Alle Beiträge mit dem Tag ‘Missionale Theologie’

Kirche der Zukunft (Artikel aus proKOMPAKT)

Manchmal habe ich eine etwas lange Leitung.

Deshalb bin ich erst jetzt auf diesen Artikel gestossen, der bereits vor Wochen (oder sind es gar schon Monate?) in proKompakt, dem PDF-Magazin des christlichen Medienmagazins pro erschienen ist.

Im Gegensatz zum Titel, der wohl kaum einem Leser mehr als ein müdes Gähnen abringen dürfte, bietet der Inhalt des Artikels sehr Anregendes. Zum Beispiel das hier:

“Wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass irgendjemand immer für unsere Schnäppchen bezahlt.“ Kaufe man etwa Produkte, die aus Regenwaldhölzern bestehen, anstatt eventuell teurere klimaschonend hergestellte Waren, bezahlten ärmere Völker, die schon heute massiv vom Klimawandel betroffen seien. Ein weiteres Beispiel für diese Logik findet Faix im Wassermangel armer Länder. Günstige Waren würden häufig eben dort hergestellt – und das unter erheblichem Wasseraufwand. Die Konsequenz: Der Bevölkerung fehlt Wasser zum Trinken.

Aber eben: Wer braucht schon Wasser zum Trinken, wenn er das Wasser des Lebens hat?

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Die ekklesiologischen Auswirkungen (2/4)

„Die wichtigste Aufgabe der Kirche ist die Verkündigung des Evangeliums vom Reich Gottes und seinem gekreuzigten und auferstandenen König Jesus. Die Verkündigung des Evangeliums in Wort und Tat auf der ganzen Welt ist ein heilsgeschichtliches Muss (Mk 13,10).“

Was bedeutet dieser Satz für mein persönliches Leben und für das meiner Kirche / meiner Gemeinschaft / meines Werkes? Der nachfolgende Post ist ein Gastbeitrag von Lukas Kernen, Elias Knupp und Alexander Maurer, der sich mit der obigen These (10/12) auseinandersetzt.

Persönlich

Ich bin gefordert meine Zeit so einzuteilen, dass die Verkündigung einen festen Platz bekommt. Das heisst z. B., dass ich bereit bin, überflüssige Gemeindesitzungen zu streichen und den Abend mit einem Freund in der Bar zu verbringen.

Ich bin gefordert, über meinen Schatten zu springen und mit offenen Augen durch den Alltag zu gehen und z.B. meiner Nachbarin im Winter Unterstützung im Schneeräumen anzubieten.

Ich bin gefordert, nicht nur am Sichtbaren und bekannten mitzuwirken, sondern auch im Kleinen zu dienen. Nicht nur die Predigt vor 200 Leuten soll mich motivieren sondern auch das Gespräch mit einer schwierigen Person.

Ich bin gefordert, dem Zeitgeist der persönlichen Verwirklichung entgegenzutreten und mich mit einer sozialen Ethik zu identifizieren, damit ein gutes Verhältnis zwischen „ich möchte“ und „ich gebe“ entstehen kann.

Ich muss bedenken, nur aus der Kraft und Leitung des Heiligen Geistes zu handeln, um nicht selbst ein Opfer der eigenen Leistung zu werden. Erst die Beziehung zu Gott ermöglicht uns eine lebendige und situationsbezogene Verkündigung des Reiches Gottes.

Die Gemeinde

Die Gemeinden sind gefordert, eine den Bedürfnissen ihres Umfeldes angepasste Vision in die Gemeinde hineinzutragen und dort evangelistische Schwerpunkte zu setzten. Diese Vision muss der Gemeinde vorgelebt und regelmässig kommuniziert werden.

Die Gemeinden sind gefordert einerseits einen Platz des Heils und der Wiederherstellung anzubieten anderseits aber auch die Mitglieder herauszufordern den Worten Taten folgen zu lassen.

Der Dienst am Wort muss für die Gemeinden zur Ermutigung und zur Umsetzung geschehen. Die Christen sollen neu mit einer Liebe zum Evangelium und zu den Verlorenen erfüllt werden. Sie sollen praktische Hinweise für ihren Alltag erhalten, und nicht bloss theologische Gedankengebäude. Der Einzelne soll ermutigt werden nach seinen Möglichkeiten zu wirken und Teil der Heilsgeschichte zu sein.

