffpunkt aufgebaut werden für Interaktion, Reflexion und Suche zwecks kreativer Re-Definition, überraschender Wiederentdeckung und innovativer Restauration der Mission Gottes. Gefragt sind Denker wie Praktiker, welche die richtigen Fragen stellen und selbstkritisch sowie ausgewogen brauchbare Antworten vorschlagen, so dass Verbesserung, Korrektur oder Entwicklung auf konstruktive Weise initiiert oder verstärkt wird.

So gelesen auf missional.ch – einer Plattform im Werden. Was genau daraus werden soll, das sVogelsitzungcheint noch recht offen zu sein:

Es geht weniger um das Wissen als um das Tun. Auf dem Weg hin zu einer missionalen Theologie wird bereits fleissig gearbeitet. Unter dieser Adresse könnte beispielsweise im Rahmen eines Forschungsprojekts eine missionale Plattform aufgebaut werden. Bist du in missionaler Theolgie bereits Experte oder hast du praktische Erfahrungen gesammelt in missionalem Gemeindebau? Teile mit was du hast und hilf damit anderen.

Na dann: auf einen weiteren anregenden Austausch und mutige Schritte vorwärts – hier und dort.

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Am Montag danach

Vom letzten Donnerstag bis Samstag hat in Aarau der Kongress “Zukunft gestalten” mit Michel Frost stattgefunden. Wir sind gespannt, was euch beschäftigt. Was sind die ersten Eindrücke, Gedanken, Diskussionspunkte?

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Missional, missionarisch oder beides?

In einem Kommentar zum Artikel über die 12 Thesen zur missionalen Theologie wurden wir angeregt, hier doch mal den Unterschied zwischen missional und missionarisch zu skizzieren. Ich habe Mathias Burri, Leiter des MA-Programmes bei IGW und Mitglied der Schulleitung, gebeten, dazu einige Sätze zu Papier zu bringen. Somit bleibt mir die Freude, unseren ersten Gastbeitrag anzumoderieren. (Danke Mathias!)

Missionalist ein aus dem Englischen übernommenes Adjektiv und ist nach Oxford English Dictionary ein Synonym für missionarisch. In der theologischen Literatur wurde jedoch das Adjektiv missional in den letzten Jahrzehnten weiter entwickelt und muss heute klar von missionarisch unterschiedenwerden. Allerdings dürfen die beiden Adjektive nicht gegeneinander ausgespieltwerden, wie es teilweise im Sinne einer plumpen Bewertung von “früher waren wir missionarisch” und “heute sind wir missional” zu finden ist.

Missionarisch betont die Tätigkeit der Mission, also das Tun einer Person oder Kirche. Missional beschreibt die Identität und das Wesen, also das Selbstverständnis einer Person oder Kirche. Bei missional ist die Mission im Zentrum der Theologie, der Kirche, der Person und bestimmt ihr ganzes Sein und ihren Auftrag. (Der Begriff Mission wäre dann natürlich ebenfalls noch zu klären.) Hier eine Gegenüberstellung der beiden Adjektive:

  • Missionarisch = Beschreibung des TUNS = Mission ist eine Tätigkeit
  • Missional = Beschreibung des SEINS = Mission bestimmt die Identität

Eine missionale Kirche ist auch missionarisch. Eine missionarische Kirche muss aber nicht zwingend missional sein, da ihre missionarische Tätigkeit nur eine von vielen Aktivitäten sein kann und sie Mission nicht als Zentrum sondern als Teilaufgabe der Gemeinde sehen kann. In diesem Fall wäre die Kirche nicht missional.

Das Adjektiv missional wurzelt in der missio dei. Wichtig für den Begriff ist das Verständnis, dass Gott das Subjekt der Mission ist und nicht die Kirche. Bis zum Aufkommen des Begriffs missio dei in den 50er-Jahren fühlte sich sozusagen die Kirche als Subjekt, also verantwortlich für die Mission. Seither setzte sich das Bewusstsein durch, dass Gott selbst verantwortlich für die Mission ist. Gott ist Ausgangspunkt der Mission, er ist ein sendender Gott: “Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch” (Joh 20,21). Wir sind als Christen und Kirchen das Instrument von Gottes Mission in dieser Welt, also von unserer Bestimmung her missional. Die (missionale) Kirche ist eine von Gott in diese Welt gesendete Kirche. Dazu ein Zitat von der Website von Acts 29:

Eine Kirche, die nicht missional ist, ist nicht wirklich eine Kirche. Eine Kirche existiert durch die Mission wie die Sonne existiert durch ihr Scheinen. Wenn die Sonne nicht mehr scheint, dann hört sie auf, Sonne zu sein. Wenn eine Kirche ihre Mission verliert, dann hört sie auf, Kirche zu sein.

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