Die Gemeinde muss lernen, nicht die Menschen zu verurteilen, sondern die Sünde. z. B. sollen Homosexuelle als Menschen angenommen und geliebt werden, und in Beziehung zu ihnen auf einem Prozess der Veränderung begleitet werden.

Die Gemeinde soll die Christen darin fördern Projekte wie Sprachschulen oder Kulturtreffs aufzubauen, um Menschen zu erreichen. Die Gemeinde hat die Aufgabe Projekte anzustossen und zu unterstützen, wo einzelne Christen überfordert sind. Sie trägt dabei auch eine finanzielle Verantwortung.

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Die ekklesiologischen Auswirkungen (1/4)

„Eine für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts relevante Kirche ist eine Kirche, die sich als Manifestation des Reiches Gottes begreift und entsprechend handelt.“

Im März 2009 hat IGW „12 Thesen zur missionalen Theologie“ veröffentlicht, die seither rege diskutiert werden. Viele fragen sich: „Was bedeutet dieser Satz für mein persönliches Leben und für das meiner Kirche / meiner Gemeinschaft / meines Werkes?“ Der nachfolgende Post in ein Gastbeitrag von Remo Kleiner-Dunkel, Marcus Kümin und Sarah Nullmeyer, der sich mit der obigen These (9/12) auseinandersetzt.

Wie ist Manifestation von Gottes Reich zu verstehen?

Die Evangelien geben uns die Antwort: Jesus war es, welcher das Reich Gottes in umfassender Weise manifestierte. So sagte er im Hinblick auf sich selbst: „Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen. Tut Busse und glaubt an das Evangelium (Mk 1,15)!“ Durch die Inkarnation Jesu ist das Reich Gottes auf dieser Erde angebrochen und wird bei seiner Wiederkunft vollendet werden. Die Seligpreisungen und Verhaltensregeln, welche in der Bergpredigt (Mt 5,1-7,29) enthalten sind, machen deutlich, was das Reich Gottes ausmacht. Paulus sagt: „Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist (Röm 14,17).“ Wahre Gerechtigkeit, wahrer Friede und wahre Freude können nur da herrschen, wo Menschen in der Kraft des Heiligen Geistes mit Gott und miteinander versöhnt sind. Die örtlichen Gemeinden sind der Ort, wo dies möglich ist. In ihnen wird Gottes Reich konkret. Das Reich Gottes ist also da, wo die Herrschaft Christi aufgerichtet wird; da, wo ER Herrschaft ausüben kann. Da, wo Menschen sich in Jesu Bild umgestalten lassen, wird das Reich Gottes Fleisch. Dort wird es sichtbar und erfahrbar. Aus diesem Grund liegt es nicht an, dass wir Gottes Reich nur innerhalb unserer Kirchenmauern geniessen und auf den Tag zu warten, an dem Jesus wieder kommt, sondern wir sind dazu berufen sind, Gottes Reich auch ausserhalb unserer Mauern in der Gesellschaft zu manifestieren. In erster Linie geschieht das, indem jeder Gläubige und wir als ganze Gemeinde in unserem Umfeld versuchen, Licht und Salz (Mt 5,13ff) zu sein. Dieses Sein mündet ins Tun (Jak. 3,1). Es ist ein sich ständig entwickelndes Bewusstsein dessen, was wir in Christus sind, was es bedeutet, dass er in uns lebt und durch uns wirkt. Die Umgestaltung jedes Individuums und somit der gesamten Gemeinschaft in Jesu Bild, generiert diesen missionalen Zustand.

Was bedeutet dies nun für uns konkret?

In unserer Diskussion, welcher dem Verfassen dieses Posts vorausgegangen war, wurde uns klar, dass die Menschen in unserem persönlichen sowie unserem Gemeindeumfeld allesamt mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben. So haben wir es mit Alleinerziehenden, Arbeitslosen, Beziehungsgestörten, schlecht integrierten Ausländern, „wohlstandsverwahrlosten“ Kindern und Erwachsenen, usw. zu tun. Der Sumpf, um es mit den Worten von Frost zu benennen, liegt also direkt vor unserer Haustüre. Und das Beste: Jeder von uns kann etwas tun! Vorausgesetzt, wir gehen mit offenen Augen durchs Leben und verleugnen oder verdrängen nicht die vorherrschenden Zustände. Aktiv werden können wir zum Beispiel, indem sich jemand von uns an seinem Arbeitsplatz für einen Arbeitskollegen stark macht, welcher von anderen gemobbt wird. Oder indem sich eine christliche Wohngemeinschaft einer alleinerziehenden, arbeitslosen Mutter annimmt und ihr dabei hilft, Bewerbungen zu schreiben. Erst in ihrer konkreten Handlung AN der Welt und das Sein der Kirche IN der Welt, wird die Relevanz der Kirche FÜR die Welt sichtbar. Es müssen jedoch nicht zwingend in jedem Fall alle Mitglieder einer Kirche an demselben missionalen Projekt mitarbeiten, damit die Kirche als Ganzes das Gütesiegel „gesellschaftsrelevant“ erhält. Sie erhält es dann, wenn sich die Kirche als Kollektiv von Menschen versteht, welche über ein missionales Selbstverständnis verfügen und versuchen, Gottes Reich in ihrem spezifischen Umfeld konkret zu manifestieren.

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Die christologische Begründung (2/2)

„Missionale Theologie findet dort statt, wo in der Kraft des Heiligen Geistes das Evangelium von Jesus Christus und der Ruf zum Glauben verkündet, wo Gewalt eingedämmt, soziale Gerechtigkeit geübt, aus Armut und Unterdrückung befreit und Menschen zu Würde verholfen wird (Lk 4,18-19; Mt 10,6-8).“

Im März 2009 hat IGW „12 Thesen zur missionalen Theologie“ veröffentlicht, die seither rege diskutiert werden. Viele fragen sich: „Was bedeutet dieser Satz für mein persönliches Leben und für das meiner Kirche / meiner Gemeinschaft / meines Werkes?“ Der nachfolgende Post in ein Gastbeitrag von Wilhelm Risto, Karin Rutschi und Roman Zurbrügg, der sich mit der obigen These (8/12) auseinandersetzt.

Wir diskutieren die These anhand eines Fallbeispieles. Schilderung der Situation:

Eine Frau verdiente ihren Lebensunterhalt indem sie sich prostituierte und leidet heute an einer tödlichen Krankheit. Angesichts ihrer Krankheit macht sie sich nun Gedanken über den Tod. Dazu kommen die Sorgen über ihre hohe Verschuldung. Isoliert von der Gesellschaft verzweifelt die Frau mit ihren überwältigenden Herausforderungen an ihrer Einsamkeit. Via Internetseelsorge lernt sie eines unserer Gruppenmitglieder kennen. Unsere Frage ist: Wie können wir ihr helfen? Wie ist Hilfe in dieser Situation von der missionalen Theologie her zu verstehen?

Mit einer besonderen Sicht für die seelische Not, würde ich mich z. B. ausschliesslich darum bemühen, dass die Frau ihr Leben Jesus übergibt, indem ich ihr in der Kraft des Heiligen Geistes verbal das Evangelium von Jesus Christus verkündige, sie zum Bekennen ihrer Sünden, und zum Annehmen des Geschenkes des ewigen Lebens führe und ihr im Namen Jesu die Vergebung ihrer Sünden zuspreche. Die soziale Not würde ich dabei vielleicht vernachlässigen. Mit einer besonderen Sicht für die soziale Not würde ich mich z. B. um die Sanierung ihrer Schulden kümmern, sie regelmässig besuchen und allgemein ihre Lebensumstände zu optimieren versuchen. Die Heilung ihrer Seele durch die Verkündigung des Evangeliums würde ich dabei vielleicht vernachlässigen. Missionale Theologie verstehen wir nun als die praktische Verbindung der soeben beispielhaft beschriebenen Paradigmen. Missionale Theologie kümmert sich also nicht entweder um die eine oder andere Not, sondern sowohl um die eine als auch um die andere!

Für unsere Gemeinden bedeutet dieses Bewusstsein folgendes: Wenn wir uns bisher um die Gaben des Geistes bemüht und sie ausgeübt haben, dann tun wir das auch weiterhin. Wenn nicht, dann beginnen wir damit. Denn Gottes Mission geschieht seiet Pfingsten durch Nachfolger Jesu, welche mitten in der Not dieser Welt durch die Kraft des Heiligen Geistes in Wort und Tat das Reich Gottes verkündigen und ausdehnen. Wo in unseren Gemeinden bisher die Gläubigen darin zugerüstet wurden, auch selber das Evangelium mit Worten zu verkündigen, soll dies auch weiterhin geschehen. Wo nicht, gilt es, dies zu fördern. Wo in unseren Gemeinden bisher die Gläubigen darin zugerüstet wurden, durch konkretes Handeln und Agieren Gottes Reich auszudehnen, soll dies auch weiterhin geschehen. Wo nicht, gilt es dies zu fördern. Missionale Theologie fördert in unseren Gemeinden ein missionales Selbstverständnis, indem das volle Evangelium verkündet, ein Leben aus der Kraft des Heiligen Geistes angestrebt und geübt, das Evangelium von Jesus Christus durch alle Gläubigen verkündet und gleichzeitig mit entsprechenden Taten und Aktionen Gottes Reich ausgedehnt wird.

Fazit: Missionale Theologie muss sich in der Gemeinde in praktischer Förderung eines missionalen Lebensstils äussern.

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Hängen geblieben?! Drei Monate danach …

Was hat sich nachhaltig verändert in den letzten 3 Monaten, in eurem persönlichen Leben und in dem eurer Kirche / eurer Gemeinschaft / eures Werkes? Was ist hängen geblieben von der Konferenz mit Michael Frost zum Thema “Die Zukunft gestalten. Mission und Evangelisation in der Kirche des 21. Jh.”? Wir sind gespannt auf eure Beiträge.

PS: Wer den Blog-Post “Am Montag danach” vom 30. März mit seinen 39 sehr interessanten Kommentaren noch nicht gelesen hat, dem sei dieser Blog als Einstieg zur obigen Fortsetzung herzlich empfohlen.

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Die christologische Begründung (1/2)

Jesus Christus ist das Zentrum der Heiligen Schrift. Jesus Christus als wahrer Gott und wahrer Mensch, sowie als Lehrer und Prophet ist massgebend für eine missionale Theologie, für die christliche Lebensführung und für das Leben der Kirche und ihre Mission in der Welt.“

„Was bedeutet dieser Satz für mein persönliches Leben und für das meiner Kirche / meiner Gemeinschaft / meines Werkes?“ Der nachfolgende Post in ein Gastbeitrag von Tobias Bausch, Tanja Bühler und Emanuel Koller, der sich mit der obigen These (7/12) und dieser Fragestellung auseinandersetzt.

Gleichwie der Vater mich ausgesandt hat, sende ich auch euch“ (Joh. 20.21).

Die Frage die wir uns immer wieder stellen wollen, wo sendet mich Gott hin? Jesus Christus war in erster Linie zu den Juden gesandt, und erfüllte den Auftrag für die ganze Welt. Die grosse Herausforderung besteht für uns Gläubigen darin, das Himmelreich Gottes in unserem Umfeld ganzheitlich zu leben.

Jesus hat es uns vorgelebt: Er hat es geschafft, das Himmelreich im Leben zu integrieren, er predigte und lehrte das Reich Gottes überall worin er seinen Auftrag sah. Er war sich seinem Auftrag allezeit bewusst und passte sich den schlechten Angewohnheiten der Welt nie an. Nie verfiel er den Versuchungen Satans. Das gleiche erwartet Jesus von uns, indem er sagte: „Friede euch! Gleichwie der Vater mich ausgesandt hat, sende ich auch euch“ (Joh. 20.21).

Man muß Gott mehr gehorchen als Menschen“ (Apg. 5.29).

Eine solche Sendung kann im Leben nur Realität werden, wenn in unserem Alltag Jesus ins Zentrum Rücken kann und unseren Körper, Seele und den Geist auf ihn ausgerichtet ist. Die Schwierigkeit besteht darin, Gott mehr zu gehorchen als den Menschen. Ohne den Erwartungen aus unserem Umfeld gerecht werden zu müssen. Jesus sagte selber von sich:

“Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn.“ (Joh 5,19)

Gerade diesem Auftrag wurde Jesus vollumfänglich gerecht. Wie viel mehr sind wir auf den Vater angewiesen. Wir können nichts von uns aus machen, was geistliche Frucht bringt. Jesus hat uns seinen Beistand zurückgelassen.

Beistand

Jesus lässt uns nicht alleine zurück mit dem Auftrag. Er hilft uns und bevollmächtigt uns im Geist zu leben und den Dienst zu erfüllen. Durch den Geist Gottes haben wir die Beziehung zu Gott und zur Welt im Ausgleich. Nur durch den Heiligen Geist können wir eine gesunde Beziehung zu Gott in dieser Welt führen. Der Geist führt uns in die Beziehung, eine innige Freundschaft zu Gott und gibt uns den rechten Blick für die Welt in der wir leben. Im Jesaja lesen wir eine Verheissung, die wir in Anspruch nehmen können.

„Der Geist Gottes des HERRN ist auf mir, weil der HERR mich gesalbt hat.Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen.“ (Jes. 61.1)

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Die Grundlage der missionalen Theologie (6/6, Schluss)

Missionale Theologie dient der Anbetung Gottes. Mission geschieht, weil Gott noch nicht überall angebetet wird, und sie geschieht bis zur Wiederkunft Jesu und der endgültigen Aufrichtung der Herrschaft Gottes. Die unterschiedlichsten Aktivitäten fördern die Anbetung Gottes: die Sorge um die Schöpfung, die es zukünftigen Generationen erlaubt, in ihr die Herrlichkeit Gottes zu erkennen; Entwicklungshilfe als Hinweis auf den suchenden Gott, der ganzheitliches Heil will; Kunst und Kultur, die Gottes Weisheit und Schönheit widerspiegeln.

„Was bedeutet dieser Satz für mein persönliches Leben und für das meiner Kirche / meiner Gemeinschaft / meines Werkes?“ Der nachfolgende Post in ein Gastbeitrag von Philippe Aellig, Daniel Schüpbach und Lukas Wäfler, der sich mit der obigen These (6/12) und dieser Fragestellung auseinandersetzt.

Gott hat uns das Leben gegeben und er hat uns erlöst. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden, Gott anzubeten und sind ihm dankbar, für alles, was er uns gibt. Anbetung Gottes bezieht sich nicht in erster Linie auf die musikalische Anbetung. Einen anbetenden Lebensstil zu führen bedeutet praktisch, Gott als Schöpfer und Erlöser zu bekennen und ihn mit unseren Worten und unserem Handeln zu preisen. Das Bekennen von Gott als Schöpfer und Erlöser hat also die Anbetung gefördert.

Durch die Verkündigung vom Evangelium durch Wort und Tat (Mission) wird gefördert, dass Menschen Gott als Schöpfer und Erlöser erkennen und dadurch bekennen werden.

missionale-theologie

Somit fördert die Mission die Anbetung Gottes. Dabei spielt nicht die Methode, sondern die Absicht die endscheidende Rolle. Ob Mission durch eine attraktionale oder missionale Arbeit geschieht, ist dabei nicht entscheidend.

Aktivitäten, die Menschen zum Bekennen von Gott als Schöpfer und Erlöser führen, dienen der Anbetung Gottes. Ein Anstoss dazu kann auch die Sorge um die Schöpfung, Entwicklungshilfe, Kunst und Kultur sein, wie es in der These formuliert ist.

Allgemein bestätigen wir die obenstehende These. Wir legen jedoch grossen Wert auf das Bekennen von Gott als Schöpfer und Erlöser!

Was bedeutet diese These für unser persönliches Leben?

Diese These löst in uns ein missionarisches Denken aus. Da wir die Anbetung Gottes fördern wollen, sind wir getrieben, vermehrt solche Aktivitäten zu unternehmen. Weiter löst die These Fragen nach der praktischen Anwendung aus. So fördert die These unsere Kreativität. Wir werden nach neuen Aktivitäten suchen, wie wir Menschen für unser Anliegen gewinnen können.

Was bedeutet dieser Satz für unsere Kirche/ Werk?

In unseren Kirchen besteht häufig die Ansicht, dass Anbetung am Sonntagmorgen durch Singen und Beten stattfindet. Beispielsweise praktische Dienste, wie Kinderbetreuung, werden nicht als Anbetung angesehen. Zwar ist die Aussage „Anbetung als Lebensstil“ allgemein bekannt, trotzdem mangelt es bei der Umsetzung. Die Aussage droht zur Floskel zu werden. Die Gemeinde muss erkennen, dass Anbetung überall stattfindet, wo Menschen zur Gottes Ehre handeln.

Weiter hat die These keinen Anspruch auf eine missionarische Methode. Sie spricht weder gegen eine attraktionale, noch für eine missionale Kirche. Sie betont jedoch die Wichtigkeit der Mission, also den Aktivitäten, die fördern, dass Gott angebetet wird. Somit hat die stark attraktionale Jugendarbeit auch weiterhin ein Existenzrecht und auch das missionale Missionswerk darf weiterhin Gottes Anbetung fördern. Denn beide Organisationen haben dieselbe Absicht und erreichen mit ihrer Methode verschiedene Menschen. So verschieden die Menschen sind, dürfen auch die Methoden sein.

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Die Grundlage der missionalen Theologie (5/6)

„Missionale Theologie setzt grenzüberschreitende Lernbereitschaft voraus. Sie hört auf die Brüder und Schwestern in unseren Kirchen sowie auf unsere Brüder und Schwestern in der 2/3 Welt, die durch ihre ganzheitliche Denkweise den Weg zu einer missionalen Theologie vorgezeichnet haben.“

Im März 2009 hat IGW „12 Thesen zur missionalen Theologie“ veröffentlicht, die seither rege diskutiert werden. Viele fragen sich: „Was bedeutet dieser Satz für mein persönliches Leben und für das meiner Kirche / meiner Gemeinschaft / meines Werkes?“ Der nachfolgende Post in ein Gastbeitrag von Severin Fitze, Urs Oester und David Schmid, der sich mit der obigen These (5/12) auseinandersetzt.

Zuerst einmal wunderten wir uns etwas über die Formulierung dieser These und nahmen sie in der Diskussion auseinander, was uns half sie zu verstehen und uns eine Meinung zu bilden.

Wir stellten fest, dass die grenzüberschreitende Lernbereitschaft tatsächlich von eminenter Wichtigkeit ist. Ohne diese ist es uns gar nicht möglich auf andersartige Denkweisen unserer Geschwister einzugehen. Wir fragten uns dann was wohl mit ganzheitlich gemeint sein könnte und kamen zum Schluss, dass es bei Ganzheitlichkeit immer um das ganze Leben geht. Also keinesfalls um irgendeinen Teilbereich.

Des weiteren diskutierten wir, ob unser Geschwister in der 2/3 Welt tatsächlich so viel ganzheitlicher Denken, oder ob dieses Denkmuster schlicht Teil ihrer Kultur ist. Doch das spielt unserer Meinung nach gar keine Rolle, da es so oder so wichtig ist, von anderen Kulturen zu lernen und zu reflektieren, wie sie ihren Glauben leben. Dies auch im Hinblick auf unsere Gesellschaft, die immer multikultureller wird. Dabei geht es nicht darum, Dinge von andern zu übernehmen, sondern mit offenen Augen und offenem Herz zu prüfen und davon zu lernen. Es gilt den den Horizont zu erweitern, einen Weitblick zu entwickeln und sich nicht mehr nur auf sich selbst zu konzentrieren.

Nun was bedeutet das für uns persönlich und für unsere Kirchen?
Wenn wir möchten, dass sich etwas ändert, müssen wir wie so oft bei uns selbst beginnen. Wir müssen lernen grenzüberschreitend Lernbereit zu sein, bevor wir der Gemeinde irgendetwas vorenthalten können. Das Bedeutet in unserem Alltag, dass wir den Kontakt
mit Brüdern und Schwestern die anders denken oder glauben nicht länger meiden, sondern suchen. Und dabei nicht gerade mit der Urteilsbildung beginnen sobald wir die Meinungen gehört haben, sondern diese ernst nehmen und als gleichwertig wie die Unsere achten. In unseren Gemeinden muss eine Offenheit und eine Grenzüberschreitende Lernbereitschaft für eine ganzheitliche Denkweise beginnen zu wachsen. Dies in dem Strukturen und Prinzipien neu überdacht werden und durch eine neu angezündete Liebe für die Verlorenen. Denn dies wird automatisch zu einer Lernbereitschaft führen, die alles in Kauf nimmt, um Gottes Auftrag zu erfüllen und die sich nicht mehr an eingesessenen Gedankengebäuden festhält.

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Die Grundlage der missionalen Theologie (4/6)

„Missionale Theologie versteht den Begriff der Bibeltreue umfassend. Sie strebt ein Gleichgewicht von Wort und Tat an (Orthodoxie und Orthopraxis) und misst die Treue zur Bibel nicht nur am Festhalten an der Wahrheit, sondern auch an der Fähigkeit, das Evangelium in der Welt zu inkarnieren.“

Der nachfolgende Post in ein Gastbeitrag von Sascha Bertschinger, Oliver Leiser, Lukas Schär und Michael Schaerer, der sich mit der obigen These (These 4 von 12) auseinandersetzt.

Verkünde das Evangelium so oft du kannst, wenn nötig gebrauche Worte – Franz von Assisi, 12. Jh.

Ist missionale Theologie etwas Neues? Mit Sicherheit nicht. Der erste missionale Akt, wo Wort und Tat zusammenwirkten, war die Schöpfung. Gott sprach und es wurde. Auch Jesus hat Wort und Tat miteinander verknüpft. Er ging zu den Notleidenden, diente ihnen und erzählte ihnen das Evangelium. Vielleicht, besser gesagt offensichtlich, ist die missionale Theologie bei uns in den letzen Jahrzehnten in Vergessenheit geraten, oder wir setzen andere Schwerpunkte. Wir sind Meister darin, Gottes Liebe und sein Evangelium zu verkündigen, wissen aber oft nicht mehr, wie wir Gottes Liebe den Menschen im praktischen Leben zeigen können.

Viele Möglichkeiten gibt es heute, um einen Kurzeinsatz in fernen Ländern zu machen. Dort ist es auch einfach, den Menschen zu dienen. Es ist offensichtlich, dass jemand, der am Verhungern ist, etwas zu Essen braucht und jemand, der in der Nacht friert, eine warme Decke benötigt. Woran liegt es, dass wir den Menschen in unserem Umfeld nicht mehr helfen (können)? Wissen wir überhaupt, in welchen Nöten sie leben? Hier in der Schweiz haben die meisten genug zu essen und ein warmes Bett in der Nacht. Die Mängel liegen hier ganz wo anders. Viele Menschen sehnen sich heute nach tiefen, echten Beziehungen und Freundschaften. Wenn wir den Menschen in unserem Umfeld dienen wollen, müssen wir hier anknüpfen. Sie brauchen kein Brot um zu überleben, was sie brauchen sind Freundschaften, die sie durchs Leben tragen.

Gerade in der heutigen Zeit, in unserem Umfeld reicht es nicht, wenn wir einfach Worte verlieren. Wenn wir in der Schweiz einem Durchschnittsbürger sagen, dass er Jesus braucht, wird er berechtigt fragen, wozu? Ich habe doch alles, was ich für mein Leben brauche, wird seine Antwort sein und er hat nicht unrecht. Klar wissen wir, dass er dadurch nicht gerettet ist, jedoch wird ihn das in diesem Moment nicht wirklich interessieren, weil er ja alles hat. Die zweite Möglichkeit die wir haben, ist ihm zu sagen, dass sein Leben hier mit Jesus besser sein wird, als es jetzt ist. Darauf wird sich auf seiner Stirn ein grosses Fragezeichen bilden. Glauben wird er uns dies nur, wenn er es an unserem Leben sieht. Wenn wir also nicht mit Überzeugung sagen können, dass unser Leben mit Christus ein Gewinn ist und wir ihm dies nicht mit Beispielen erläutern und vorleben können, werden wir schlechte Karten haben.

Auch in der heutigen Zeit, in unserem Umfeld wird es nicht reichen, den Menschen nur das Evangelium zu predigen, wir müssen es ihnen vorleben, damit sie sehen und glauben können, was wir ihnen predigen.

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Die Grundlage der missionalen Theologie (3/6)

„Missionale Theologie nimmt die Tatsache ernst, dass Gott die Welt liebt (Joh 3,16) und ihre umfassende Erlösung und Wiederherstellung zum Ziel hat. Sie ist dem Rettungshandeln Gottes verpflichtet, indem sie den Menschen durch die Bindung an die Person Jesu in die ursprüngliche Schöpfungsordnung hineinführt, in der die Fülle des Lebens zu finden ist.“

Im März 2009 hat IGW „12 Thesen zur missionalen Theologie“ veröffentlicht, die seither rege diskutiert werden. Viele fragen sich: „Was bedeutet dieser Satz für mein persönliches Leben und für das meiner Kirche / meiner Gemeinschaft / meines Werkes?“ In den kommenden Wochen gehen geben IGW-Studierende ihre Gedanken dazu weiter. Der nachfolgende Post ist ein Gastbeitrag von Claudia Grimm, Jörg Kessler und Gisele Zürcher, der sich mit der obigen These (3/12) auseinandersetzt.

Gott liebt die Welt so sehr, dass er ihre umfassende Erlösung und Wiederherstellung zum Ziel hat. Er hat frei gewählt uns zu lieben. Gott liebt nicht nur die „guten Menschen“ und möchte nicht nur Seelenheil schenken, sondern der gesamten Schöpfung ganzheitlich Heil geben. Doch inwiefern sind wir an diesem Handeln Gottes beteiligt? Jesus fordert uns auf seine Gute Nachricht den Menschen in allen Nationen zu verkündigen (Mt 28,19-20). Nun könnten wir diesen Auftrag aus Pflichtgefühl ausführen, wie Maschinen funktionieren, statt aus Liebe angetrieben sein. Gottes treibende Kraft für den Erlösungsplan ist seine bedingungslose Liebe für die Menschen. Welche Rolle spielt diese Liebe in unseren Begegnungen mit Menschen und der Verkündigung des Wort Gottes? Ist diese Liebe auch für uns absolute Voraussetzung?

Vielleicht sind wir Christen manchmal in der Gefahr für Gott leisten zu wollen. Wir legen grossen Wert darauf, wie wir ihm gefallen, gehorchen, ja dienen können. Unser Handeln soll jedoch Hand in Hand mit unserer persönlichen Gottesbeziehung geschehen. Die Liebe Gottes soll auch unsere treibende Kraft sein. Deshalb ist es unumgänglich, Gottes Vaterherz kennen zulernen und wie Jesus, eine innige Beziehung zum Vater zu leben.

Christen müssen Gottes Gegenwart nicht nur zwischen Kirchenbänken, sondern auch „draussen“ in der Welt erwarten. Die Richtung hat von der zentripetalen (hinein fliessenden) zur zentrifugalen (hinaus fliessenden) Dynamik gewechselt. Gott wirkt in der Welt. Unsere Rolle ist es, heraus zu finden, wo er wirkt und dann neben ihm zu gehen. Viele Evangelikale glauben, dass sie Gott in die Welt nehmen. Das ist ein Dualismus, welcher die missionale Theologie nicht unterstützt. Es kommt oft vor, dass Menschen an Jesus glauben, um nach ihrem Tod in den Himmel zu kommen. In diesem Fall wird für den Himmel im Jenseits geworben. Stattdessen geht es im Evangelium darum, für Gott lebendiger in der Welt zu sein. Umfassende Wiederherstellung bedeutet zu versuchen, in allem, was man tut, das Reich Gottes auszudrücken. Diese Aktivitäten reflektieren den lokalen Kontext und sind deshalb in ihren Formen mannigfaltig.

Für uns Christen gibt es keine örtlichen und strukturellen Einschränkungen, um Menschen mit Gottes Liebe zu begegnen. Überall kann Gott hinein wirken. Aller moderne Dualismus kann überwunden werden. In der evangelikalen Kirche existiert oft nur ein Bild, wie Kirche sein kann, dabei lässt uns die Bibel viele Möglichkeiten offen, wie Gemeinschaft gelebt werden kann. Wenn wir das Ziel verfolgen, dass Gottes umfassende Erlösung und Wiederherstellung auf dieser Welt geschehen können, müssen wir auch unsere Denkweise und unser Verhalten verändern. Wir können auch im gewöhnlichen Alltag Menschen mit Gottes Liebe konfrontieren, damit sie die Fülle des Lebens finden können.

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